Neuer Job, neue Meinung: Piraten MdA Christopher Lauer ist jetzt für Leistungsschutzrecht

Christopher Lauer, Abgeordneter der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, arbeitet jetzt hauptberuflich für den Axel-Springer-Verlag. In dieser Funktion hat er dem Spiegel ein Interview zu Google und dem Leistungsschutzrecht gegeben, was uns nicht weiter interessieren würde, wenn Lauer nicht in Sachen LSR eine 180° Kehrtwende gemacht hätte.


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SPIEGEL: Sie waren als Pirat kein Fan des Leistungsschutzrechts, das Google verpflichtet, für Verlagsinhalte in den Suchtreffern zu zahlen. Müssen Sie es jetzt verteidigen, weil Springer zu den treibenden Kräften für das Gesetz gehört?

Lauer: Die Fakten sind doch da: Google beherrscht den Suchmarkt und steht gleichzeitig in direkter Konkurrenz zu jedem Verlagsangebot. Es nimmt den Verlagen Werbegeld weg und gefährdet damit unabhängigen Journalismus. Der Gesetzgeber hat mit dem Leistungsschutzrecht eine Lösung gefunden, und Google weigert sich einfach, sie zu akzeptieren.

Schön blöd, dass die Fakten die sind, dass das Leistungsschutzrecht Google nicht wirklich betrifft, dafür zahlreiche kleine und unabhängige Projekte wie Rivva.de von der Rechtsunsicherheit betroffen sind und ihre Dienste einschränken oder einstellen müssen.

Lauer scheint übrigens alte Tweets zu löschen, wo er noch gegen das Leistungsschutzrecht war. Aber der Google-Cache hilft z.B. hier:

Christopher Lauer on Twitter: "Leute, ernsthaft, zeichnet jetzt mal bitte diese Petition gegen das Leistungsschutzrecht mit! https:::t.co:F1Ne2q3z" 2015-05-02 09-28-13

Update: Die Reaktion von Christopher Lauer ist übrigens diese hier. Als ob die öffentlichen politischen Aussagen eines Profi-Politikers, der in einem Parlament sitzt, mit der Vorratsdatenspeicherung vergleichbar seien…

118 Kommentare
  1. Tja, die ‚tolle‘ Unabhängigkeit der Piraten.
    Wenn Ihr Piraten Euer Spitzenpersonal nicht bezahlt, läuft es weg oder muss sich einen ‚Nebenjob‘ suchen, der wenig Zeit kostet, aber genug Geld bringt.
    Dass dann Lobby Arbeit dabei rauskommt, darf nicht verwundern.

      1. Geht. Ja. Mal. Gar. Nicht. Was der da macht. Parteiausschluss! Oh wait…

        Die Piraten haben Ihn doch ins Abgeordnetenhaus gewählt. Oh wait…eher seine Wähler.

        Aber eine Chance auf den Job verschafft haben sie ihm! Also Amtsenthebung! Oh wait… jetzt ist er ja der Partei zu nichts, sondern nur seinem Gewissen verpflichtet.

        Man müsste solche Typen mit Mandat irgendwie an die Kandarre nehmen können. So eine Art Fraktionszwang. So lange es ein ‚guter‘ Zwang ist? Oh wait…

        Wie wäre es mit einer weiter verwendung von Alt-Piraten in einer Parteinahen Stiftung? Damit könnten sie unabhängiger bleiben und man hätte keine Drehtür in die Wirtschaft.
        Oh wait…

      2. @ joseph garcin

        Lauer kann ja machen was er will. Es geht ja nicht darum ihn institutionell zu zügeln, sondern nur um die Feststellung dass er ein Wendehals und Charakterschwein ist.

    1. Er ist kein Mitglied mehr und noch länger kein „Spitzenpersonal“ mehr! Auf Bundesebene hatte er eh nichts mehr zu sagen. Und Geld hat er ja durch seine Abgeordnetentätigkeit vom Land Berlin bekommen, da er aber wusste, dass er von den Piraten nicht mehr aufgestellt wird in Berlin ist er schnell mal zu Springer in Bett gehüpft.

      1. Mit der Argumentation wäre Julia Reda Grünen-MdEP. Immerhin hätte das Zukunft, während die Berliner Piraten-Fraktion vermutlich nicht mehr so viel davon hat.

        Was Lauer angeht, der hatte meiner Meinung nach immer nur eines wirklich im Sinn, und das war er selber. Insofern ist es fies ihm vorzuhalten, dass er sein Fähnchen in den Wind hängt. ;)

        1. Die Greens/EFA-Fraktion ist etwas bunter gemischt als die Berliner Piratenfraktion mit einigen Ex-Piratenmitgliedern. Aber was wäre denn eine korrekte Bezeichnung, die man auch in eine Überschrift packen kann?

      2. Ich würde sagen „Ex-Pirat im Abgeordnetenhaus“ träfe es ganz gut. Damit wäre immer noch die Verbindung zu den Piraten da, woher die Meisten Ihn ja kennen, aber es wäre auch klar, dass er und die Partei getrennte Wege gegangen sind.

        1. Ex-Pirat im Abgeordnetenhaus würde ich schreiben, wenn er nicht mehr Mitglied der Piratenfraktion wäre. Die Formulierung macht nur aus Sicht von Piraten Sinn, die sich von Lauer distanzieren wollen, nicht aus einer objektiven Perspektive.

      3. Kann man, es ist trotzdem sachlich falsch. Welche Relevanz hat denn der Fakt, dass er Mitglied der Piratenfraktion ist, des Abgeordnetenhauses und ehemaliger Pirat, für seinen Meinungsumschwung? Eigentlich ist nur interessant, dass er als Pirat a gesagt hat und nun als Springer-Mann b. Und da kann man ihn als Ex-Pirat bezeichnen.

