Am Freitag hat einer meiner Lieblings-Podcasts, hr2-Der Tag, fast eine Stunde lang ausführlich über #Landesverrat berichtet: Aufklärung oder Verrat – Wer entscheidet über die Pressefreiheit?
„Einen Abgrund von Landesverrat“ nannte Bundeskanzler Konrad Adenauer die Enthüllungen des Spiegels über den Zustand der Bundeswehr. Landesverrat sollte das sein, Journalisten wurden verhaftet – und am Ende war es das größte Desaster der Bundesregierung. Ihr Angriff auf die Pressefreiheit war gescheitert. Gestern wurde ein ähnlicher Vorgang publik. Der Generalbundesanwalt teilte den Bloggern von netzpolitik.org mit, dass gegen sie wegen Landesverrats ermittelt wird. Der Grund: Sie hatten deutsche Geheimdienstdokumente veröffentlicht, die vermuten lassen, dass „die Bundesregierung bis zum Hals im Sumpf der NSA-Bespitzelungen steckt“. So formulierte das einer der Journalisten, die der Generalbundesanwalt jetzt ins Visier genommen hat. Der gleiche Generalbundesanwalt der nicht bereit war, gegen den US-Geheimdienst zu ermitteln, weil der deutsche Behörden und Politiker ausspioniert. Was sich da auftut, könnte mal wieder ein „Abgrund an Landesverrat“ sein – über 50 Jahre nach der Spiegelaffäre.