Was vom Tage übrig bliebAusreden, ausladen, ausleiten

Goldman Sachs hat das mit der Diskriminierung von Algorithmen offenbar noch nicht verstanden, dafür hat sich die Sesamstraße schon früh mit Computern beschäftigt. Außerdem: Das ewige Drama um Huawei und 5G sowie ein Mailanbieter, der zur Datenweitergabe gezwungen wurde. Die besten Reste des Tages.

Fernsehturm Berlin
Selten* lässt sich ein derart schwarz glänzender Himmel beobachten (*fast jeden Tag)

Even when race & gender are not inputs, machine learning excels at finding latent variables (Twitter)
Die Diskussionen um diskriminierende Krediteinstufungen bei Apple Card reißt nicht ab. Nachdem der Unternehmer David Hansson mit einem Tweet eine Diskussion um Algorithmen-Diskriminierung losgetreten hat und Apple-Co-Gründer Steve Wozniak sich ebenfalls einschaltete, ist die Welle der Aufregung inzwischen abgeebbt und darunter kommen fachlich fundierte Einschätzungen zutage. Die Mathematikerin Rachel Thomas macht in einem lesenswerten Thread darauf aufmerksam, dass die verantwortliche Bank Goldman Sachs offenbar nicht verstanden hat, wie algorithmische Diskriminierung funktioniert. „Wir treffen keine Entscheidungen auf Basis von Geschlecht“, hatten Verantwortliche gesagt. Mag sein, ihre Kredit-Algorithmen haben aber offenbar das Memo nicht bekommen.

Gericht zwingt E-Mail-Anbieter, Daten unverschlüsselt herauszugeben (sueddeutsche.de)
Der Mailanbieter Tutanota wirbt mit Datenschutz und Sicherheit, doch er konnte nicht verhindern, nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Itzehoe E-Mails an die Polizei ausleiten zu müssen. „Ich würde mich lieber um erweiterte Datenschutzfunktionen für unsere Kunden kümmern, als um erweiterte Zugriffsrechte für die Behörden“, sagt der Firmenchef, der sich zunächst weigerte.

Telekom-Security-Experte durfte sich nicht zu Huawei äußern (golem.de)
Erst einladen, dann ausladen. Nicht die feine Art, möchte man meinen. Aber so erging es im Bundestag dem Leiter der Group Security der Deutschen Telekom, Thomas Tschersich. Das betraf eine Anhörung des Auswärtigen Ausschusses, in der diskutiert wurde, welche Risiken eine Beteiligung Huaweis am 5G-Ausbau mit sich bringen könnten. Tschersisch gehört offenbar nicht zur Gruppe der entschiedenen Huawei-Gegner. Für den Ausschussvorsitzenden Norbert Röttgen scheint die Sache indes klar zu sein: „Röttgen beendet die Anhörung mit der These, dass eine Beteiligung von Huawei bei 5G schlimmer sei als ein Supergau in einem Atomkraftwerk“, heißt es bei golem.de.

The best science and math moments in Sesame Street’s first 50 years (Ars Technica)
Die Sesamstraße hat nicht nur das Verhältnis mehrerer Generationen zu Keksen und Müll geprägt, sondern sich auch immer schon früh mit Technik auseinandergesetzt. Ars Technica hat Videoschnipsel ausgegraben. In einem davon sind die Yip-Yips mit einem – mittlerweile – antiken Computer konfrontiert.

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Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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