      4. klar „kann man das sagen“, so als Typ auf der Straße.

        Etwas journalistischer könnte man diesen nicht unwesentlichen Fakt mal kurz erwähnen, so etwa: „Christopher Lauer ist im September 2014 aus der Piratenpartei ausgetreten. Sein Mandat behielt er allerdings.“

        Etwas hintergründigeres wie „Lauer trat umgehend aus, nachdem der Piraten-Bundesvorstand ihn im Rahmen einer Ordnungsmaßnahme zu einer Stellungnahme aufforderte“ wäre icing on the cake.

      5. An sich ist Lauer doch soweit ich das sehe momentan parteiloses MdA und und dort wiederum Mitglied der Piratenfraktion. Und das kann man auch sauber so darstellen. Natürlich muss man auch erwähnen das er ehemaliges Mitglied der Piratenpartei ist und durch sein jetziges Vorgehen genau das Gegenteil von dem vertritt wofür er als Pirat auf diesem Themengebiet gekämpft hat und somit natürlich auch alle verrät die ihm bei diesem Kampf damals unterstützt haben. Sowohl Mitglieder der Piratenpartei, als auch Wähler…

        Wenn wir ehrlich sind, dann war die Piratenpartei für Lauer letztendlich nur ein Vehikel um bei seinen eigenen Plänen und Zielen voran zu kommen. Und nichts anderes!

      6. Leider kann ich auf den eigentlich Kommentar nicht antworten, darum Oldschool. :o)

        > Die Greens/EFA-Fraktion ist etwas bunter gemischt als die Berliner
        > Piratenfraktion mit einigen Ex-Piratenmitgliedern.

        Jo.

        > Aber was wäre denn eine korrekte Bezeichnung, die man auch in eine
        > Überschrift packen kann?

        Ich denke es hätte gereicht, das „Piraten“ durch „Berliner“ zu ersetzen und dann im Text zusätzlich zu erwähnen, dass er aus der Piratenpartei ausgetreten ist. Wobei das vermutlich 99% der Leser hier eh (zu schätzen ;) wissen.

      7. Markus Beckedahl legt den Finger in die Wunde, indem er sagt, dass Christopher Lauer Mitglied der Berliner Piratenfraktion ist. Das kann man doof, fies oder gemein finden, ist aber Fakt und eine Aussage über die Piratenfraktion.

  2. Wirklich enttäuschend. Ich hab Lauer immer für jemanden mit Integrität gehalten, aber sich so billig zu verkaufen ist unsagbar bitter.

  3. So lange die Abgeordnetengesetze so sind, wie sie sind, wird sich daran auch nicht viel ändern.

    Erforderlich ist aus meiner Sicht eine massive Erhöhung der Diäten, längere „Ruhezeiten“ nach Beendigung der Abgeordnetenzeit, vollständige Verrechnung aller Nebenverdienste für Vorträge, Aufsichtsräte etc sowie Arbeitszeitkonten für Parteitätigkeiten. Mir kann niemand plausibel machen, dass ein Abgeordneter, der seine Aufgabe ernst nimmt, auch nur eine Minute Zeit hat für Nebentätigkeiten, erst recht nicht für gleich mehrere Aufsichtsratsposten.

    1. Das Berliner Abgeordnetenhaus ist kein Vollzeitparlament wie z.B. der Bundestag, sondern ein sogenanntes „Feierabendparlament“, das heisst es ist ausdrücklich so gedacht dass die Abgeordneten genau wie Stadträte in einem kleinen Kaff ihre Tätigkeit parallel zu einem Beruf sozusagen in ihrer Freizeit ausüben; entsprechend gibt es auch nur wenige Plenartage (im Schnitt zwei pro Monat).

      (De facto sind Arbeitsbelastung und Aufwandsentschädigung allerdings durchaus hoch genug, um das AGH-Mandat als Vollzeittätigkeit anzusehen.)

      1. Das Berliner Abgeordnetenhaus ist kein sogenanntes “Feierabendparlament”wie z.B. die Bremer Bürgerschaft, sondern ein Teilzeitparlament. Es ist also zulässig, ebenfalls in Teilzeit, einer ergänzenden Berufstätigkeit nachzugehen.
        Wer Plenum und 2-3 Ausschüsse hat (üblich) der benötigt pro Woche rund 20 Stunden in den Sitzungswochen, wenn er sonst nichts tut als Abgeordneter.
        Wer das Mandat einigermaßen ernst nimmt, also neben den Sitzungen parlamentarische Initiativen ergreift, Anfragen stellt, regelmäßig im Wahlkreis und bei Bürgerveranstaltungen präsent ist, kommt auf deutlich mehr als 20 Stunden, 40-50 Stunden sind dann nicht untypisch.

  4. Opportunismus in seiner feinsten Form. Aber das gibts ja öfter. In unserer politischen Landschaft scheint ja geradezu ein Wettbewerb zu bestehen wer als erster einen lukrativen Posten an Land zieht….Bob Dylan hat sich wenigstens mehr Zeit gelassen zwischen „The Times they are changin“ und seinem Auftritt beim Superbowl für einen Automobilkonzern

  5. Ensetzlich: Google steht im Wettbewerb zu den Papiertraditionalisten. Nein, Wettbewerb darf natürlich nicht sein. Da holt sich Springer den Lauer um den Sozialismus zu predigen. Geschäft wird nicht mehr auf dem Markt gemacht, sondern man schickt die Lobbyisten auf Kosten des Steuerzahler ins Kanzleramt, um Wettbewerb zu vernichten. Wie Hugenberg. Wie im Sozialismus. Na dann wissen wir ja, wofür unsere korrupten Landesverräter in Bundeskanzleramt steht, die Tradionalisten der Papierpresse, die den Fortschritt und den Wettbewerb hassen und der Lauer. Diese Woche.
    Lauer war ein U-Boot in den Piraten. Jetzt sieht man es :-)
    Geschmacklos und verbrannt.

