Die Piratenpartei möchte ihre Mitglieder befragen und nutzt jetzt einen modernen Weg dafür: Eine Briefwahl per Post. Also die analoge, nicht die Mail. Gegenüber dpa erklärte der Parteivorsitzende Stefan Körner, dass es anders leider nicht möglich sei, denn:
Es gebe keine Software, mit der eine verbindliche Mitgliederbefragung online abgewickelt werden könne. Außerdem seien solche IT-Systeme anfällig für Manipulationen. «Deswegen werden wir den ersten Basisentscheid jetzt wohl ganz konventionell, ganz herkömmlich auf Papier durchführen», sagte Körner.
Klingt wie Internetpartei ohne Internet. In früheren Zeiten klang das aus Sicht führender Piraten noch ganz anders, als andere Parteien eine Briefwahl für eine Mitgliederbefragung nutzten.
Update: Die Piratenpartei erklärt jetzt, dass dpa was falsch verstanden hätte und zukünftig irgendwann auch Online abgestimmt wird:
Man wartet darauf, dass irgendwann eine Software fertig sein wird, wie in den Kommentaren erklärt wird.
Mein Punkt ist ja: Mehrere Parteien haben die letzten Jahre Mitgliederbefragungen und ‑Entscheidungen per Briefwahl durchgeführt. Jedes Mal gab es haufenweise hämische Kommentare von Piraten dafür. Alt, unmodern, analog, kein Internet und so. Jetzt machen die Piraten auch eine Briefwahl per Post. Und auf einmal ist das als Brückentechnologie in Ordnung, nur weil vielleicht zukünftig mal was übers Netz kommen wird? Was übrigens auch alle anderen Parteien für die Zukunft versprochen haben? Kann man machen. Aber dann sollte man sich nicht wundern, wenn das dementsprechend kommentiert wird.
