So manchesmal gleichen die Sitzungen des bald zu Ende gehenden NSA-Untersuchungsausschusses einem absurden Theaterstück. Da nicht jeder die Gelegenheit hat, eine der Sitzungen im Bundestag zu besuchen, haben Kai Biermann und ich charakteristische Szenen zu einer Inszenierung zusammengestellt. Sie vermitteln einen Eindruck von den Mühen, einen Geheimdienst als Zeugen zu vernehmen.
Auf dem 33. Chaos Communication Congress feierte das Stück mit dem Titel „Nicht öffentlich.“ Premiere. Wer nicht live dabei sein konnte, kann sich das Stück auf media.ccc.de ansehen und herunterladen.
Gut, dass der Moderator betonte, es sei nichts dazuerfunden worden – man hätte sonst nicht geglaubt, wie sich die Zeugen des Bundesnachrichtendienstes versucht haben, aus der Affäre zu winden. Ist diese Sitzung nun öffentlich, geheim oder streng geheim? Was darf man in welcher Situation aussagen und sagt es dann mit welcher Ausrede dennoch nicht? Die Dramatisierung von Untersuchungsausschüssen ist eine vermutlich schwer unterschätzte Kunstform, aus der man mehr über die Funktion von Demokratie und ihren Gremien lernen kann, als man je wissen wollte.
Falls es euch gefällt und ihr das Stück gerne selbst spielen wollt, veröffentlichen wir hier das gesamte Skript. Die im Vorfeld eingesprochenen Texte der Bundesregierung gibt es als .wav-Dateien dazu – alles unter CC-BY‑4.0‑Lizenz. Viel Spaß damit!
Ein besonderer Dank geht an Kai Biermann, Mit-Autor und Erzähler, Johannes Wolf als Herr BND, Ulf Buermeyer als schlecht gelaunter Anwalt, Felix Betzin als Vorsitzender, Elisabeth Pleß als Opposition und wetterfrosch als Bundesregierung aus dem Off.