    1. Lauer war ein U-Boot in den Piraten

      U-Boot trifft es nicht ganz, aber typischer Trittbrettfahrer (wie auch viele andere wie z.B. Wolfgang Dudda), zudem größenwahnsinnig mit antisozialen Persönlichkeitsanteilen.

      Es zeigt, wie naiv und unerfahren die Basis-Piraten sind, die solche Leute in Spitzenpositionen wählen.

      1. Es zeigt aber auch, dass es sehr schwer ist, stabile neue Parteien zu gründen und wachsen zu lassen. Die Schill-Partei ist (Gott-sei-Dank) wieder weg. Die Piraten sind im Melt-Down. Die AfD zerbröselt. Die einzigen, die stabil sind, sind die Nennchristen von der CDU/CSU. Die aber stinken von innen: sie wollen in den Krieg ziehen, als hätte es die Nazis nie gegeben; sie sind so korrupt, dass 2000 die halbe Führungsmannschaft in die Wüste schicken mussten, als die Schmiergelder aufflogen; sie wollen die Gestapo und Stasi wieder aufleben lassen und träumen von einem starken Staat; viele von ihnen machen mit Halluzinationen große Politik (Merkel mit Massenvernichtungswaffen im Irak, Pofalla mit dem Ende der NSA-Affäre, von der Leyen mit Netztotalüberwachung und Kindersitzen im Leopard, damit Mama die Kids mit ins Feld nehmen kann zum Abschlachten von Moslems und Russen, gegendert und familienfreundlich).
        Mit dem Zugangserschwerungsgesetz ist es uns außerhalb von Parteien gelungen, Erfolg zu haben. Aber mittlerweile haben die klassischen Parteien wieder Fuss gefasst und spucken auf und verhöhnen Netzpolitik: 250 Mio € für den BND, um Bevölkerung auszuspionieren, Landesverrat von Steinmeier, Pofalla, de Mesiere, Altmaier am DE_CIX, Vorratsdatenspeicherung im deutschnationalen Alleingang und Durchmarsch gegen Vernunft, Bevölkerung, EUGH und BVerfG, Blockwartspionage am WLAN mit der SPD statt Freifunk, Öffentliche Verwaltung eingemauert in der digitalen Trutzburg mit QualSig, eID, De-Mail usw. Hauptsache es macht deutschnational bloss keiner E-Governement. Leistungsschutzrecht mit Hannelore Kraft und leeren Versprechung von Steinbrück. (Im Gestern verharren wie in der Kohlepolitik, um die Erderwärmung anzuheizen)
        Das wird kein Zuckerlecken die nächsten Jahre. Die Schauspieler aus der Enquete und dem federführungslosen Bundestagsausschuss sind alle in der Versenkung verschwunden. Stillstand.

  6. Tja, er konnte laut und populistisch brüllen – aber meistens sind das genau die, die sich am wenigsten Gedanken über eine Position gemacht haben. Weder der Job bei Springer, noch ein Kurswechel in jedem beliebigen Thema ist folglich eine Überraschung.

    Es wundert mich trotzdem, dass er keine Freunde zu haben scheint, die ihn daran erinnern, warum er mal gegen das Leistungsschutzrecht war. Es ist ja nicht nur so, dass Google das Gesetz weit weniger kratzt als die Verlage – sondern vor allem, dass ein Bedrohung für kleine Inhaltsanbieter darstellt – und somit auch für die Meinungsvielfalt und -freiheit. Hier haben bei ihm wohl leider kurzfristige ökonomische Argumentationen gewonnen. :/

  7. Lauer ist nicht doof und hat rechtzeitig verstanden, dass das mit den Piraten nicht mehr läuft. Daher biedert sich schon seit einiger Zeit bei den Konservativen an. Die „Google will uns alle unterjochen“ Nummer fährt er schon länger (zum Beispiel im letzten „Lauers Büro“ Podcast bei Holger Klein).

    Generell finde ich es allerdings überhaupt nicht schlimm, wenn jemand seine Meinung ändert – immerhin zeugt es davon, dass man offen über ein Thema nachdenkt. Schade nur, dass er nicht mehr zu seiner alten Meinung steht (Tweets löschen ist wirklich kindisch), und schade, dass die neue Meinung so dermaßen dämlich ist, dass man sich das halbe Gesicht wegpalmen will.

    1. Lauer ist nicht doof

      Lauer ist vollkommen inkompetent, aber er scheint auf viele Leute eine charismatische Wirkung zu haben.

      1. Zwischen „nicht doof“ und „kompetent“ ist sehr, sehr viel Platz. Ich würde ihn auch nicht wählen, und verstehe auch nicht, wieso Springer ihn eingestellt hat, aber er ist zumindest clever genug, um das Ende der Piratenpartei zu erkennen. Allerdings überschätzt er sich auch so dermaßen selber, dass er glaubt, die Konservativen würden ihm einen roten Teppich ausrollen, nur weil er Kai Dieckmann retweetet und mal in der FAZ schreiben durfte…

      2. verstehe auch nicht, wieso Springer ihn eingestellt hat

        Springer macht damit die Piratenpartei noch unglaubwürdiger als sie ohne hin schon ist. Nach der ganzen Misere ist das ein weiterer Rückschlag mit ordentlich Kawumm. Lauer ist ja eine der bekanntesten Figuren.

