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EU-Urheberrechtsforscher an Oettinger: Urheberrecht europaweit vereinheitlichen!

Auch 2014 erfreute sich ein Stilmittel der Urheberrechtsdebatte ungebrochener Beliebtheit: der offene Brief. Wie Stefan Krempl bei Heise berichtet, haben sich noch vor Weihnachten die in der European Copyright Society (ECS) zusammengeschlossenen Urheberrechtsforscher mit einem ebensolchen (PDF) an den neuen Digitalkommissar Günther Oettinger gewandt. Hauptanliegen der Urheberrechtsexperten, zu denen u.a. aus Deutschland der Direktor des Max-Planck-Instituts für Immaterialgüterecht Reto Hilty und Thomas Dreier, Professor am Karlsruhe Institute of Technology, zählen, ist die Forderung nach einem einheitlichen EU-Urheberrecht.

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ECs-brief-seite1Oettinger selbst hatte in seinen ersten öffentlichen Aussagen als Digitalkommissar die Möglichkeit eines einheitlichen EU-Urheberrechts ins Spiel gebracht. Im offenen Brief der ECS wird diese Option, das Urheberrecht nicht mehr nur mittels Richtlinie zu harmonisieren sondern mittels Verordnung zu vereinheitlichen, mit Nachdruck eingefordert:

The Members of the European Copyright Society are convinced that the time is now ripe to start work on a European Copyright Law that would apply directly and uniformly across the Union.

Die Urheberrechtsforscher begründen ihr Anliegen u.a. mit dem Verweis auf die trotz EU-Urheberrechtsrichtlinie hohe Fragmentierung des Urheberrechts, das einen einheitlichen digitalen Binnenmarkt verhindere. Von einem einheitlichen EU-Urheberrechts versprechen sich die Briefschreiber mehr Transparenz und niedrigere Transaktionskosten.

Tatsächlich sind es vor allem die nur optional und in den Mitgliedsländern unterschiedlich implementierten Ausnahme- und Schrankenregelungen im Urheberrecht, die grenzüberschreitende Geschäftsmodelle und Zugang zu Inhalten im EU-Raum erschwerden. Dass eine völlige Vereinheitlichung des EU-Urheberrechts ein mittel- bis langfristiges Projekt darstellt, bestreiten die Autoren des Briefes nicht, fordern aber gerade deshalb sofort damit zu beginnen.

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5 Kommentare
  1. Ist klar was dabei raus kommt,

    Die Gewinn bringensten Regelungen für die Rechteverwerter aller Länder werden genommen, verzehnfacht und zum EU Standard erklärt.

    mfg

    Ralf

    1. Du meinst wohl die Haushalts/Demokratie/Kulturerhaltungsabgabe 2.0
      EU-Beitragsservice. Und die Inhalte auf die wir dann alle offen zugreifen können (ob wir wollen oder nicht) werden noch beschi… als die ÖR im Deutschen Fernsehen. Legal, Illegal, Sch…

  2. was seit Ihr denn für „freaks“?
    Seht ihr immer sofort schwarz, noch bevor irgendwas überhaupt angefangen hat?
    Gebt der Entwicklung doch mal eine Chance, anstatt Alles direkt kaputt zu reden!
    Habt Ihr euch selbst mal eingebracht?
    (Briefe geschrieben, Telefonate geführt, Petitionen nicht nur unterschrieben, sondern auch anderen Menschen erklärt und nahe gelegt dies zu tun… IRGENDWAS gemacht? Und falls ja – warum hört Ihr dann auf an das Gute zu glauben und dafür zu arbeiten? IMHO niemand braucht Menschen die die ganze Zeit nur jammern und meckern und schlechte Laune verbreiten. Die Welt ist nicht an einem Tag entstanden und sie wird auch nicht in sieben Tagen besser. face it)

    -kleinkind

  3. Noch einen Beitrag zum Thema Fotos und Urheberrechte:
    Ich habe einer Analyse meiner Logfiles durchgeführt. Dabei wunderte ich mich, daß ich nach dem Aufrufen meiner Fotos über die Google Bildersuche keine Einträge in meiner Logfile hatte. Es stellte sich heraus, daß es trotz intensivem Zugriff von mir nicht einen einzigen Eintrag gab. Was bedeutet das? Da in der Logfile alles zu sehen ist, bedeutet dies, daß google meine Webseite schon komplett kopiert hat und woanders speichert und allein auswertet inklusive der Zugriffe. Ich als Webseitenanbieter werde völlig ausgeschlossen. Google kopiert meine Webseite und nutzt eine Kopie um aktiv das Verhalten der Besucher zu analysieren und man meint, man sei in einem Frame auf der originalwebseite. — was nicht stimmt.

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