Wie geplant beschafft die Bundeswehr die mobile Abhörplattform „MoGeFa“ („Mobiles Geschütztes Fernmeldeaufklärungssystem“) jetzt in Serie. Das teilte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) gestern auf seiner Webseite mit. Demnach soll das System die Fähigkeiten des Militärs zur signalerfassenden Aufklärung „signifikant verbessern“. Zunächst wurden drei Systeme zu Testzwecken geordert. Jetzt sollen zwölf Fahrzeuge des Typs YAK entsprechend ausgerüstet werden. Den Auftrag erhält die auf Abhörsysteme spezialisierte Firma Plath GmbH aus Hamburg.
Die „MoGeFa“ dienen dem Erfassen jeder funkgebundenen Kommunikation. Die abgehörten Funksignale erhalten einen Ortsstempel und können laut dem BAAINBw „ihren jeweiligen Führungsebenen“ zugeordnet werden. Als wesentliche Merkmale der Peilsensorik nennt das Hamburger Unternehmen „die herausragende Empfindlichkeit verbunden mit bemerkenswerter Dynamik, großer Bandbreite und hoher Scan-Geschwindigkeit“.
Das „MoGeFa“ ähnelt von der Funktion dem Spionagesystem ISIS, das von EADS (jetzt Airbus Space & Defence) gebaut wurde und in die Riesendrohne „Euro Hawk“ montiert werden sollte. Datenschutzbeauftragte hatten bemängelt, dass für die Tests des „MoGeFa“ und des „Euro Hawk“ kein bundeswehreigenes Datenschutzkonzept existiert. Das Verteidigungsministerium beschwichtigte, dass jeder bei der Erprobung erfasste „zivile Funkverkehr“ umgehend gelöscht würde.
Die „MoGeFa“ wurden damals in Daun in der Eifel getestet. Zum Ort der Stationierung der fest beschafften Fahrzeuge ist bislang nichts bekannt.
