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Späte Einsicht: SPD-Mann Fechner will das NetzDG ergänzen

Johannes Fechner, der rechtspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, kritisiert indirekt das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Vier Tage, nachdem das Gesetz mit den Stimmen seiner Partei im Bundestag verabschiedet wurde. In einem Interview mit der taz fordert Fechner, dass betroffene Bürger einen Rechtsanspruch gegen soziale Netzwerke erhalten sollten. Sie könnten dann verlangen, dass ein zu Unrecht gelöschter Post wiederhergestellt…

  • Markus Reuter
Johannes Fechner auf einer Podiumsdiskussion. (Archivbild) CC-BY 2.0: Verbraucherzentrale Bundesverband

Johannes Fechner, der rechtspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, kritisiert indirekt das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Vier Tage, nachdem das Gesetz mit den Stimmen seiner Partei im Bundestag verabschiedet wurde. In einem Interview mit der taz fordert Fechner, dass betroffene Bürger einen Rechtsanspruch gegen soziale Netzwerke erhalten sollten. Sie könnten dann verlangen, dass ein zu Unrecht gelöschter Post wiederhergestellt werde.

Auf die Frage, warum dies denn nicht gleich im Gesetz verankert wurde, sagt er:

Das hätten wir gerne gemacht. Aber wenn wir in das Gesetz eine neue Pflicht für Unternehmen eingefügt hätten, dann hätten wir das Gesetz bei der EU neu notifizieren müssen. Wir hätten dann erneut drei Monate warten müssen, ob es Bedenken der EU-Kommission oder anderer EU-Staaten gibt. Das Gesetz hätte also nicht mehr in dieser Wahlperiode verabschiedet werden können.

Man darf gespannt sein, ob die Änderung kommt. Wenn denn die SPD in einer zukünftigen Bundesregierung vertreten ist.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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3 Kommentare zu „Späte Einsicht: SPD-Mann Fechner will das NetzDG ergänzen“


  1. Freeday

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    Hatten wir das nicht schon einmal von der SPD: „Hätte, hätte, Fahrradkette“? Sie hatten seit der letzten und vorletzten Wahl genug Zeit gehabt, in dieser Beziehung alles richtig anzugehen.


  2. Rüdiger Möller

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    Na toll. Was ist nur aus der ehemals fortschritts- und freiheitsaffinen SPD geworden. Sie machen ja grade weiter: In Ihrem Wahlkampfprogrammentwurf fordern sie die „bevorzugte Ausspielung“ von „Qualitätsjournalismus [aka Öffis]“ z.B. in Google/FB, Herr Steinmeyer hat öffentlich bekannt, daß er am liebsten die Anonymität im Netz abschaffen würde .. bitte nicht wählen.


  3. Hestens

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    Jetzt versprechen sie (SPD/Fechner), das sie nach der Wahl alles besser machen werden.
    Nach der Wahl fehlt dann ihnen (SPD) dann jegliche Erinnerung oder der 1% Koalitionspartner hat was dagegen oder sie (SPD) behaupten, das Fechner das hätte nicht äußern bzw. versprechen dürfen!

    Das Spiel kennen wir doch alle schon, doch gewählt werden sie (SPD/Union) immer wieder, ein Phänomen?
    Nein, man tanzt nur mit dem Teufel, den man kennt, mit einem Engel tanzt man nicht, weil man ihn nicht kennt!

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