      3. Wenn Springer Geld investiert, um die Piratenpartei zu zerstören, ist der Verlag doch weit weniger gefährlich, als ich dachte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in irgendeinem seriösen Verlag noch Leute auch nur ansatzweise Angst vor der Piratenpartei haben…

      4. Zahlen die doch aus der Portokasse. Es geht auch nicht darum, ob der Springer-Verlag Angst vor den Piraten hat. Mit der Blamage des Gegners können sie ihre Position stärken.

      5. Leutz, die Piratenpartei ist am Ende und es gibt da nichts zu holen. Das ist kein Gegner fuer den irgendjemand Kraft aufwenden wuerde. Sie haben es hinbekommen sich in kurzer Zeit selbst zu zerlegen und ihre Glaubwuerdigkeit verspielt. Nein, das ist nicht die Motivation von Springer.
        Die Person Lauer ist bekannt und sie wirkt auf mich kompetenter als das meiste was da sonst blieb. Ich wuerde empfehlen mal die rosa Google/Facebook/Twitter/etc-Brille abzulegen und sich ernsthaft die Frage zu stellen was das groessere Uebel ist; CDU oder SPD, Springer oder Google.

    2. @Tobi: Die Kritik entzündet sich doch nicht an der „Doofheit“ Lauers, sondern dessen Unaufrichtigkeit.

      Die monokausale Schlussfolgerung, „eine geänderte Meinung würde davon zeugen, dass man offen über ein Thema nachdenkt“, ist himmelschreiend simpel, verkürzend und realitätsverzerrend. Oder mit harten Worten: schlicht weg falsch! Gerade Lauers Wendehals-Fehlverhalten widerlegt diese schlichte Ansicht: wenn es denn so WÄRE (bewußt den Konjunktiv verwendet), dass Lauer aufgrund von „offenem Nachdenken“ seine Meinung geändert hätte, dannn hätte er doch jetzt die besseren Argumente und nicht die gleichen faulen, fadenscheinigen und unaufrichtigen Pseudoargumente, wie sie schon bisher von Springer (Keese > Niggemeier: „Lügen fürs Leistungsschutzrecht“) propagandiert wurden.

      DAS ist doch die Ursache des Zorns über Lauers Wendehals: dass er sich verkauft hat, sich nun als bezahlte Lobby-Trompete verdingt und damit alles verraten hat, wofür er früher [angeblich] eingetreten ist. Ein Opportunist übelsten Schlages.

  8. Habe den Lauer eigentlich auch immer als sympathisch und überzeugend empfunden. Das es sich nun so entwickelt ist natürlich sehr bitter. Seine Ausführungen zum Politischen Geschehen im Thilo Jung Interview fand ich z.B. klasse. Aber gut, wieder ein (bald) Ex-Politiker weniger den man gut finden kann.

    1. klar kann er mit Kritik umgehen. Er nimmt sie wahr und blockt sie weg. Ist eine Umgangsform mit Kritik. Macht strategisch Sinn, weil sonst seine TL mit Kritiklawinen zugespammt wird. Man muss das trotzdem nicht gut finden.

  9. Am erhellensten waren seine Tweets am Tag des Germanwings-Absturzes: bevor irgendwas genaues bekannt war, hat Lauer versucht seine „Technik ist böse“ Agenda zu fahren (er hat den Absturz erstmal mit überkomplexer Software beim Autopiloten begründet). Danach hat er dann hämisch die Vorwürfe, die andere Twitterer ihm (zu Recht) gemacht haben, retweetet als würde eine gegen ihn gerichtete Hexenjagd durchs Netz toben. Schuld sind immer die anderen…

    1. Viel über Lauers grenzenlosen Glauben, *immer* Recht zu haben konnte man auch beim Stromausfall im Jauch-Studio lernen. Da twitterte er, dass es kein Stromausfall sein könne, wenn Leute aus dem Studio twittern. Alle Hinweis, dass Funkmasten größere Reichweiten haben oder über Notstromaggregate verfügen wurden von ihm als Unsinn abgetan. Mit diesem „Strom kommt aus der Steckdose“-Verständnis ist Lauer als Digitalberater bestimmt Gold wert.

      1. atPhillip: bitte? GERADE die basistationen. jeder popelige funkmast aufm dach hat notstrom in form von batterie (hält natürlich nicht ewig). check your facts.

  10. … so als ob ein Fraktionsmitglied der Grünen bei einem Atom-Konzern anheuert.

    Die Piraten als Ganzes sind ein schönes normatives Konzept. Aber mit dem minderbemittelten Personal (vor allem in Berlin) haben die sich politisch bald selbst erledigt.

  11. @Sven:
    Der Fall Lauer zeigt, dass das auch nichts genützt hätte. Lauer ist kein Parteimitglied mehr sondern bekam und bekommt als Abgeordneter sein Geld. Was ihn aber nicht unkäuflicher gemacht hat.

    Ich hoffe jetzt nur noch, dass er den Springer-Verlag ähnlich zersetzt wie er es leider mit den Piraten gemacht hat. Dann hat er mal was sinnvolles getan.

    1. Der Axel-Springer-Verlag ist im Gegensatz zu der Piratenpartei gut organisiert, blickt auf eine über 50-jährige Geschichte zurück und ist mehrheitlich in Familienhand. Den zersetzt kein Lauer, und auch nicht 10 von der Sorte. Die Wirkrichtung ist in diesem Fall umgekehrt.

