Was vom Tage übrig blieb

Apple-Kreditlimits, Palantir-Übersicht und Hongkong-Doxxing

Apples Algorithmus diskriminiert Frauen, Amazon-Chef Bezos lässt seine finanziellen Muskeln spielen, AlgorithmWatch hat sich angesehen, wo der Überwachungskonzern Palantir in Europa Geschäfte macht und Doxxing von Demonstranten in Hongkong wird immer beliebter. Die besten Reste des Tages.

Wann wird die Uhrzeit endlich wieder umgestellt?

Apple co-founder says Apple Card algorithm gave wife lower credit limit (Reuters)
Nachdem David Heinemeier Hansson vergangene Woche festgestellt hatte, dass die Apple Card ihm das 20-fache Kreditlimit seiner Frau gegeben hat, hat sich nun Apple-Ko-Gründer Steve Wozniak in die Diskussion eingeschaltet. Er bekam das 10-fache Kreditlimit seiner Frau, obwohl beide sich ihr Konto und alle anderen Vermögenswerte teilen. Die New Yorker Finanzaufsicht hat angekündigt, die Vergabepraktiken von Goldman Sachs im Zusammenhang mit der Apple Card zu untersuchen.

Jeff Bezos asked Michael Bloomberg months ago if he’d consider running for president (Vox)
Der reichste Mensch der Welt, Jeff Bezos, fragte zuletzt den neuntreichsten Menschen der Welt, Michael Bloomberg, ob er nicht Lust hätte, für das Amt des US-Präsidenten anzutreten. Warum das bedeutsam ist? Zum einen zeigt es die nonchalante Art, mit der die „1 Prozent“ der reichsten Menschen auf der Welt über politische Entscheidungen nachdenken. Zum anderen verweist es auf den immensen politischen Einfluss von Bezos und seiner Firma Amazon. Denn immerhin denkt Bloomberg nun offenbar ernsthaft daran, gegen linke Demokraten wie Elizabeth Warren und Bernie Sanders ins Feld zu ziehen. Dass Linke aber gegen Amazons politische Macht durchaus gewinnen können, zeigen indes Lokalwahlen an Amazons Stammsitz in Seattle: Dort setzen sich der Sozialist Kshama Sawant und weitere progressive Politiker gegen betont wirtschaftsfreundliche Kandidaten durch, die von Amazon mit 1,5 Millionen Dollar an Wahlkampfspenden bedacht wurden.

Palantir, the secretive data behemoth linked to the Trump administration, expands into Europe (AlgorithmWatch)
Der Überwachungskonzern Palantir expandiert nach Europa – und hat sich eine ganze Reihe an hochkarätigen Kunden geangelt, von Airbus über die Hypo Vereinsbank bis hin zur Polizei Hessen. Algorithm Watch hat bei fast vierzig deutschen Unternehmen nachgefragt und Hunderte öffentlich zugängliche Quellen ausgewertet, um mehr über die Aktivitäten des Unternehmens von Trump-Freund Peter Thiel zu erfahren.

Doxxing: the powerful ‘weapon’ in the Hong Kong protests had a petty beginning (Post Magazine)
Doxxing – das Veröffentlichen von Adresse, Namen und weiterer persönlicher Informationen gegen den Willen der betroffenen Person – ist zu einer Waffe gegen die Demonstrant_innen in Hong Kong geworden. Bislang wurden die Daten von einer Reihe von Demonstrant_innen, Journalist_innen, und Polizist_innen online veröffentlicht.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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