Überwachungsfirma nutzte Daten von sozialen Medien, um Proteste zu dokumentieren

Eine US-Überwachungsfirma hatte privilegierten Zugang zu Facebook, Instagram und Twitter. Und der wurde genutzt, um Dienstleistungen für Ermittlungsbehörden anzubieten, die über soziale Medien und in Echtzeit lokale Proteste überwacht haben.

Die #blacklivesmatter - Bewegung steht in den USA unter besonderer Beobachtung. CC BY-NC-ND 2.0, via flickr/Chris Wieland

Die #blacklivesmatter – Bewegung steht in den USA unter besonderer Beobachtung.
CC BY-NC-ND 2.0, via flickr/Chris Wieland

Die kalifornische Sektion der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU hat Dokumente befreit, die dokumentieren, dass die Firma Geofeedia privilegierten Zugang zu den Echtzeit-Datenbanken von Instagram, Facebook und Twitter hatte. Damit konnte das Unternehmen Überwachungsdienstleistungen bauen und verkaufen: Facebook, Instagram, and Twitter Provided Data Access for a Surveillance Product Marketed to Target Activists of Color.

Geofeedia hatte sich privilegierte Entwickler-Zugänge für die APIs gekauft und baute aus den Informationen Produkte, die auch dazu genutzt wurden, damit Ermittlungsbehörden in Echtzeit (lokale) Proteste im Blick haben konnten. 500 Ermittlungsbehörden gehören laut dem Unternehmen zum Kundenstamm.

Bei Instagram hatte Geofeedia über die API Zugriff auf den Stream öffentlicher Postings inklusive Standortdaten. Instagram hat dem Unternehmen den Zugang im September gesperrt. Ebenfalls bis September hatte Geofeedia Zugang zur Facebook Topic Feed API, einem Werkzeug für Medien- und Werbeunternehmen. Damit kann man Feeds von öffentlichen Postings inklusive Hashtags, Events oder spezifischen Orten erstellen. Bei Twitter soll Geofeedia über einen Dienstleister Zugriff auf die Datenbank eines öffentlichen Dienstes gehabt haben, den Twitter gesperrt haben will.

Interessant sind die Vorschläge der ACLU, was die Unternehmen jetzt tun können, um zukünftig eine Nutzung der Daten für Überwachungstechnologien zu behindern:

  • No Data Access for Developers of Surveillance Tools: Social media companies should not provide data access to developers who have law enforcement clients and allow their product to be used for surveillance, including the monitoring of information about the political, religious, social views, racial background, locations, associations or activities of any individual or group of individuals.
  • Clear, Public & Transparent Policies: Social media companies should adopt clear, public, and transparent policies to prohibit developers from exploiting user data for surveillance purposes. The companies should publicly explain these policies, how they will be enforced, and the consequences of such violations. These policies should also appear prominently in specific materials and agreements with developers.
  • Oversight of Developers: Social media companies should institute both human and technical auditing mechanisms designed to effectively identify potential violations of this policy, both by the developers and end users, and take swift action for violations.
6 Kommentare
  1. Frl. Unverständnis 12. Okt 2016 @ 18:49
  2. dervonnebenaan 12. Okt 2016 @ 18:53

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