Überwachung

„Nicht öffentlich.“ – Skript zum Theater über den NSA-Untersuchungsausschuss veröffentlicht

Auf dem 33C3 wurde „Nicht öffentlich.“ uraufgeführt, eine Inszenierung von Originalszenen aus dem NSA-Untersuchungsausschuss. Damit auch andere das Material verwenden und das Stück auf eine Bühne bringen können, veröffentlichen wir das Skript.

Zeuge und Anwalt in der Inszenierung „Nicht öffentlich.“ – CC BY 4.0 via twitter/@tomww

So manchesmal gleichen die Sitzungen des bald zu Ende gehenden NSA-Untersuchungsausschusses einem absurden Theaterstück. Da nicht jeder die Gelegenheit hat, eine der Sitzungen im Bundestag zu besuchen, haben Kai Biermann und ich charakteristische Szenen zu einer Inszenierung zusammengestellt. Sie vermitteln einen Eindruck von den Mühen, einen Geheimdienst als Zeugen zu vernehmen.

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Auf dem 33. Chaos Communication Congress feierte das Stück mit dem Titel „Nicht öffentlich.“ Premiere. Wer nicht live dabei sein konnte, kann sich das Stück auf media.ccc.de ansehen und herunterladen.

Das Feuilleton der FAZ dazu:

Gut, dass der Moderator betonte, es sei nichts dazuerfunden worden – man hätte sonst nicht geglaubt, wie sich die Zeugen des Bundesnachrichtendienstes versucht haben, aus der Affäre zu winden. Ist diese Sitzung nun öffentlich, geheim oder streng geheim? Was darf man in welcher Situation aussagen und sagt es dann mit welcher Ausrede dennoch nicht? Die Dramatisierung von Untersuchungsausschüssen ist eine vermutlich schwer unterschätzte Kunstform, aus der man mehr über die Funktion von Demokratie und ihren Gremien lernen kann, als man je wissen wollte.

Falls es euch gefällt und ihr das Stück gerne selbst spielen wollt, veröffentlichen wir hier das gesamte Skript. Die im Vorfeld eingesprochenen Texte der Bundesregierung gibt es als .wav-Dateien dazu – alles unter CC-BY-4.0-Lizenz. Viel Spaß damit!

Ein besonderer Dank geht an Kai Biermann, Mit-Autor und Erzähler, Johannes Wolf als Herr BND, Ulf Buermeyer als schlecht gelaunter Anwalt, Felix Betzin als Vorsitzender, Elisabeth Pleß als Opposition und wetterfrosch als Bundesregierung aus dem Off.

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18 Kommentare
      1. Dann find ich es aber sehr problematisch zu behaupten, dass die Leute das wortwörtlich so gesagt haben. Ich möchte nicht die Arbeit des Live Protokolls schmählern, aber aus eigener Anschauung weiß ich, dass sie eben nicht wortwörtlich wiedergeben können was die Leute sagen. Schliesslich seid ihr keine professionellen StenografistInnen und selbst die haben ja Tonbandaufnahmen mit denen sie arbeiten

  1. Lizenz?

    Stehen die .wav und wenn unter welcher CC-Lizenz? Könnte man ausdrücklich dazu schreiben, dann könnte man die z.B. für remixe, ein Lied/… verwenden.

    Bei dem Video auf media.ccc.de steht keine Lizenzinfo dabei. Kann man das nachholen? Zu den Lizenzen findet man unter https://media.ccc.de/about.html folgendes: „The license displayed in the actual video file applies. If there is no license encoded in the video file we suggest you ask the organizers of the recordings event. „

  2. Herr BND war wirklich klasse (und alle anderen auch). Ich hätte wirklich schallend gelacht, wenn das alles denn wirklich ein Spaß gewesen wäre.

  3. Die nächste öffentliche Sitzung des NSAUA wird am Do. den 19. Januar 2017 sein. Es muss sich vorher via email angemeldet werden. Nutzt die noch verbleibenden Chancen, sich die Arbeit des Ausschusses anzusehen und ein eigenes Urteil zu bilden!

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