Generell

Anonymous gegen Leistungsschutzrecht

Es gibt ein Video zur Petition gegen das Leistungsschutzrecht aus dem Umfeld der Piratenpartei. Die Stimme könnte einigen bekannt sein, das ist Bruno Kramm, der auch schon das Anonymous-ACTA-Video seinerzeit auf deutsch synchronisiert hat. Das Video ist visuell gut gemacht. Allerdings wundere ich mich etwas über die Tonalität und das ist auch die Schwäche des Videos: Den Verlegern wird vorgeworfen, das Internet kolonisieren zu wollen, den Gegensatz dazu bilden laut Video die „guten Suchmaschinen“, die davor geschützt werden müssen. Das wundert etwas, denn im globalen Kontext würde ich ja eher Google zu den Kolonialherren zählen. Etwas naiv klingt dann auch der Begleittext:


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Die Freiheit des Netzes wird durch große Verlagskonzerne bedroht.
Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist der erste Schritt zu einem eingezäunten Internet der digitalen Mautstationen!

Als ob es keine andere Bedrohung eines freien Internet geben würde.

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20 Kommentare
    1. Ja, es tut weh sich das ansehen zu müssen. Aber auf der anderen Seite ist es beeindruckend, wie extrem unfähig sich die Piraten geben können, und trotzdem noch die beste Alternative bleiben.
      Zu ihrer Verteidigung: Sie haben wahrscheinlich mit der kritischsten, launischsten und buntesten Wählerschaft von allen einigermaßen relevanten Parteien zu kämpfen. Wer da nicht regelmäßig jemanden verärgert, macht was falsch.

      1. Ich verstehe gerade nicht, wie das Video direkt mit der Piratenpartei in Verbindung gebracht wird. „Videoquelle: Anonymous“
        Also die Korrektur:
        Ich kann mir vorstellen, welche Schmerzen Euch dieser ständige Dilletantismus von Seiten Anonymous kostet.
        Es war also ganz offensichtlich der Kommentar-OP, welcher stellvertretend für Anonymous spricht.
        (schließlich wird ja auch jedes Video und jedes Geschehen, das irgendwie mit Piratenpartei in Verbindung gebracht werden kann, als offizielle Piraten-Position verkauft)

    2. Als LSR-Befuerworter (der ich nicht bin) koennte ich das sehr leicht als „Propaganda-Video der Netzlobby“ bezeichnen, und haette damit vermutlich sogar Recht.
      Das Video ist gut gemeint, aber unglaublich schlecht gemacht, vor allem fuer eine Partei, die eher auf Transparenz als Drumrumgerede setzt.

  1. ach ist das herrlich… wieder eine von diesen „Komm ich jetzt ins Fernseh-Storys“ bei denen es ganz wichtig ist… wenn schon nicht dirket von den Piraten da wenigstens aus dem Umfeld.

  2. »Als ob es keine andere Bedrohung eines freien Internet geben würde. «
    Sorry, aber ich find den Satz mal so richtig daneben.

    Nur noch zu steigern durch:
    »Als ob es keine anderen Probleme in dieser Welt geben würde«

    Wie soll ein einziges Video alle Probleme, Bedrohungen und Lösungen dieser Welt zusammenfassen? Vielleicht so http://is.gd/OszPa2 ?

    Auch dieses „aus dem Umfeld der Piratenpartei“, eine Formulierung wie „aus dem Umfeld potentiell linker Gefährder“.

    Die Suchmaschinen wurden mit Google bebildert, vermutlich weil die wenigsten Hotbot, Duckduck oder AltaVista kennen. Und auch wenn sie jemand kennt, kaum jemand nutzt? Könnte das sein?

    Mir kommt es vor wie das übliche Piratenbashing am Montag.

    Mit freundlichsten Grüßen,
    yt

    (PS,… nein ich bin nicht das dem Umfeld der Piratenpartei. Die nächst liegende Parteizentrale ist ca 50km entfernt.)

    1. @yt: Fällt Dir eine bessere journalistische Formulierung als „aus dem Umfeld der Piratenpartei“ ein, wenn der offizielle Urheberrechtsbeauftragte dieser das Video eingesprochen hat, aber dieses nicht eindeutig als Piraten-Video gebrandet wird? Ich bin für Vorschläge offen.

      Abgesehen davon hab ich nicht „Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist der erste Schritt zu einem eingezäunten Internet der digitalen Mautstationen!“ geschrieben. Damit wird suggeriert, dass es noch keine andere Bedrohung (erste Schritt) gibt.

      Für Piratenbashing sind andere besser geeignet. Wir kommentieren hier Netzpolitik. Und wenn etwas nicht gut gemacht ist, dann sagen wir das auch. Bei jeder Partei.

      1. Kritik hin Kritik her, können wir dann jetzt zurück zum Thema kommen?

        Es geht doch darum das LSR zu verhindern und möglichst viele zur Stimmabgabe bei der Petition zu ermutigen. Wenn dafür ein Video, welches halt nur eine sehr einfache Wahrheit erzählt, gemacht wird und dies an und für sich keine Unwahrheit sagt (zumindest nach meinem Wissensstand) dann ist dass lobenswert. Ja Lobenswert auch wenn die „einfache Wahrheit“ darin an die „einfachen Bürger gerichtet“ ist. Was hilft es denn der Sache wenn dieses Video noch Hunderter andere Fakten beleuchtet und sie dann vom Otto-Normal-Bürger nicht mehr überblickt werden kann?

