Öffentlichkeit

Whistleblowerpreis 2013 für Edward Snowden

184549820 1Den Whistleblowerpreis 2013 erhält Edward Snowden für seine Aufdeckung der massenhaften Überwachung des Datenverkehrs durch westliche Geheimdienste, dies wurde auf der heutigen offiziellen Pressekonferenz in Berlin bekanntgegeben. Der Preis wird von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.), der deutschen Sektion  der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA) und Transparency International Deutschland e.V. verliehen und ist mit 3.000€ dotiert.

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Hartmut Grassl (VDW), Otto Jäckel (Vorsitzender der Deutschen Sektion von IALANA) und Edda Müller (Vorsitzende von Transparency International Deutschland) haben jeweils die Entscheidung kommentiert und gewürdigt.

So hat sich Hartmut Grassl für eine „Runderneuerung der Gesetze des deutschen Datenschutzes“ ausgesprochen und kritisierte die Regierung, dass nur durch „investigativen Journalismus immer wieder Happen“ des Skandals an die Öffentlichkeit gelangen. Grassl verwies auf Alexander Konstantinowitsch Nikitin, den ersten Preisträger von 1999, der nach Grassls Aussage u.a. wegen des Whistleblowerpreises nicht verurteilt wurde.

Otto Jäckel sieht den Whistleblowerpreis als Antwort der Bürger und Zivilgesellschaft, dass selbige Edward Snowden nicht „auf der Anklagebank sondern in Freiheit und in Sicherheit“ sehen. Jäckel verwies auch nochmals auf die offensichtliche Ironie, dass Snowden der Spionage beschuldigt wird, da er selbst illegale Spionage aufgedeckt hat. „Edward Snowden gehört nicht ins Gefängnis sondern ihm gehört ein Preis verliehen – und das machen wir jetzt.“ Nach Jäckels Ansicht erfüllt Edward Snowden die Kriterien für den Whistleblowerpreis in „herausragender Art und Weise“ und er plädiere dafür, dass die Bundesregierung Snowden in ein Zeugenschutzprogramm aufnehmen sollte. (SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte dies Anfang Juli auch gefordert) Vor allem sieht Otto Jäckel aber das Recht auf Informationelle Selbstbestimmung und auch andere Strafrechte „aufs schwerste verletzt“ und fragt sich, was  Generalbundesanwalt, Bundesjustizministerin und Kanzlerin tun, „um die Bürger zu schützen?“

Edda Müller von Transparency International Deutschland sagte, „Wir sind es Edward Snowden schuldig, ihm diesen Preis zu verleihen.“ Sie forderte außerdem die Regierung auf Großbritannien ein deutlicheres Zeichen zu setzen, dass Letztere Stellung beziehen sollen, wie sie „zum Schutz der Grundrechte der EU-Bürger“ stehen. Müller sprach sich vor allem dafür aus, wie schon ihre beiden Vorredner, dass es einen wirksamen Whistleblowerschutz in Deutschland geben muss. Letztlich appelliert sie an die Medien und die Bürger, „dieses Beben [Abhörskandal] darf nicht zur Ruhe kommen!“

Die eigentliche Preisverleihung gibt es dann am 30.08.2013 – „irgendwo in Berlin“. Ob Edward Snowden überhaupt dabei sein kann ist allerdings mehr als ungewiss – auch, wenn er nun temporäres Asyl in Russland erhalten hat. Gefeiert wird aber trotzdem.

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7 Kommentare
  1. Ich schlage vor:
    Rücktritt von B. Obama wegen der Prism-NSA-Affäre und Rückgabe des Friedensnobelpreises wegen der vielen Zivilistentode bei Drohnenangriffen und wegen Guantanamo.
    Zudem Rücktritt des britischen Regierungschefs wegen der Tempera-Affäre.
    Außerdem: Abwahl in Bälde von A. Merkel als Kanzlerin und somit inkl. Kanzleramtsminister Pofalla und Innenminister Friedrich. Außerdem: Rücktritt von Verteidungsminister de Maizière, weil´s gerade so schön passt (EuroHawk).

    Beste Grüße

    Fritz Feder

    1. Ich stimme voll zu.

      Ausserdem freut es mich sehr, dass Edward Snowden
      den Whistleblowerpreis 2013 erhält. Schade, dass unsere Regierung kein Rückgrat zeigt und ihm politisches Asyl anbietet. Sehr schwach…

      Freundliche Grüsse
      Christian Braun

  2. Was gehtn da ab?

    „23.07.2013 US-Spähaffäre sorgt für Wirbel im Düsseldorfer Al-Kaida-Prozes. Von Frank Christiansen

    Mehrere Anschläge sollen in Deutschland angeblich durch das „Prism“-Programm des US-Geheimdienstes NSA vereitelt worden sein. Das wirft im Düsseldorfer Al-Kaida-Prozess Fragen auf. Wurde ein Anfangsverdacht konstruiert, um die wahre Herkunft der Warnung zu verschleiern?“

    http://www.islamische-zeitung.de/index.cgi?id=16999

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