Bei der Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material im Unterricht bewegen sich Lehrende zu oft in juristischen Graubereichen oder der Illegalität. Beispielsweise können Filme nur nach finanziellem Ausgleich oder Genehmigung des Rechteinhabers gezeigt werden. Der Reformvorschlag von Ex-Digitalkommissar Günther Oettinger, der jetzt dem Europäischem Parlament vorliegt, versucht erst gar nicht, dieses Problem zu beheben.
Communia, ein internationales Netzwerk zur Förderung der Public Domain, startet deswegen die Kampagne „Right Copyright“ zusammen mit einer Petition, die nach Ablauf der Frist dem Parlament vorgelegt werden soll. Es sind noch 32 Tage Zeit, die Petition zu unterschreiben. Bis heute wurde ein Drittel der notwendigen Unterschriften eingeholt.
„Lassen Sie uns das Urheberrecht gerecht machen“
Communia stellt auf der Kampagnenseite fünf Forderungen bezüglich Bildung und Urheberrecht auf:
- Freiheit zu unterrichten, ohne Gesetz zu brechen: Beispielsweise beim Vorführen von Filmen,
- Freiheit im Umgang mit Geschichtsmaterialien: Historische Dokumente sollen frei zu zeigen sein, nicht nur die Abgedruckten in Büchern,
- Einheitliche Rechte für Lehrende europaweit,
- Moderner Umgang mit Kommunikation: Wie beim digitalen Austausch von zeitgeschichtlichen Dokumenten,
- Pädagogische Freiheiten (wie bei Schulen) auf Museen, Bibliotheken und Nichtregierungsorganisationen ausweiten.
Die Reform sieht bisher ein zwanzigjähriges Leistungsschutzrecht vor. Deswegen hagelte es massive Kritik von Wissenschaftlern sowie der Parlamentsberichterstatterinnen Catherine Stihler und Therese Comodini Cachia.
Die Mozilla Foundation startete im vergangenen August eine Initiative für eine Fair-Use-Klausel in der zukünftigen Reform. Bereits seit längerem fordert die „Recht auf Remix“-Kampagne mehr Nutzerfreiheiten im Urheberrecht. Communia setzt sich vor allem für Gemeinfreiheit („Public Domain“) von Werken ein.