    1. Ich wollte lediglich auf das Argument vorgreifen, dass er ja nur als Bürger und Hobby-Politiker getwittert hätte, was sicherlich ein anderer Fall wäre, den man diskutieren könnte, aber wo ich vielleicht auch gar nicht eine gelöschte Quelle nachrecherchiert hätte. Weil es dann egal gewesen wäre, ob er oder sie die Meinung wechseln.

      1. Es kommt doch nicht ma darauf an, ob er Profi-Politiker oder Privatperson ist. Die VDS ist gefährlich, weil der Staat Zwangsgewalt hat, Twitter und die Medien hingegen nicht. Abgesehen davon ist es auch noch mal ein unterschied, ob ich mich öffentlich zu etwas äussere oder meine (vermeintlich) private Kommunikation aufgezeichnet und gespeichert wird.

      2. Das Meinungwechseln an sich ist ja durchaus ein Zeichen von Professionalität. ;)

        Aber kein vernünftiger Mensch kann so einen arroganten Flegel als Politiker ernstnehmen. Macht den Eindruck, als versucht er Joschka Fischer zu toppen, er hat nur nicht dessen Intellekt.

        Nie „Lauers Büro“ mit Holgi gehört? Besonders apart: seine zwischengeworfenen Furzgeräusche.

      3. @Constantin

        Um so lustiger doch die Antwort von Lauer, dass netzpolitik zwar gegen VDS ist aber selbst dann auch gerne Google(!) nutzt um auf Vorrat gespeichertes abzurufen :-)
        Klar, nicht vergleichbar aber irgendwie passt zum ganzen Thema „Google, NSA, Wirtschaftsspionage, Vorratsdatenspeicherung, Recht auf Vergessen“.

      4. Ganz schön viel: wollte, hätte, wäre, könnte, hätte, wäre…
        .
        Interessant hier oben, der Hickhack um die richtige Überschrift (Piraten MdA oder nicht), als wenn DAS das Thema wäre. Thema ist: Lauer ist … (Zensur)

  12. Ich könnte mir ja vorstellen, der Schmidtlepp versucht die subversive Schiene, installiert sich selbst als U-Boot bei Springer, und zersetzt dann den Laden von innen heraus.

    Man wird ja schließlich noch träumen dürfen…

  13. Ein Jahr noch. Dann wird Lauer (hoffentlich/wahrscheinlich) nicht wiedergewählt und somit für Springer uninteressant. Andere Parteien werden ihn wohl auch nicht auf die Liste setzen (und die Piraten müßten mit dem Klammerbeutel…).

    1. Sehr eklig das man als full-time Politiker noch nen anderen full-time job ausüben darf – zudem noch als Quasi-Lobbyist. Echt eklig.

  14. Warum alte Tweets ausbuddeln, wenn doch hier alles steht?

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/doppel-interview-qualitaetsjournalismus-als-wert-hochhalten/7203672-4.html

    Zitat dort Christopher Lauer aus 2012:

    „Die komplette Debatte über das Leistungsschutzrecht kann letztlich auf eine Zeile Code heruntergebrochen werden: Der steht in der sogenannten „Robots.txt“ einer Webseite. Hier wird vermerkt, von welchen Suchmaschinen eine Seite durchsucht werden kann oder eben nicht. Dazu braucht man das Leistungsschutzrecht nicht. Die Haltung der Verlagshäuser ist da ziemlich bigott.“

      1. mit der gleichen logik zensiert Götti seine inkunabeln und seine alkfahrten
        lauers interview ist öffentliches material, das hat nix mit VDS zu tun.

  15. „Netzpolitik.org , wir sind gegen VDS, es sei denn, wir können jemand nen drei Jahre alten Tweet per Screenshot unter die Nase reiben.“

    Ich weiß nicht genau, ob ich lachen, oder weinen soll. Ein Mitglied eines deutschen Parlamentes kennt den Unterschied zwischen privatem und staatlichem Handeln nicht. Hilfe!

    1. Es ist schon ein Unterschied, ob eine öffentliche Äußerung von einem Unternhemen gespeichert wird, dessen zentrale Aufgabe es ist, öffentliche Äußerungen zu speichern (wie Twitter) – oder aber jeder einzelne, noch so private Kommunikationsvorgang aller Bürger durch den Staat ohne irgendeinen Anlaß.

      Die „google-ist-doch-auch-böse“-Linie wird in der Regel nur von den Konservativen gefahren, um als Nebelkerze zu dienen, während die eigenen Dienste sich Alles holen. Irgendwie muss man die Wählerschaft ja bedienen, und „etwas gegen dieses Internet tun“.

      „First they ignore you, then they laugh about you, then they fight you, and then you win.“

      1. > Die “google-ist-doch-auch-böse”-Linie

        Behaupten sie etwa das dem nicht so ist? Google und Facebook duerften DIE groessten Datenquellen fuer Geheimdienste rund um den Erdball sein. Beide erfassen bei weitem mehr als nur Zugriffe oder Inhalte von Personen in ihren Onlinediensten. Eine effektive Wahlmoeglichkeit jenseits von Hardware ein- oder ausschalten bleibt einem nicht und garantiert wird auch dieser Fluchtweg irgendwann zugemauert um die allgegenwaertige Ueberwachung die einem bis in den privaten Kernbereich begleitet umzusetzen. Und die Dienstleister dieser Ueberwachung SIND Google, Facebook & Co.

  16. Jetzt hat doch klatt Jesaja Jehowa gesagt!
    Der Träger des ‚Guttenberg-Gedächnis-Preises für Beliebtheit‘ der Netzgemeine fällt also aus der Rolle. Nein! Doch! Ooh!

