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Metropolitan Museum of Art stellt hundertausende Werke unter freier Lizenz zur Verfügung

Blau-Vogel-Kürbis. Bild: CC0 1.0 Paul Klee

Das Metropolitan Museum of Art in New York stellt alle Bilder gemeinfreier Werke aus seiner Sammlung unter der Creative Commons Zero Lizenz (CC0) zur Verfügung. Damit werden auf einen Schlag 375.000 Werke für Nutzung, Veröffentlichung und Remix ohne Einschränkungen nutzbar. Das Museum bezeichnet den Schritt in der Pressemitteilung „als einen aufregenden Meilenstein in der digitalen Evolution des Museums und ein starkes Statement in der Erweiterung des Zugangs zur Sammlung“. Die Werke sind unter metmuseum.org/art/collection zu finden.


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In Deutschland hingegen tun sich Museen weiterhin schwer mit der Digitalisierung, sie reagieren auf die Frage nach Bildrechten oft mit Fotoverboten in ihren Ausstellungen. Zu diesem Themenbereich ist gerade ein spannendes Interview mit Roland Nachtigäller vom Museum Marta Herford erschienen.

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12 Kommentare
  1. Die deutschen Museen werden vom deutschen Steuerzahler bezahlt, damit Kunstwerke moeglichst breiten Teilen der Bevoelkerung zugaenglich sind. Die Wertschoepfung ist der Zugang, und im 21sten Jahrhundert ist der Zugang via Internet nunmal der einfachste und am weitesten verfuegbare, gerade auch fuer Gruppen der Gesellschaft, denen ein Musemsbesuch eher fern liegt oder die die Mittel und Zeit dafuer nicht haben. Ganz davon abgesehen, dass ich das Ergebnis meiner Steuerzahlungen auch gerne geniessen wuerde.

    Ich sehe nicht, was das mit „kalifornischen Digital Oligarchen“ zu tun hat.

    1. Das hat insofern mit „kalifornischen Digital Oligarchen“ zu tun, weil
      „viele Museen und andere Kulturstätten das vermeintliche Gratisangebot des Internetkonzerns dankend annehmen, da sie sparen müssten.
      Google kann sich mit dem Projekt, mit dem schon voriges Jahr sechs Millionen Kunstwerke aus über 1000 Galerien und Museen in 70 Ländern digitalisiert worden sein sollen, laut der Mexikanerin zum „Gatekeeper von Gatekeepern“ aufschwingen. So gebe es in der Zentrale der Unternehmenseinrichtung in Paris mittlerweile einen eigenen Kurator der einschlägigen Datenbank. Dieser bestimme, was in welcher Qualität eingescannt werde. Beliebte Werke wie von Van Gogh kämen in Gigapixel-Auflösung in den Fundus, Zugang zu dieser Ebene erhielten oft aber nicht einmal die Aufbewahrungsstätten der Originale. “

      „Die Kultur werde ihrem materialen Kontext entfremdet, in ein metrisches Messsystem eingefügt und der „Logik von Suchfunktionen“ unterworfen. Der Ansatz des „Kulturinstituts“ der Kalifornier erinnere dabei an Pokémon Go und das Motto: „Alles ergreifen.“ Erzeugt werden sollten so zumindest mittelfristig „Erlebnisse, die monetarisiert werden können“.

      https://www.heise.de/newsticker/meldung/Transmediale-Googles-Kulturinstitut-als-Techno-Kolonialismus-kritisiert-3617995.html

      Van Gogh online ansehen… mit passend eingeblendeter Absinth-Werbung. Ich schneide mir vor Freude ein Ohr ab.

      1. Google etabliert damit mW keinerlei exklusiven Rechte. Niemand muss sich das bei Google angucken, jeder kann das ebenfalls machen. Wer Alternativen haben will, der soll Alternativen fordern und nicht Google bekaempfen.

        Der Artikel stellt aber sehr schoen die Haltung vieler etablierter Kulturleute und Kunstromantiker dar: die Angst vor dem Bedeutungsverlust durch die allgemeine Zugriffsmoeglichkeit auf das vermeintlich Einzigartige.

      2. Ergaenzend: weder in dem Artikel hier, noch in der PM der Met noch in der ganzen Aktion der Met spielt Google eine Rolle.

        Das Met stellt hochwertige Digitalisierungen des freien Teils ihrer Kunstwerke jedem frei zur Verfuegung.

        Deutsche Museen betreiben mit Fotoverboten und Gerichtsverfahren genau das Gegenteil.

      3. Mir hat mal ein Archivar auf die Frage, ob er denn nicht sein Archiv digitalisieren und online zur Verfügung stellen möchte, hin gesagt, dass ja dann keine Menschen mehr in sein Archiv kämen. Das ist so eine Denke, die gerade noch vieles blockiert.

  2. Nur noch als Ergänzung: Das MET stellt nicht nur die Bilder zur Verfügung, sondern stellt auch noch einen Wikipedian in Residence ein, der bei der Verbereitung und dem Hochladen der Bilder auf Wikimedia Commons hilft.

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