Öffentlichkeit

Umfrage: Zwei Drittel aller Deutschen haben schon einmal eine Fake News gesehen – und erkannt

Die meisten von den Deutschen wahrgenommenen Fake News haben mit den Themen Flüchtlinge und Zuwanderung sowie mit dem US-Präsidentschaftswahlkampf zu tun. Eine repräsentative Umfrage zum Thema gibt Einblicke ins Thema – und zeigt, dass nur sehr wenige Menschen Fake News auch selbst teilen.

Foto: CC0 1.0 William Carson

Der digitale Branchenverband Bitkom hat eine repräsentative Umfrage zu Mediennutzung und zu Fake News gemacht. Die Umfrage wurde von Bitkom Research im Auftrag der Bitkom durchgeführt. Es wurden 1.009 Personen befragt. Dabei kam heraus, dass 68 Prozent der Befragten in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal eine Nachricht gesehen haben, die sich später als offensichtlich falsch herausgestellt hat. Je jünger die Befragten, desto mehr fielen ihnen Fake News auf.

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Dabei gaben diejenigen an, denen Fake News aufgefallen waren, dass die Abstand meisten Fake News zum Thema Flüchtlinge und Zuwanderung sowie zum US-Präsidentschaftswahlkampf aufgetaucht seien. Ziel von Fake News sei, dass die öffentliche Meinung beeinflusst werden solle, so die Meinung von 87 Prozent. Knapp zwei Drittel gingen davon aus, dass die Urheber eine reißerische Story haben wollten. Nur acht Prozent gaben an, dass sie schon einmal eine Fake News selbst geteilt hatten. Möglicherweise gibt es aber eine größere Dunkelziffer an Befragten, die Falschmeldungen schon einmal geteilt haben, das aber nicht im Nachhinein mitbekommen haben. Gleichzeitig befürworten 88 Prozent die Option, dass Nutzer in sozialen Medien Fake News melden können. 71 Prozent wollen nicht, dass soziale Netzwerke alleine entscheiden, was gelöscht wird.

Die Bitkom kritisierte in einer Pressemitteilung, dass in der aktuellen Diskussion Themen wie Fake Follower, Fake News, Hatespeech oder Social Bots wild durcheinander geworfen würden. Der Verband, zu dessen Mitgliedern auch Betreiber von Sozialen Netzwerken wie Facebook und Google gehören, ruft zur Besonnenheit mit dem Thema auf, weil das hohe Gut der Meinungsfreiheit geschützt werden müsse. So könnten nach Ansicht des Verbandes die diskutierten Löschpflichten innerhalb von 24 Stunden unter Androhung hoher Bußgelder dazu führen, dass die Betreiber sozialer Netzwerke aus Sorge vor rechtlichen Konsequenzen und bei unklaren Fällen im Zweifel mehr Inhalte löschen als notwendig.

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10 Kommentare
  1. Ähm, hatten nicht die ZEIT und Tagesschau beide Details zu einem beim Anschlag in Berlin verhafteten mitgeteilt und ihn als Täter denunziert, der allerdings nachweislich weder Täter noch beteiligt oder vor Ort gewesen war?

    Da sich niemand dieser Berichterstattung entziehen konnte, hat jeder Fake News nach der im Artikel genannten Definition gesehen oder gelesen.
    tl;dr was eine scheiß Definition, was eine doofe Frage.

  2. Was mich interessiert ist, was passiert eigentlich mit Leuten die bewusst Fakenews verbeiten um Stimmung z.b. gegen Flüchtlinge zu machen. Mir sind in den letzten Wochen einige Profile aufgefallen, die mitunter völlig abstruse Falschmeldugen verbreiten und diese Profile haben mitunter 3000 – 5000 Freunde, Facebook geht das ja am Arsch vorbei. Dieser E*** D****** z.b. ist einer von Ihnen.

    [Anm. der Redaktion: Wir haben hier aus Datenschutzgründen Links zu Profilen auf Facebook gelöscht und einen Namen im Kommentar unkenntlich gemacht. Wir freuen uns aber auf Hinweise per Mail zu Fake News Schleudern, Social Bots und ähnlichem. Und wir empfehlen für die Meldung von fremdenfeindlichen Fake News das Projekt http://hoaxmap.org]

    1. Wenn auf einer Seite bei Facebook irgendjemand privat irgendwelche Sachen erzählt, dann sind das also „News“ bzw. „Nachrichten“?
      Habe ich das richitg verstanden?
      Oder vermittelt der Autor (der Link wurde ja entfernt) den Eindruck, dass er Journalist ist?