    Was gibts denn da zu wirklich zu kritisieren? Das ein Angestellter bei seinem Arbeitgeber möglichst Stubenrein bleibt? Achgottchen, wie viele Gläubige der Netzgemeine leiden ganz schnell still weiter, wenns am Arbeitsplatz oder beim Kunden heißt ‚Datenschutz kostet, Datennutzung bringt Geld‘? Bigotterie ist eben eine erneuerbare Ressource. Die Hölle das sind halt immer die anderen!

    Ich spüre schon das Lüftchen auf Twitter bevor alle wieder die Finger aus WASD legen.
    Das ist doch immerhin seit 2009 der größte Erfolg der ‚Netzgemeinde‘!

    Kann man sich doch ob Ihrer erreichten Ziele freuen:
    – die Ruine eines politischen Armes, der nur noch zum eigenen Reputationsmanagement und
    Bespaßung dient. Immerhin mit etwa 20? befristeten Landtagsjobs.

    – eine Kirchenzeitschrift (netzpolitik)

    – etwa 15-20 Prediger, wie beim Waschmittel verpackt in verschiedene Marken:
    — CCC : der Ethikbeirat den jeder Fragt und dann meist ignoriert
    — DIGIGES : die Werkstatt für schöne Transparente und viele bunte Bildchen für die Prozessionen
    — digitalcourage : sowas wie der schweigsame Gläubigenverband, der zumindest einen
    schmissigen Namen bekam.

    – etwa 400 Gläubige-Twitteraccounts die auch nichts bewegen außer sich selbst.

    – 1 unbefristete charakternahe Anschlussverwendung!

    \o/

    Nicht das sich noch jemand fragt, warum die Meldung der ’nicht-öffentlichen‘ Nebenabrede keine Sau außer den bekehrten Gemeindemitgliedern interessiert?

    Was einen halt nichts kostet ist halt auch nichts Wert und Springer lässt es sich im Gegensatz halt was kosten. Die Nutzen Geld, die ‚Gemeinde‘ nicht mal Aufwand! Dafür hat man ja Prediger.

    Den – wie ich finde- offensichtlichen logischen Umkehrschluss lasse ich jetzt mal unausgesprochen, beantwortet das doch ganz gut die von Markus Beckedahl im Chaosradio gestellte Frage was die Leute abhält.

    Bisher hat sich diese Bewegung nur zur ‚Gemeinde‘ entwickelt und dabei bewiesen das Bigotterie und Doppelstandards sowie kurzfristige Emotionalisierung mit dem Anspruch, dass jeder alles vom Sofa aus könne soll nichts Wert ist. Und bestimmt keine Alternative zu bestehenden Strukturen die zumindest Funktionieren! Glückwunsch. Digital Natives sind eben auch nur kognitiv dissonante Egotierchen die Gruppen durch Ex- statt Inklusion bilden und Ihrem Reputationsmanagement fröhnen.

    The Cake Is a Lie.

  17. Was haben alte Tweets mit VDS zu tun? Nichts.
    Er ist nur noch peinlich. Aber er findet sich bestimmt sehr geil und fühlt sich bestätigt, wenn „alle“ gehen ihn sind. Das ist dann wohl Bestätigung dass er etwas richtig macht.

    1. Wobei es dann schon wieder ein bisschen schizo ist, dass er alle Kritiker auf Twitter blockiert. (Und ja: Logisch und konsistent ist bei dem Typen eigentlich gar nichts.)

    2. Q: Was ist der Unterschied zwischen VDS und Google?
      A: Bei letzterem wird der Shareholder an den BigData-Erloesen beteiligt!

      Q: Was haben VDS und Google gemeinsam?
      A: Alle gesammelten Daten landen bei der NSA.

    3. es sind nicht alle gegen ihn. Lobbying funktioniert u.a. deshalb so gut, weil die Art, mit der man ihn z.B. bei Springer menschlich behandelt und entgegenkommt, sich um Längen von dem abheben wird, was beispielsweise in einer Piratenpartei oder einer Piratenfraktion typischerweise los ist.

      Während in Partei und Fraktion regelmäßig gegen ihn geschossen wird, oft auf menschlich unterstem Level, trifft er im Springerverlag auf wohlwollende, interessierte und angenehme Menschen, zudem auf einem intellektuell ganz anderen Niveau.

      Die weicher gepolsterten Sessel und das erhöhte Gehaltsniveau der privaten Wirtschaft kommen dann als angenehme Nebensächlichkeiten befördernd hinzu. Sie sind aber nicht der eigentliche Auslöser.

  18. Schauspieler wechseln ihre Rollen, so ist das eben. Der Tweet sagt doch den Kritikern einfach nur, dass er die Diskussion nicht führen will und nicht ernst nimmt. Er weiß doch genau wie schwachsinnig diese Argumentation ist.

  19. Eine wirkliche Schande. Von Lauer habe ich erwartet, dass er eine gewisse Integrität hat.
    Wie schnell er seine Überzeugungen verkauft hat, ist erschreckend.
    Glaubwürdigkeit gleich null.

  20. Als Einäugiger unter den Blinden war Lauer bei den Piraren vor allem eines: Ein Dummschwätzer, der mit Dummschwätzerei Karriere gemacht hat. Warum sollte das bei Springer anders sein? Was Brot ich ess, des Lied ich sing. So einfach ist das.

  21. Was hat Lauer eigentlich in China gemacht? Hat er vielleicht für den BND gearbeitet? Springer hat doch schon immer gerne Ex-Agenten ein zweites Zuhause gegeben.

