Auf der vergangenen re:publica’17 hat Gerald Hensel über „Stop Hatevertising“ gesprochen. Hensel ist früherer Werber und hatte kurz nach der Wahl von Donald Trump die Aktion #KeinGeldFürRechts gestartet. Damit wollte er auf Probleme mit Programmatic Advertising aufmerksam machen, wenn Marken durch Auktionsplattformen auf einmal in Kontexten erscheinen, die möglicherweise für ihr Image unpassend sind. Mit anderen Worten: Werbebudgets sind politischer als viele denken.
Dafür stand Hensel massiv von rechter Seite unter Beschuss, die ihm eine Einschränkung von Meinungsfreiheit vorwarfen und die Aktion nutzten, um fleißig Spenden zu sammeln. Diesen Vorwurf wies Hensel von sich, er habe lediglich argumentiert, dass es eben kein Grundrecht auf Werbebanner gäbe.
In dem rund dreißig Minuten langen Talk auf der re:publica lässt Hensel die Ereignisse Revue passieren und erklärt nebenbei auch noch die Funktionsweise und Auswirkungen von Programmatic Advertising. Diese haben ihn dann auch motiviert haben, mit anderen Kommunikationsprofis den Verein FearlessDemocracy zu gründen, der auf der re:publica präsentiert wurde.
Fearless Democracy möchte vor allem drei Aufgaben verfolgen:
Offenlegen: Unsicherheit, Wut und Hass wird heute im Netz gezielt produziert. Wir helfen der Öffentlichkeit dabei, zu verstehen, wie das gemacht wird.
Helfen: Politische Hasskampagnen gegen Individuen sind im Netz mittlerweile ein Normalfall. Fearless Democracy hilft Menschen beim Stehenbleiben, weil wir es selbst schon erlebt haben.
Stärken: Fearless Democracy berät die Zivilgesellschaft, Wirtschaft und staatliche Institutionen, um sie widerstandsfähiger gegen politisches Kapern von Populisten und Extremisten im Netz zu machen.
