Demokratie

Mit Apps und Browser-Extensions gegen SOPA

Im Kampf gegen gegen den „Stop Online Piracy Act“ (SOPA) entstehen neue Formen des Online-Protests, die in Zukunft möglicherweise auch in anderen Themenfeldern zum Einsatz kommen könnten. Die jüngsten Beispiele dafür sind die Browser-Extension für Chrome „No SOPA“ sowie die Android-App „Boycott SOPA„. Ziel ist in beiden Fällen, die Befürworter von SOPA als solche kenntlich zu machen (siehe auch „SOPA: Wer sagt was?„).


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Die Chrome-Extension blendet dazu im Browser bei Webseiten von SOPA-Befürwortern einen roten Warnbalken mit dem Schriftzug „SOPA Supporter! This company is a known supporter of the dangerous ‚Stop Online Piracy Act'“ ein.

Einen Schritt weiter geht die Android-App Boycott SOPA. Bei ihr handelt es sich um einen Barcode-Scanner, der beim Einkaufen vor dem Kauf von Produkten von SOPA-Befürwortern warnen und so den Protest vom Internet in die reale Welt tragen soll. Diese Boycott-Initiative soll dabei verallgemeinern, was im Fall des Webhosters GoDaddy.com erfolgreich war, der nach dem Wechsel tausender Domains  seine Unterstützung für SOPA zurückgezogen hat.

Die Basis für beide Anwendungen ist dabei eine via Crowdsourcing gepflegte Liste von SOPA-Befürwortern.

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10 Kommentare
  1. So etwas wie „Boycott SOPA“ gibt es ja auch in anderen Bereichen, verschiedene NGOs publizieren Hilfsmittel oder Listen oder oder oder, die entsprechend ihrer Ausrichtung dabei helfen bestimmten Firmen oder Produkte zu vermeiden.
    Ich erinnere mich z.B. an einen Barcodescanner (ohne Smartphone, eigenständiges Gerät), welche zeigte welche Hersteller sich an Menschenrechte halten.
    Greenpeace prangert regelmäßig irgendwelche Firmen an oder zeigt Verflechtungen auf etc.

    Vielleicht ist es an der Zeit sich auf ein gemeinsames Datenformat zu einigen und all diese Anwendungen zu vereinen.
    Ich stelle mir das wie AddBlock+ vor, ich entscheide ob ich die „Veganer“-Liste lade und/oder die „Umweltsünder“-Liste und/oder die „Menschenrechtsverletzer“-Liste und/oder wie in diesem Fall sie „Pro-SOPA“-Liste und/oder „Software-Patentierer“-Liste….
    Und soweit man das stardardisiert ist es dann auch egal ob’s nen eigenes Gerät ist, ein Smartphone, eine Online-Applikation oder ein Browser-AddOn.
    Boykott leicht gemacht und für den eigenen Geschmack zusammengestellt. (Statt „no“ und „go“ können solche Anwendungen ja auch ein scoring ausgeben wie viele Listen „getroffen“ haben, sonst kann man irgendwann gar nichts mehr konsumieren ^^)

      1. Die Idee ist ja nicht neu, ich boykottiere Diverses… am Liebsten restriktive Software-EULA XD

        Aber auch sonst, man muss sich schon nen bissl was leisten um von mir gemieden zu werden, aber dann mache ich das (eine Weile) auch konsequent.

  2. Welchen Status hat bei dieser Extension denn GoDaddy.com aktuell? Reicht ein einfaches Lippenbekenntnis, um nicht mehr mit dem Warnhinweis versehen zu werden? Meines Erachtens sollte zumindest darauf hingewiesen werden, daß dieser Anbieter bis vor kurzem zu den Befürwortern zu zählen war. Bei jemandem, der lange Zeit offensichtlich keine Problem hatte, SOPA zu unterstützen, wollte ich nicht Kunde sein – was, zugegeben, bei der illustren Liste und verschachtelten Struktur von Töchterunternehmen etc. gar nicht so einfach ist.

    Andererseits dürften die, die sich die Extension installieren, ohnehin einen Wissensvorsprung haben vor denen, denen man erst erklären müßte, was es mit SOPA und der Extension auf sich hat.

    Wer sich wohl vom GoDaddy.com-Rückzieher einfach hat einlullen lassen? Muß etwa die Sorte sein, die sich zufrieden zeigt, Verfassungsfeinde als Volksvertreter zu akzeptieren.

  3. Verständnisfrage zu Barcodes:

    Hat nicht jeder Betrieb seine eigenen Barcodes, so dass sich erst Leute bereit finden müssten, durch alle Regale aller Geschäfte zu laufen und die Verbindung zwischen Barcode und Produkt herzustellen und in Datenbanken einzuspeisen?

    Falls ja: wäre ein interessantes Projekt! :)

  4. gute Entwicklung.
    Der Verbraucher ist ohnehin viel zu uninformiert, was man mit dem Kauf des Produkts unterstützt.
    Mir fallen jetzt nur Extremfälle ein, wie Nestle mit seiner Privatisierung von Wasserquellen und Ausbeutung hungernder Bevölkerung, oder Müller, wo man den Kauf eines Müller-Produkts genauso als NPD-Parteispende ansehen kann.

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