Was vom Tage übrig blieb

Microsoft, Malware und Atomwaffen

Der Europäische Datenschutzbeauftragte fürchtet unwissende EU-Beamte, eine österreichische Informatikerin erhält einen Preis für ihren Kampf gegen Schadsoftware und Adressen und Nachrichten von Neonazis wurden geleakt. Die besten Reste des Tages.

Berliner Glotzenturm
Gestern in dramatische Wolken, heute in dramatisches Schwarz gehüllt – der Berliner Himmel überzeugt durch seinen Variantenreichtum.

EU institution staff ‘unaware’ of Microsoft data misuse, EU data chief says (Euractiv)
Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDPS) warnte zuletzt bereits vor Datenabflüssen aus Microsoft-Produkten. Der EDPS ist für den Datenschutz in den EU-Institutionen zuständig. Seit April untersucht die Behörde, ob Verträge der EU mit Microsoft mit den Datenschutzgesetzen vereinbar sind. Vielen Mitarbeitern der EU-Institutionen sei „nicht bewusst“, zu welchem hohen Maße Microsoft ihre Daten sammle und speichere, warnt der EDPS-Chef Wojciech Wiewiórowski nun in einem Interview. Klingt nach einem Klassiker: Denn sie wissen nicht, was sie tun.

An Infamous Neo-Nazi Forum Just Got Doxxed (Vice.com)
Mitglieder von Iron March, einem Nazi-Forum aus den USA, haben ein Problem. Die gesamte Datenbank samt E-Mailadressen und privaten Nachrichten der Mitglieder ist im Internet aufgetaucht. Auf Iron March hat sich auch die rechtsextreme Gruppe „Atomwaffendivision“ gegründet. Ob diese allerdings mit der Atomwaffendivision zu tun hat, die gerade unzählige Morddrohungen verschickt, ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen könnten durch den Leak allerdings an Fahrt gewinnen.

Funkloch-App zeigt, wo es kein Netz gibt (Golem)
Habemus Funklochübersicht! Nach einem Jahr, 187.000 App-Installationen und knapp 160 Millionen Messpunkten wissen wir nun, wo es genau Funklöcher gibt. Oder auch nicht – denn noch fehlen viele, viele Messpunkte, konnte Golem der Bundesnetzagentur entlocken.

Hedy-Lamarr-Preis geht an Martina Lindorfer (Futurezone)
Die österreichische Informatikerin Martina Lindorfer erhält den diesjährigen Hedy-Lamarr-Preis für ihre Arbeit zur automatisierten Erkennung und Abwehr von Malware auf mobilen Geräten. Die Stadt Wien verleiht den Preis an Wissenschaftlerinnen für innovative Leistungen in der IT. Die Namensgeberin Hedy Lamarr wurde als Schauspielerin bekannt, entwickelte aber im Zweiten Weltkrieg im Auftrag der Alliierten maßgeblich am Frequenzsprungverfahren mit, das bei der Entdeckung von U-Boot eingesetzt werden sollte und als Vorläufertechnologie von Bluetooth und Wifi gilt.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Eine Ergänzung

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.