Der Tagesspiegel fragt sich in seiner heutigen Ausgabe, warum der BND-Chef Schindler gerade gehen musste und durch Bruno Kahl ersetzt wird. Dabei wird eine These vertreten, die in der Redaktion heute Nachmittag die Stimmung gut angehoben hat: Von Seiten der Union habe es Befürchtungen gegeben, dass die Grünen in der nächsten Regierung sein könnten, und weil Schindler kurz vor der Pensionsgrenze stehe, sei er lieber vor möglichen Koalitionsverhandlungen ausgetauscht worden. Damit Claudia Roth nicht BND-Präsidentin wird.
Klingt etwas absurd, wurde aber so gedruckt:
Jedenfalls wurde für den BND das Schlimmste befürchtet, was sich zumindest die Union vorstellen kann: dass die Grünen bei Koalitionsverhandlungen den nächsten Chef des Auslandsnachrichtendienstes stellen wollen. „Zum Beispiel Konstantin von Notz“, sagt ein hochrangiger Insider. Notz ist Obmann der Grünen im NSA-Untersuchungsausschuss, in dem der BND wegen seiner Kooperation mit dem amerikanischen Nachrichtendienst NSA am Pranger steht. Der Insider holt Luft und nennt dann noch einen Namen. „Den Grünen wäre auch zuzutrauen, dass sie Claudia Roth an die Spitze des BND setzen wollen.“ Claudia Roth? Ist das nicht eine Schnapsidee? In Sicherheitskreisen lacht da niemand.
Wir könnten uns Claudia Roth auch besser als Chefin des Bundesamtes für Verfassungsschutz vorstellen.