    1. @peng Manchmal hast Du nur die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub und vielleicht hält Lauer Google ja bloß für das größere Übel und hofft beim neuen Job was ändern zu können. *g*
      Geht ja auch immer um Arbeitsplätze. Wenn Du stellenabbau fürchten musst, dann sieht das Leben gleich ganz anders aus.

  22. Früher hätte ich gesagt; sieh an, ein Pirat erkennt die Wirklichkeit und geht Geld verdienen. Heute sage ich, einfach nur traurig, da geht sie hin unsere Gallionsfigur. MFG, Thomas

  23. Es ist ein Verdienst der Piraten, Transparenz verwirklicht zu haben:

    Zwar haben Karrieren schon immer so funktioniert, aber heute ist alles offen nachvollziehbar.
    Von unkonventionellen Methoden, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, über die unausgesprochene Versicherung, es nur für das Publikum ernst zu meinen, bis zu offener Affirmation des ehemaligen Krokodils.
    Wo es jetzt schon offen praktiziert wird, ist es wohl nur eine Sache weniger Monate, bis es allgemein akzeptiert ist.

    Danke, Piraten, dass ihr das vorangetrieben habt!

  24. Ich hab erst gar nicht verstanden, was das mit der Vorratsdatenspeicherung soll. Die Archivierung von öffentlichen Äußerungen eines Politikers zu einem politischen Thema als Vorratsdatenspeicherung zu bezeichnen, ist noch nicht mal billig.

    Allerdings wenn ich mich recht entsinne, war Christopher Lauer schon länger Google-kritisch unterwegs. Das muss das Interesse von Axel Springer geweckt haben. Neben dem Verkauf seiner Seele, ist dieser Meinungsumschwung also vielleicht konsistent damit, dass er sich der eher unreflektierten, angst- oder opportunitätsgetriebenen Google-Feindlichkeit in Teilen des deutschen Establishments angeschlossen und sich dafür heruntergedummt hat. Da ist Geld zu holen und Herr Lauer muss eben auch an seine Zukunft denken.

    steht gleichzeitig in direkter Konkurrenz zu jedem Verlagsangebot

    Wenn sich das auf Google News bezieht, ist es allerhöchstens indirekte Konkurrenz.

    1. bei der google-Kritik darf man nicht vergessen, dass gg inzwischen eine solche ökonomische Macht darstellt dass auch Verlagshäuser wie Springer, die erheblich ins Netz investieren, hier verhältnismäßig kleine Player sind (MK Google: 139,6 Mrd. Euro, MK Springer: 4,93 Mrd. Euro) die nur deshalb nicht übernahmegefährdet sind, weil sie sich a) in Familienhand befinden und b) gg derzeit andere Methoden, die preiswerter sind, anwendet.
      Hätte gg sich Lauer gekauft, wäre das unter diesem Aspekt weit bedenklicher als ein Axel-Springer-Verlag.

    1. Er erhält nach eigenen Angaben Einkünfte der Stufe 2 gemäß den Verhaltensrichtlinien „Entgeltliche Tätigkeiten neben dem Mandat“ des dt. Bundetages. Diese Stufe umfasst Einkünfte von 3.501 bis 7 000 Euro monatlich. Die absolute Höhe der Nebeneinkünfte hatte Lauer bis 2014 noch offengelegt, seither nicht mehr.

      Daneben erhält er als Abgeordneter 3.498 Euro monatliche Diäten (steuerpflichtig) und 1.500 Euro Aufwandspauschale (steuerfrei)

      Es stehen ihm also brutto zwischen 7.998 und 10.498 Euro zuzüglich der 1.500 Euro Aufwandspauschale zur Verfügung. Finanziell ist die Nebentätigkeit also vom Bruttoentgelt her eher eine Haupttätigkeit. Über deren Stundenumfang ist nichts bekannt.

      Da es für Abgeordnete keinerlei Hinzuverdienstobergrenze gibt, ist das alles vollkommen legal. Wie man es politisch wertet ist eine völlig andere Fragestellung

      1. Das Einkommen Stufe 2 bezog sich aber nur auf den Job bis März als Berater für Springer. Seit April hat er eine leitende Funktion bei Springer und die wird auch sehr viel mehr in seine Taschen spülen. In welcher Stufe das liegt, hat der selbsternannte gläsere Abgeordnete noch nicht offengelegt. Würde mich inzwischen auch nicht verwundern, wenn er das gar nicht mehr tut und sich an ein Leben ohne Rückgrat bei Spiringer gewöhnt hat.

  25. Dass Lauer heute über die verbliebenen Piraten schimpft wie ein Rohrspatz sollte eigentlich als Beweis dafür gelten, dass diese tatsächlich was dazugelernt haben. Leider wird es sehr schwer werden, dass von Lauer & Co. zerstörte Vertrauen wieder zurück zu gewinnen.

    1. Was ich seit meinem Piratenbeitritt 2009 mitbekam, wird diese Partei intern und später verstärkt auch extern schon spätestens seit 2010 für bald tot erklärt. Das heißt, schon länger als die Hälfte ihrer Bestandszeit. Ich gehe davon aus, dass vier entsprechende Landtagsfraktionen und hunderte Kommunalpolitiker immer noch da sind.

      Welche Fakten lassen sich denn anführen, die beweisen, dass die Piraten tot sind oder es innerhalb von 2-3 Jahren sein werden?

      Aber vielleicht ist es auch besser so. Wir sind so weniger attraktiv für Trittbrettfahrer und Totgesagte leben länger. Also, die Fakten würden mich ja schon interessieren. Irgendwelche Politikwissenschaftler vielleicht?

