Der digitale Branchenverband Bitkom hat eine repräsentative Umfrage zu Mediennutzung und zu Fake News gemacht. Die Umfrage wurde von Bitkom Research im Auftrag der Bitkom durchgeführt. Es wurden 1.009 Personen befragt. Dabei kam heraus, dass 68 Prozent der Befragten in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal eine Nachricht gesehen haben, die sich später als offensichtlich falsch herausgestellt hat. Je jünger die Befragten, desto mehr fielen ihnen Fake News auf.
Dabei gaben diejenigen an, denen Fake News aufgefallen waren, dass die Abstand meisten Fake News zum Thema Flüchtlinge und Zuwanderung sowie zum US-Präsidentschaftswahlkampf aufgetaucht seien. Ziel von Fake News sei, dass die öffentliche Meinung beeinflusst werden solle, so die Meinung von 87 Prozent. Knapp zwei Drittel gingen davon aus, dass die Urheber eine reißerische Story haben wollten. Nur acht Prozent gaben an, dass sie schon einmal eine Fake News selbst geteilt hatten. Möglicherweise gibt es aber eine größere Dunkelziffer an Befragten, die Falschmeldungen schon einmal geteilt haben, das aber nicht im Nachhinein mitbekommen haben. Gleichzeitig befürworten 88 Prozent die Option, dass Nutzer in sozialen Medien Fake News melden können. 71 Prozent wollen nicht, dass soziale Netzwerke alleine entscheiden, was gelöscht wird.
Die Bitkom kritisierte in einer Pressemitteilung, dass in der aktuellen Diskussion Themen wie Fake Follower, Fake News, Hatespeech oder Social Bots wild durcheinander geworfen würden. Der Verband, zu dessen Mitgliedern auch Betreiber von Sozialen Netzwerken wie Facebook und Google gehören, ruft zur Besonnenheit mit dem Thema auf, weil das hohe Gut der Meinungsfreiheit geschützt werden müsse. So könnten nach Ansicht des Verbandes die diskutierten Löschpflichten innerhalb von 24 Stunden unter Androhung hoher Bußgelder dazu führen, dass die Betreiber sozialer Netzwerke aus Sorge vor rechtlichen Konsequenzen und bei unklaren Fällen im Zweifel mehr Inhalte löschen als notwendig.