  3. Interessant!

    Also 80% nutzen als Quellen Seiten von „klassischen Printmedien“ und 70% „Nachrichtenseiten von TV Sendern.“ und 68% haben angeblich schon mal „FakeNews“ gesehen. Das kann ja nur heissen, dass klassische Medien und TV Sender massenhaft Fakenews verbreiten, zumindest glaube das viele.

    plötzlich behaupten 86% die Fakenews wären in sozialen Medien aufgefallen und immerhin 31% derer die keine sozialen Netzwerke nutzen.

    Was widerrum eine sehr, sehr seltsame Datenerhebung ist, da in den sozialen Medien überwiegend Meldungen aus klassischen Medien geteilt werden. Ich verstehe diese Unterteilung nicht und wie man die glaubhaft machne will?
    Wenn jemand sagt: „ich informiere mich in sozialen Netzwerken“, dann liest er dort was andere posten, aber dort sind alle „klassischen“ Medien vertreten, d.h. jeder der sich dort informiert, informiert sich auch über diese.

    Ich kapier das alles nicht.

    Ich bin jeden Tag viele Stunden im Netz und habe ca. 30 Newsseiten (darunter auch Aggregatoren) in meinem Feedreader und nutze ausser Twitter keine sozialen Medien. Ich kann mich nicht an „Fakenews“ erinnern. Es gab den einen oder anderen Blog, der Unsinn schreibt, aber Nachrichten von irgendwelchen Seiten, die ja (angeblich) in Mazedonien erstellt wurden und dort falsche Nachrichten verbreiten, sind mir noch nie über den Weg/Bildschirm gelaufen.

    Ich habe bisher „in echt“ noch nie Fakenews gesehen. Wo finde ich die? Kann mir da jemand helfen?

      1. Wie gesagt, ausser Twitter nutze ich kein soziales Netzwerk und Facebook habe ich über die hosts komplett gesperrt.

        Die Umfrage suggeriert aber, dass es auch ausserhalb sozialer Netzwerke Fakenews existieren und mich interessiert woher die kommen sollen.

      1. Ja, wo denn?

        Ich habe auch mal bei Twitter gefragt. Dann bekam ich allgemein Facebook Posts als Fakenews gezeigt, bzw. Hoax Map.org – da sind sicher Falschmeldungen dabei, aber daraus läßt sich keine systematische Vorgehensweise erkennen.

        Gestern in ZAPP wurde auchh über Fakenews berichtet, dort wurde klagemauer.tv als Beispiel genannt.

        Ich bin nach vor verunsichert über diesen Begriff.

        Entweder er zeigt eine grosse Hysterie oder er soll uns etwas vorgaukeln. Das es fragwürdige Medien gibt wissen wir spätestens seit Wallraf in der Bildredaktion war, aber auch jeder der sich mit dem Stürmer beschäftigt hat. Aber das sind ja alles Medien, die hier in der Umfrage eher unter dem Begriff „Klassisch“ fallen würden. Insofern bin ich verunwdert, wenn Postings bei FB als „News“ tituliert werden und gleichzeitig das Engagement der Medien bei FB beobachte.

        Bei mir erweckt das den Eindruck, dass damit eine Kampagne für eine Zensurinfrastruktur gestartet wurde (die ja nun ganz sanft ausgerollt wurde) und evtl. noch eine Vergößerung der staatlich finanzierten Propaganda vorbereitet werden soll.

        Aber sicher geht es nicht um eine Verbesserung der Qualität von Nachrichten. Denn was Tendenz und Hysterische Berichterstattung angeht, sind die „klassischen“ und Öffentlich Rechtliche Medien führend. Ich kann momentan kein ZDF Frühstücksfernseh schauen ohne dass ich 50% der Zeit und mehr darüber „informiert“ werde wie blöd Trump ist. Das ist Propganda hat aber nichts mit einer Nachrichtenlage zu tun.
        Jeder neue Präsident hat Dekrete unterschrieben und Leute entlassen. Darüber wurde bisher (ich verfolge Nachrichten seit Mitte der 80, war lange Zeit auch Spiegelleser) nicht in Ansätzen so ausführlich berichtet.

        Das ist auch eine Art „Fake“ zu suggerieren etwas wäre enorm wichtig, was im Grund völlig belanglos ist. (Kein deutscher hat ein Interesse daran zu Wissen, wer ein Richter beim obersten Gericht der USA wird. Wir kennen ja kaum die unsrigen und die haben Einfluss auf unsere Leben)

        Insofern verstehe ich nicht wirklich, was mit solchen Umfragen unterstützt werden soll, wenn noch nicht mal klar ist, worüber eigentlich berichtet wird.

  4. Fake News zu finden, nichts leichter als das!
    1. Wahlversprechen
    2. Regierungserklärungen
    3. Ministerverlautbarungen, wenn sie sich aus der Verantwortung stehlen

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