  26. Ich finde die ganze Debatte lächerlich weltfremd. Hier unten auf der Seite steht: 10 Gründe, um genau jetzt einen Dauerauftrag für netzpolitik.org einzurichten. Also wohl doch irgendein Problem mit der Bezahlung der Publizistik. Das sich nicht jeder, der etwas anbieten will, auf Spenden verlassen mag, ist ja wohl legitim. Denn die kommen, oder sie kommen eben auch nicht.
    Wie war das noch mal mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Warum braucht der Zwang gegen die Menschen, um sich zu ernähren? Haben die Piraten diesen Milliarden-Moloch nicht auch mal kritisiert? Bis sie in ein paar Talk-Shows eingeladen wurden. Da wurde es dann stiller um das Thema von Seiten der Partei. Das ist doch nicht anders als bei Lauer. Aber der begründet wenigstens seinen Sinnenwandel offen.

  27. Ach, vom Lauer bin ich noch nie begeistert gewesen: Nie durch Sacharbeit aufgefallen (im Gegensatz z.B. zum Delius), sondern immer nur durch Selbstdarstellung – das passt dazu.

  28. **Es nimmt den Verlagen Werbegeld weg und gefährdet damit unabhängigen Journalismus.**

    Das Werbung den Journalismus in eine Abhängigkeit bringt, das juckt in diesem Land doch so wie so nicht. Geile Autos, Frauen und Gadgets, schon setzt das Hirn aus.

    Ob nun Google oder ein anderer Großkonzern – das ist imho Furzegal.

    Mit freundlichen Grüßen,
    yt

  29. Ich glaube bei Herrn Lauer muss man berücksichtigen, dass da schon immer in gewisser Weise was nicht ganz richtig war im Oberstübchen. Also jenseits der normalen Toleranz die man so bei Menschen findet. Gut, das ist aber auch jetzt nicht so selten bei Politikern. Vielleicht hat er gar keine Schuld und sie haben ihm nur das falsche Medikament zur falschen Zeit verschrieben. So etwas kann durchaus passieren. Leider ist er nicht auffällig genug um ihn von Stellen zu entfernen an denen er potentiell Schaden anrichten könnte. Das müssen wir halt jetzt ertragen. Das Tröstliche ist, dass es nicht lange dauern wird bis auch alle bei Springer die Schnauze gestrichen voll von ihm haben werden und ihn hochkant rauswerfen. Und die Legislaturperiode is auch irgendwann vorbei. Beide Ereignisse werden wahrscheinlich nicht weit auseinander liegen. Was ’ne Flitzpiepe!

  30. Als immer noch praktizierender Pirat, der an der Basis Lokalpolitik macht, bin ich ganz froh, dass Herr Lauer nicht in meiner Nähe wohnt und ich ihm auf absehbare Zeit nicht begegnen muss. Ich schreibe lieber nicht, was ich andernfalls gern tun würde, aber es hat mit einem in Gegenrichtung vektorisierten Facepalm und ihm als mein Gegenüber zu tun und ich wüsste nicht, ob ich mich zurückhalten könnte. Es ist traurig, dass die Piraten so etwas wie Lauer durchmachen müssen, Politik ist auch so schon anstrengend genug.

  31. Hätte nicht gedacht, dass die BILD-Polemik von Springer so schnell auf Lauer abfärbt.
    Jeder Dummkopf begreift doch, dass anlasslose Aufzeichnung privater und geheimer Daten von 82 Millionen Bürgern ohne Einverständnis der Betroffenen nichts – wirklich gar nichts – mit der Wiedergabe eines frei zugänglichen, öffenlichen Tweets zu tun hat, den Herr Lauer (wissentlich und für jeden abrufbar und freiwillig öffentlich) gemacht hat. Eine öffentliche Aussage hat nichts mit einer privaten E-Mail oder einem privaten Telefongespräch zu tun, das gegen den Willen der Betroffenen heimlich aufgezeichnet wurde.

  32. Ich war schon immer für ein Leistungsschutzrecht und habe die Haltung von vielen Freunden von mir gar nicht verstanden. Ich habe das auch gerne debattiert. Diese Position habe ich über ein halbes Jahrzehnt, schon seit die Debatte in Belgien aufkam.

    Was im Piratenumfeld aber so merkwürdig ist, dass quasi im Mobbingstil gegen das Leistungsschutzrecht argumentiert wird. Ich vermute Lauer ist die ganze Zeit mit dem Strom geschwommen, um sich das Leben einfach zu machen. Die Piratenpartei lange vor Lauer stand im Geiste von Menschen, die Ahnung in der Sache hatten und reformorientiert zum Urheberrecht waren. Als diese Partei Lifestyle wurde, setzte sich eine negative Mobbingkultur, mit klaren Wertungen aber ganz geringer Tiefe, durch. Ein unangenehmer Netzchauvinismus.

    Mir ist das zu schnell geschossen:
    „Schön blöd, dass die Fakten die sind, dass das Leistungsschutzrecht Google nicht wirklich betrifft, dafür zahlreiche kleine und unabhängige Projekte wie Rivva.de von der Rechtsunsicherheit betroffen sind und ihre Dienste einschränken oder einstellen müssen.“

    Natürlich ist diese gesetzliche Regelung ineffektv ggü. Google. Die Marktmacht einer Klickschleuder macht aber die Grundidee nicht falsch, dass die automatisierte massenhafte Aggregation der essentiellen Elemente von Fremdwerken vergütungspflichtig sein sollte, die von den Verlagen mit bezahlten Journalisten und Editoren bereit gestellt werden.

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