        Also mit Zeichnen, mit Machen und besser Machen. Aber bitte nicht auf das einfache Pferd des Kritikers Steigen und das Ziel (welches du doch teilst) außen vorlassen.

        1. @Prometheus: Das ist mir zu billig. Ich glaube, das Video könnte besser sein und mehr Menschen erreichen, wenn man einfach ein paar Dinge anders formuliert hätte. Und ich nehme mir auch weiterhin das Recht heraus, Dinge zu kritisieren, wenn ich es für richtig halte.

      2. Mach das, kritisiere soviel wie nötig. Das stand nie in Frage und sollte mein Post so verstanden worden sein dann bitte ich um Entschuldigung. Aber bitte kritisiere auch mit dem Bezug auf Thema. Dass das Video „einfach“ ist sage ich ja auch und dennoch behaupte ich, mehr Informationen führen nicht unbedingt zu mehr Beteiligung. Oder erkläre mir bitte doch mal wie eine Diskussion um Googles Wirtschaftsmodel beim LSR für den Normal-Bürger verständlich gemacht werden kann, ohne direkt ein 30 min Lehrvideo zu machen.

        Ebenso gibt es natürlich weiter Bedrohungen für Uns und das Netz im Video geht es ums LSR und denn „Maut“ Vergleich, eines meines Erachtens unzutreffender Vergleich da nicht der Transit wie bei einer Maut bezahlt werden soll, sondern das Zitieren von auch noch so kleinen Bestandteilen eines Verlagserzeugnisses.

      3. Schade das der Artikel nicht sofort diese deine Gedanken enthielt.
        »wenn der offizielle Urheberrechtsbeauftragte dieser das Video eingesprochen hat, aber dieses nicht eindeutig als Piraten-Video gebrandet wird?«
        Das ist ein Aspekt der mir auf den ersten Blick nicht aufgefallen ist. Das find ich gut, wenn darauf Aufmerksam gemacht wird.

        »Der offizielle Beauftrage für Urheberrechtsfragen, Bruno Schramm, hat ein nicht weiter gekennzeichnetes Video synchronsisiert, dessen Quelle unbekannt ist. « , wäre vermutlich eine journalistische Formulierung.

        Doch ich finde es angenehmer wenn du mehr eigene Meinung als Journalismus hier raus haust. Denn eine gut ausformulierte Meinungsäusserung ist mir pers. lieber als (pseudo-)neutraler Journalismus.

        Mit deinem Kommentar zu der Meldung bekommt die Meldung IMHO doch einen anderen Charakter.

        Mit verständnisvollen Grüßen,
        yt

        (Tschuldigung für den Video Link, ist sonst nicht meine Art … Montag und so … )

    1. Das Internet könnte leider auch in einer Diktatur existieren, wie jedes andere Medium auch. Es ist schließlich technisch gesehen nur ein Netzwerk und den Kabeln ist das politische System in dem Land, in dem diese rumliegen, recht egal.

    1. Bitte, ich kritisiere hier ja auch MB aber dieser Ton ist nicht Nötig. Weder der Kommentar, noch der Kommentator sind „Dumm“.

      Also zur Sache was stimmt den deiner Meinung nach nicht mit dem Kommentar?

  3. Ich glaube ich habe heute nicht genug Kaffee getrunken.
    Ich finde weder dieses “guten Suchmaschinen” noch diese „Die Freiheit des Netzes wird durch große Verlagskonzerne bedroht.
    Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist der erste Schritt zu einem eingezäunten Internet der digitalen Mautstationen!“ Zitat im Video.

  4. Auch ich finde es etwas müsig sich darum zu Streiten ob die Formulierungen von Anonymous nun „Gut“ oder „Schlecht“ sind, vermutlich wollte man das Thema auch Leihen damit etwas Näher bringen?
    Wie es leider oft bei diesen Thema hakt , das viele es nicht Verstehen , bzw denken es Betrifft sie überhapt nicht.
    Google würde auch ich dabei nicht zu den „Kolonialherren“ zählen , da sie keinen Urheberrechte verteidigen und schon vom Haupgeschäft her gegen Schranken im Netz sind.
    Denn eine Suchmaschine die „Ausgesperrt “ wird oder sich Aussperren muss kann nicht funktioneren.

  5. Hach, was Leute so kritisieren. Ich würde ja kritisieren, dass nicht HTTP am Anfang stand, sondern IP. HTTP ist doch nur eins von vielen Protokollen welches selbst auf FTP basiert, welches wiederum auf Telnet basiert.

    Naja, egal. Ich finde es generell gut, das etwas gegen das LSR getan wird, und das sollte auch im Sinne von Markus Beckedahl sein. Kritik ist gut, aber etwas machen ist immer besser als nichts machen. Das sollte man abwägen, nicht dass man die Macher abhält. Konstruktive Kritik wäre das. Und wenn man schon konkrete Ansatzpunkte hat, wieso nicht das Video nehmen und neu vertonen mit einem der eigenen Meinung nach besserem Text. Vielleicht auch etwas anders schneiden. Der Kampagne gegen das LSR schadet es bestimmt nicht, wenn es zwei Videos gibt.

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