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Protest gegen Ablehnung einer IFG-Anfrage: Das Jobcenter Nürnberg-Stadt hat jetzt eine Verlagsseite

Fragdenstaat.de hat dem Jobcenter Nürnberg-Stadt unverhofft eine eigene Verlagsseite geschenkt, auf der die neuesten Publikationen der Behörde angepriesen werden. Sogar der Bundesinnenminister ist als Rezensent mit an Bord. Hintergrund der Aktion ist eine abgelehnte Informationsfreiheitsanfrage: Das Jobcenter Nürnberg-Stadt will seine internen Weisungen und Arbeitshilfen nicht auf Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz herausgeben, weil das Urheberrecht dem…

  • Markus Reuter

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Fragdenstaat.de hat dem Jobcenter Nürnberg-Stadt unverhofft eine eigene Verlagsseite geschenkt, auf der die neuesten Publikationen der Behörde angepriesen werden. Sogar der Bundesinnenminister ist als Rezensent mit an Bord. Hintergrund der Aktion ist eine abgelehnte Informationsfreiheitsanfrage:

Das Jobcenter Nürnberg-Stadt will seine internen Weisungen und Arbeitshilfen nicht auf Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz herausgeben, weil das Urheberrecht dem entgegenstünde.

Genauer: Die Weisungen seien „durch Lernen, Forschen, Nachdenken, Lesen oder auch Diskutieren erstellt“ und somit ein urheberrechtlich geschütztes wissenschaftliches Werk, das man nicht herausgeben könne.

Ob das Jobcenter ihre „Internen Weisungen und Arbeitshilfen“ doch noch per Informationsfreiheitsanfrage rausgeben muss, wird sich spätestens vor Gericht klären. Die Chancen dafür stehen gut.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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6 Kommentare zu „Protest gegen Ablehnung einer IFG-Anfrage: Das Jobcenter Nürnberg-Stadt hat jetzt eine Verlagsseite“


  1. Lebkuchenmann

    ,

    Und wieder kostet mich die Bockigkeit einer Behörde unser aller Steuergeld. Naja, was will man auch aus Nürnberg mit seiner Vergangenheit auch anderes erwarten. Die reagieren erst bei Fackelmärschen.


    1. …genau deswegen nennst Du Dich auch Lebkuchenmann, Vollidiot!


  2. Michael Hellwig

    ,

    Beim Sozialamt der Stadt Heidelberg hat man mir das mal erklaert, wie sowas aussieht:
    Wenn der Antragsteller kommt: Ablehnung.
    Wenn er Widerspruch einlegt: Ablehnung mit ausfuerlicher Begruendung, vorzugsweise aus kaum zugaenglichen Quellen.
    Wenn der Kerl klagt: Klageabweisung beantragen, kurz vor der muendlichen Verhandlung aufgeben. Praezedenzfall vermeiden.


    1. Rumpelstilz

      ,

      Genau das ist die Taktik


    2. sehr aufschlußreich. Wir müssen also bloß hart bleiben? Müssen uns ein Vergnügen daraus machen, die Ämter zu nerven? Mach ich.


  3. opinion

    ,

    Soviel zum Rechtsverständnis der Bundesregierung oder zur Frage, ob man klaren Verstandes
    CDUCSU, SPD oder Grüne wählen kann.

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