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Telekom schießt mit Influencermarketing gegen Netzneutralität

Die Telekom setzt bei der Bewerbung ihrer neuen, die Netzneutralität verletzenden Tarife auf Influencermarketing. Unter dem Begriff versteht man persönliche Werbenachrichten von Promis und Netzpromis aller Bekanntheitsstufen, die mal mehr, mal weniger subtil auf Plattformen wie Instagram oder Youtube verbreitet werden. Für die neue Kampagne zu StreamOn hat die Telekom neben einigen Models auch die…

  • Markus Reuter
– Alle Rechte vorbehalten: instagram.com/lenas_view (Screenshot)

Die Telekom setzt bei der Bewerbung ihrer neuen, die Netzneutralität verletzenden Tarife auf Influencermarketing. Unter dem Begriff versteht man persönliche Werbenachrichten von Promis und Netzpromis aller Bekanntheitsstufen, die mal mehr, mal weniger subtil auf Plattformen wie Instagram oder Youtube verbreitet werden.

Für die neue Kampagne zu StreamOn hat die Telekom neben einigen Models auch die Sängerin Lena Meyer-Landrut gewonnen. Neben Likes hagelt es für die Song-Contest-Gewinnerin jetzt aber auch Kritik: Nutzerinnen und Nutzer werfen Meyer-Landrut in den Kommentaren vor, dass sie sich gegen das Prinzip der Netzneutralität stelle.

Zero Rating verletzt die Netzneutralität

Unter Netzneutralität versteht man die gleichberechtigte Behandlung aller Datenpakete im Internet. Tarife der Telekom und von Vodafone verletzen diese Gleichbehandlung und nehmen den Zugriff auf bestimmte Dienste vom Datenverbrauch aus. Das nennt sich Zero Rating. Sollte Zero Rating zur neuen Normalität werden, dann müssen sich Diensteanbieter daran gewöhnen, ihre Angebote an Vorgaben von Dutzenden, wenn nicht Hunderten Netzbetreibern anzupassen. Können oder wollen sie sich das nicht leisten, dann landen sie benachteiligt auf dem Abstellgleis. Im Sinne der Verbraucher wäre eigentlich eine echte Flatrate mit großen Datenvolumen oder bestenfalls gar keinen Begrenzungen.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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3 Kommentare zu „Telekom schießt mit Influencermarketing gegen Netzneutralität“


  1. Ich halte dem Werbepost selbst auch für recht plump. Lena aber so durchs Internet zu treiben – die Presse bauscht es ja erst zu einem „Shitstorm“ hoch – ist doch reines Name-Droping.
    Lena ist auch keine Internet Speziealistin. Sie streamt halt gern Musik auch übers Smartphone.
    Ansonsten muss man Netzneutralität und Zero Rating m.E. auseinanderhalten. Die Bundesnetzagentur hat sowohl Telekom, als auch Vodafone gemahnt nachzubessern. Das betrifft aber nicht das kostenlose Streaming an sich. Die Telekom läßt sich auch nicht dafür bezahlen.
    Gerade hier hätte ich doch mehr Hintergrundinfos erwartet.


    1. Ein Klick auf die Links führt auch für Fanboys von Lena zu mehr Hintergrundinfos.


    2. Tomas Rudl

      ,

      Ansonsten muss man Netzneutralität und Zero Rating m.E. auseinanderhalten.

      Zero Rating ist einer der Kernpunkte bei der Netzneutralität, das kann man nicht auseinanderhalten. Wie denn auch.

      Abgesehen davon wurde Vodafone (noch?) nicht ermahnt, da läuft die Untersuchung noch.

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