Die NSA sitzt offensichtlich auch in den Netzen der Deutschen Telekom und anderen deutschen Providern. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe und bezieht sich auf die sogenannte Treasure Map. Dieses Dokument aus den Snowden-Enthüllungen zeichnet eine Weltkarte der Netzwerke und dokumentiert u.a. die Ein- und Ausgänge in unterschiedliche Netze über das sich die Überwacher von NSA & Co bewegen. Die Treasure Map ist dabei nicht neu, bereits vor einem Jahr berichtete die New York Times darüber. Und dazu gab es die Info, dass die NSA in über 50.000 Netzwerken sitzen will. Aber jetzt gibt es konkrete Namen deutscher Unternehmen.
Neu ist, dass zu den betroffenen Netzen auch die der Deutschen Telekom und Netcologne gehören. Beide Unternehmen wollen davon nichts wissen, wahrscheinlich sind einfach die eingesetzten Router unsicher und NSA & Co gehen über Hintertüren oder ihnen bekannte Sicherheitslücken in die Netzwerke. Und greifen dort dann unsere Daten ab.
Da es sich bei Netcologne um einen regionalen Anbieter handelt, ist es gut vorstellbar, dass die NSA oder einer ihrer Treasure-Map-Partner in diesem Fall von Deutschland aus in das System eingebrochen ist. Das wäre ein klarer Rechtsbruch und möglicherweise ein weiterer Fall für den Generalbundesanwalt, der bislang nur in der Sache des abgehörten Mobiltelefons der Bundeskanzlerin ermittelt.
Ebenfalls betroffen sind die drei deutschen Teleport-Anbieter Stellar, Cetel und IABG. Diese bieten Internet über Satelliten an. Für Spiegel-Online hat Laura Poitras den SPIEGEL-Journalisten Marcel Rosenbach zur Firma Stellar in Hürth begleitet, wo dort Mitarbeitern die Erkenntnisse gezeigt wurden, inklusive den Informationen, dass diese Mitarbeiter selbst totalüberwacht werden. Davon gibt es ein Video.
Der SPIEGEL suggeriert am Ende, dass da noch mehr Enthüllungen zu kommen könnten:
Es gibt ausweislich der geheimen Unterlagen noch weitere Daten aus Deutschland, die permanent zur Aktualisierung der globalen Schatzkarte beitragen. Von den insgesamt 13 Servern, welche die NSA weltweit eigens zu dem Zweck betreibt, den aktuellen Datenverkehr im Internet zu verfolgen, steht einer in Deutschland. Wie die übrigen Maschinen arbeite das Gerät, das im Zeichen des Totenkopfs Daten ins geheime NSA-Netz schickt, dort „gut getarnt“ und „unauffällig“ in einem Datencenter.
FirstLook hat eine Version des Videos auf Vimeo gestellt:
Chokepoint from The Intercept on Vimeo.


