New Yorker NGO veröffentlicht Police Watch App

Stop and Frisk Watch

Die Bürgerrechtsorganisation New York Civil Liberties Union (NYCLU) hat eine App veröffentlicht mit der Polizeikontrollen kritisch begleitet werden können. Die App mit dem Namen „Stop and Frisk Watch“ soll Passanten dazu bewegen rechtswidrige Kontrollen, rassistisches Profiling und unangemessene Durchsuchungen durch die Polizei im Raum New York zu dokumentieren und an die NYCLU zu melden. Die App kann dazu Video, Audio und GPS Daten aufnehmen. Polizisten im Einsatz zu Filmen ist sowohl in den USA als auch in Deutschland (Udo Vetter zum BVerwG-Urteil) durch Gerichtsentscheidungen für legal erklärt worden.

In New York wurden letztes Jahr 685’724 Personen kontrolliert, davon waren nach Angaben der Polizei 605’328 Unschuldig. Nach Auswertung der Kontrollen durch die NYCLU liegt ein rassistischer Hintergrund der „zufälligen“ Kontrollen nahe: 53% der Kontrollierten waren Afro-Amerikaner, 34% Latinos und nur 9% Weiße.

Die App soll nun helfen dies genauer zu dokumentieren und zu ändern. Die Funktionen der App werden wie folgt beschrieben:

RECORD: This allows the user to film an incident with audio by simply pushing a trigger on the phone’s frame. Shaking the phone stops the filming. When filming stops, the user immediately receives a brief survey allowing them to provide details about the incident. The video and survey will go to the NYCLU, which will use the information to shed light on the NYPD’s stop-and-frisk practices and hold the Department accountable for its actions.

LISTEN: This function alerts the user when people in their vicinity are being stopped by the police. When other app users in the area trigger Stop and Frisk Watch, the user receives a message reporting where the police stop is happening. This feature is especially useful for community groups who monitor police activity.

REPORT: This prompts the survey, allowing users to report a police interaction they saw or experienced, even if they didn’t film it.

Zusätzlich enthält die App einen „Know Your Rights“-Bereich in dem sich Menschen, die sich mit der Polizei konfrontiert sehen, über ihre Rechte informieren können. Bisher ist die App nur für Android erschienen, eine Version für iOS (iPhone) soll im August folgen.

Mehr Zeit für kritische Berichterstattung

Ihr kennt es: Zum Jahresende stehen wir traditionell vor einer sehr großen Finanzierungslücke und auch wenn die Planung und Umsetzung unseres Spendenendspurts viel Spaß macht, bindet es doch sehr viele Ressourcen; Ressourcen, die an anderer Stelle für unsere wichtige Arbeit fehlen. Um Euch also weniger mit Spendenaufrufen auf die Nerven zu gehen und mehr Recherchen und Hintergründe bieten zu können, brauchen wir Eure regelmäßige Unterstützung.

Jährlich eine Stunde netzpolitik.org finanzieren

Das Jahr hat 8.760 Stunden. Das sind 8.760 Stunden freier Zugang zu kritischer Berichterstattung und wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik bei netzpolitik.org.

Werde Teil unserer Unterstützungs-Community und finanziere jährlich eine von 8.760 Stunden netzpolitik.org oder eben fünf Minuten im Monat.

Jetzt spenden


Jetzt spenden

6 Ergänzungen

  1. So was sieht der Gesetzeshüter hierzulande gar nicht gerne.
    Der Landesverband Sachsen- Anhalt des BDK hat wegen des „Cop Recorder“s, der eine ähnliche Funktionalität bietet, angekündigt, „weitere erforderliche Maßnahmen“ (mit Ausrufezeichen) zu prüfen.
    Denn:
    „Der Entwickler stiftet hier möglicherweise zu Straftaten an.“
    http://www.bdk.de/lv/sachsen-anhalt/aktuelles/cop-recorder-soll-handlungen-der-polizei-uberwachen

    Der Knackpunkt für den BDK beim „Cop Recorder“ scheint die Heimlichkeit der Aufzeichnung zu sein.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.