In der gestern veröffentlichten Version des Open-Source-Browsers Firefox gibt es eine Neuerung, welche das Tracking der Nutzer:innen über Cookies weiter erschwert. In Zukunft enthält Firefox mit „Total Cookie Protection“ ein Feature, das es erlaubt, alle Cookies automatisch getrennt nach Websites in eigenen Töpfen abzuspeichern.
Jede Seite darf also nur auf den Topf zugreifen, der ihr auch zugeordnet ist. Das Feature soll verhindern, dass Trackingfirmen die Cookies verschiedener Seiten nutzen, um die Nutzer:innen über Seiten hinweg zu verfolgen und so Profile erstellen können. Wie das technisch funktioniert, gibt es im Mozilla Hacks Blog nachzulesen.
Cookies sind ein Weg für Datenfirmen, Menschen und ihr Nutzungsverhalten auszuspionieren. Über dubiose Datenbroker werden diese Trackingdaten weiterverkauft. Nutzer:innen haben keine Chance zu verfolgen, was mit ihren Daten passiert. Schon vor Jahren hatte das EU-Parlament vorgeschlagen, dass Nutzer:innen sich durch einfache Browser-Einstellungen besser gegen Tracking wehren können sollen, doch die Mitgliedstaaten haben die Verhandlungen über die ePrivacy-Reform jahrelang blockiert. In der Europäischen Union ist deshalb eine Debatte entbrannt, ob man personalisierte Werbung nicht ganz verbieten sollte.
Jedem sein Töpfchen
Bislang bleibt den Nutzer:innen allerdings nur, sich selbst zu schützen. Schon in der letzten Version hatte Firefox Verbesserungen integriert, um vor so genannten Supercookies zu schützen, die besonders schwer zu löschen sind. Schon 2019 hatte Firefox die Enhanced Tracking Protection eingeführt, welche Cookies von als solchen erkannten Trackingfirmen blockierte.
Eine Ausnahme vom „Jedem sein Töpfchen“ gibt es allerdings aus Gründen der Usability. Cookies, die dafür gedacht sind, dass man sich mit seinem Google‑, Facebook- oder auch Github-Konto seitenübergreifend anmelden kann, werden weiterhin über Seiten hinweg zugreifen können.
In Sachen Tracking-Schutz sind derzeit Apple mit seinem Safari und Mozilla mit dem Firefox Vorreiter. Marktführer Chrome von Google, der derzeit etwa zwei Drittel bei der weltweiten Nutzung ausmacht, hat noch keine solchen Features. Google entwickelt zwar mit der Privacy Sandbox an solchen und denkt laut über die Abschaffung von Third-Party-Cookies nach, will aber als großer Werbekonzern zuerst ein alternatives Modell für Targeting etablieren.
Die neue Firefox-Version enthält zudem einige Veränderungen in der Usability sowie eine ganze Reihe von Sicherheitsupdates, die Heise.de zusammengefasst hat.
