Bei BpB erschienen: „Digitale Diktatur – Totalüberwachung, Datenmissbrauch, Cyberkrieg“

209355-pub-portlet140x191Die Bundeszentrale für politische Bildung hat das Buch „Digitale Diktatur -Totalüberwachung, Datenmissbrauch, Cyberkrieg“ von Stefan Aust und Thomas Ammann im Rahmen ihrer Schriftenreihe als Band 1527 neu aufgelegt.


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Das Buch ist irgendwann letztes Jahr erschienen, ich hatte es mal überflogen, aber letztendlich nie rezensiert. Zum Originalausgabe-Preis war es zu teuer, weil es zuviel Redundanz gegenüber früheren Büchern wie „No place to hide“ von Glenn Greenwald oder „Der NSA-Komplex – Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung“ von Marcel Rosenbach und Holger Stark hatte. Einzig die Erzählungen über die frühe Geschichte des Chaos Computer Club in den 80ern stachen positiv hervor.

Aber jetzt gibt es das Buch bei der BpB für 4,50 Euro (und irgendwie Portokosten, wenn man mehr als 1 Kg Bücher bestellt) und dafür kann man das schon mal empfehlen.

Die digitale Revolution hat unser Leben massiv verändert, und die neuen Kommunikationswege erleichtern unseren Alltag zum Teil erheblich. Aber wir zahlen dafür einen hohen Preis. Privateste Details, Bewegungsprofile und Kaufverhalten, nahezu alles kann anhand unseres digitalen Fingerabdrucks rekonstruiert werden. Wie die Welt spätestens seit der NSA-Affäre weiß, sind die technischen Möglichkeiten zur massenhaften Datensammlung und Ausspähung nicht nur vorhanden, sie werden auch genutzt. „Gegen ‚Big Data‘ ist ‚Big Brother‘ ein Zwerg“, auf diese Formel bringen Stefan Aust und Thomas Ammann im Rückgriff auf George Orwell die neue digitale Welt. Sie beschreiben eine Entwicklung, die zeigt, wie sehr das Internet, von dem man sich dezentrale und herrschaftsfreie Kommunikation erhofft hat, von Wenigen für ihre Zwecke instrumentalisiert und von Sicherheitsbehörden überwacht wird. Die Autoren entwerfen das pessimistische Bild einer Welt, die Gefahr läuft, sich mit der digitalen Überwachung zu einem modernen und allumfassenden „1984“ zu wandeln – nicht zuletzt auch durch unser eigenes Zutun.

8 Kommentare
  1. BpB Bundeszentrale für politische Bildung, was ist das denn für eine Institution? Klingt irgendwie ein bisschen wie das „Ministerium der Liebe“ oder im allgemeinen wie „Neusprech“.

  2. Ich kann auch Luke Harding: Edward Snowden, Geschichte einer Weltaffäre empfehlen was hier in Deutschland über die BpB vertrieben wird. Interessant auch nach den Büchern von Greenwald und den Spiegelfuzies weil es nochmal eine andere Perspektive einnimmt. Ist schon ne Zeit her, dass ich es gelesen habe und war glaub ich teilweise auch sehr erzählerisch statt faktisch aber doch auch noch aufschlussreich als Schilderung der Snowden-coming-to-world Sache.

  3. Ich hatte „Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung“ von ihm gelesen und muss sagen: sauber recherchiert aber nichts „Neues“ weshalb ich befürchte, dass es auch bei diesem Buch nicht anders ist – bekannte Fakten etwas anders aufbereitet.

    1. was genau referenzierst du jetzt? wer ist „von ihm“ und welches „dieses Buch“ ? Der von dir genannte Titel ist das von den besagten „Spiegel Fuzzies“ Rosenbach und Stark

  4. ich muss ehrlich sagen dass ich diese Institution vorher nicht kannte und ich um so mehr geschockt bin das es sie gibt. Ich musste mich erst einmal informieren wo diese überhaupt her kommt und warum sie da ist:

    In Wiki konnte ich die Aufgabe finden:

    „Die Bundeszentrale hat die Aufgabe, durch Maßnahmen der politischen Bildung Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken.“

    Es irritiert mich das diese Institution Bücher über solche Sachverhalte wie Massenüberwachung zur Verfügungs stellt. Denn als nächstes drängt sich mir die Frage auf, ob diese Seite vlt. zu einer der 100.000 Seiten gehört die im Bundestag Netz gesperrt sind oder deren Bücher für Bundestagsabgeordnete indiziert sind? Wie kann ich Informationen über ein Thema veröffentlichen um danach quasi wider besseren Wissens zu handeln?

    1. Ich muss sagen, dass ich die Kritik an der bpb hier für unbegründet halte. Die bpb gibt viele interessante Publikationen heraus. Sowohl eigene als auch günstigere Versionen bereits veröffentlichter Literatur. Gerade als Schüler habe ich gerne auf die bpb zurückgegriffen, um mich mit einzelnen Themen über den Schulstoff hinaus weiter zu beschäftigen. Ich habe mit der bpb immer gute Erfahrungen gemacht und möchte ihr daher hier sozusagen verteidigend zur Seite springen.

      (Warum die Seite des bpb angeblich für den Bundestag gesperrt sein soll verstehe ich auch nicht.)

  5. Seufzl – zu spaet, schon gekauft zum „Normalpreis“. :(
    Zum Inhalt: Wenn man die beiden Buecher von Greenwald bzw. Harding gelesen hat, kennt man praktisch die Haelfte des Buches von Aust/Ammann. Diese fassen den Lebenslauf von Snowden (ausfuehrlich: Harding) und den Ablauf bis zur Veroeffentlichung der Dokumente (ausfuerlich: Greenwald) zusammen. Darueber hinaus werden die Wege von Binney und Drake bis in den NSA-Untersuchungsausschuss nachgezeichnet. In zwei Kapiteln wird ueber die Datenspuren berichtet, die wir ueber die verschiedenen Medien hinterlassen, Google wird dabei genauer dargestellt. In den verbleibenden 40% wird ueber die histor. Entwicklung des CCC, Anonymous und einiger Hackerinitiativen geschrieben. (Das war das Neue fuer mich an dem Buch und ganz interessant). Ferner werden abschliessend zum Thema Cyperkrieg – in Ergaenzung zu den Hackern – Beispiele fuer Industriespionage und militaer. Initiativen beschrieben.
    Zusammenfassung: Ganz guter Ueberblick ueber die Lage der Nation/Welt und wesentlicher Akteure, wenn man noch ganz orientierungslos ist.
    Ich vermisse die Darstellung der NGOs: in welchen Bereichen setzt sich welche Organisation ein, um die „digitale Diktatur“ zu vermeiden oder zurueck zu draengen, welche Erfolge. Daraus ergaebe sich dann auch die logische Konsequenz, dass der Einzelne – ohne Hacker zu sein – auch aktiv werden kann.

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