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Piraten – Her mit der Urheberrechtsreform!

Dirk von Gehlen hat in der SZ einen guten Kommentar zur Piratenpartei geschrieben, den ich so teilen kann: Piratenpartei vergisst ihre Gründungsprinzipien – Raubkopierer in die Parlamente! Konkret geht es darum, warum die Piraten sich für alles mögliche auf einmal interessieren, aber kaum jemand richtig das Feld Urheberrecht bearbeitet.

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Die Piratenpartei ist – ob sie will oder nicht – Bestandteil dieser Bewegung. Doch derzeit wirken ihre Repräsentanten wie Umweltschützer, die über alles sprechen wollen, nur nicht über Luftverschmutzung, Atomenergie oder den Klimawandel. Auch wenn die patronisierende Aufmerksamkeit des politischen Berlin derzeit angenehmer zu sein scheint: Die Piraten würden gut daran tun, sich an die digitale Bürgerrechtsbewegung zu erinnern und das Urheberrecht auch gegen Widerstände als zentrales Thema zu benennen. Denn es ist nicht nur so, dass sie aus dieser Bewegung erwachsen sind. Sie sind in weiten Teilen auch von ihr gewählt worden.

Macht mal!

Update: Wird wohl leider nichts, wie Christopher Lauer (MdA) mir auf Twitter erklärte:

@netzpolitik @dvg wir wurden in Berlin nicht wegen Urheberrecht gewählt.

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118 Kommentare
  1. Auf Landesebene kann man eben nicht die grosse Urheberrechts Reform durchbringen. Ich denke aber das sich die Berliner Fraktion mehr für offene Daten, Open Acces usw einsetzen kann.

    Z.b. indem Regierungs und Verwaltungsdatensätze usw unter freien Lizenzen veröffentlicht werden usw.w

    1. @€€€: Einerseits entscheidet der Bundesrat über Urheberrechtsreform mit. Andererseits könnten die gerade oft in den Medien präsenten neuen MdAs auch die Öffentlichkeit nutzen, um Position zu beziehen. Und gibt es nicht auch noch eine Bundesebene? Die PIraten konnten doch auch vor ihrem Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus zu allem Stellung nehmen, wozu sie Lust hatten…

    2. Eine Urheberrechtsreform durchzusetzen ist noch weit weg. Mit ihrem ach so überlegenen Politikprozess über LiquidFeedback sollten die Piraten aber schon lange eine Vorstellung entickelt haben, wo sie denn konkret hinwollen.

      1. Dass die Piraten-Fraktion für Apple indirekt Werbung macht, finde ich auf gut Berlinisch auch nicht dufte. Ich stelle mir aber vor, die Notebooks sind Sachspenden, die eine junge Partei brauchen kann. Ich persönlich werde dennoch kein MacBook, oder wie das heißt, kaufen.

      2. Auch auf die Gefahr hin, jetzt einen OS-Flamewar loszutreten: Die werden wohl kaum Apple-Laptops verwenden, um Werbung für die zu machen.
        In manchen Gruppen scheint es wohl üblich zu sein, ein MacBook zu haben. Wenn man sich mal die Info-Profs an der Uni ansieht, da haben auch die Hälfte so einen Apple.

      3. Was ist ein OS-Flamewar? Hab es weder in der Wiki gefunden noch aufschlussreich ergoogeln können.
        Die Bänke des Abgeordnetenhauses sind keine eines Unihörsaals, sondern noch öffentlicher. Prangt der Apple von Apple geschlossene 15-mal aus der Fraktion, fällt das auf. Ich weiß nicht, ob sich Politiker als Werbeträger eignen. Absichtlich oder nicht, könnten die Piraten-Apples werbewirksam sein.
        Außerdem symbolisiert der öffentliche Auftritt der Piraten, wofür sie stehen, ohne einen übertriebenen Maßstab an Politiker anlegen zu wollen. Ich kenne mich mit Macs nicht aus. Läuft die auch in Piratenaugen förderungswürdige freie Software ebenso auf ihnen?

      4. @Veit: In kurz: Ja, „freie“ Software -ich störe mich mal nicht weiter an der Unterstellung, eine Ideologie und Praxis (freie Software) wäre an ein Betriebssystem gebunden- läuft auch auf Macs.
        Mac OS X ist ebenso wie Linux UNIX-basiert; Programme lassen sich also sehr einfach (nur abhängig von Bibliotheken usw. die evtl auch portiert werden müssen) portieren. Trotz der bekannten einfachen Bedienbarkeit versteckt sich darunter ein starker Kern, ursprünglich (Ende der 80er) sind Teile aus FreeBSD und NetBSD eingeflossen.

      5. ROFL. Das ist doch so, als würden die Abgeordneten der Grünen mit einem SUV vorfahren: Deren Glaubwürdigkeit wäre sofort im Eimer … wie auch in diesem Fall.

      6. @Robert: Klar kriegt man auch andere POSIX-konforme Betriebssysteme auf der I-Hypster-Hardware zum Laufen … sofern es sie im Äpp Store gibt ;)
        Hier geht es um die Symbolik und Apple steht leidenschaftlich für das Gegenteil von dem Freie Software Gedanken.

  2. Wie man sich sicher vorstellen kann, werden 15 PIRATEN von Berlin aus nicht alle Probleme Deutschlands lösen. Das die Piraten das Feld des Urheberrechts vernachlässigen, zeigt allerdings erneut den Versuch eine Spaltung innerhalb der PIRATEN herbeizuführen. Das wird leider scheitern. Zum Bundesparteitag in Offenbach werden eine Reihe von Anträgen zum Urheberrecht behandelt:
    https://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal

    Beste Grüße

    1. Das klingt wirklich zu 100% wie bei den Grünen. Vor den Wahlen die große Weltrevolution versprechen und sich hinterher *ausschliesslich* damit beschäftigen, welche Gründe es gibt, dass man nichts ausrichten kann.
      Bei den Grünen hiess das gerne mal „wir sind leider nun der Juniorpartner“, in BaWü heisst es nun „wir sind leider nicht alleine an der Regierung“ und irgendwann wird es dann heissen „wir haben zwar ne Zweidrittelmehrheit, aber unsere Katze hat das Parteiprogramm gefressen.“

      1. Ich bezweifle jetzt mal ganz frech, dass Piraten an der Regierung wohl wenger erreichen würden als die FDP. Die erreicht zwar nicht sehr viel, aber man kann wenigstens den wiederholten Versuch beobachten, den Irren von der CDU Paroli zu bieten. Und Versuche sind mir lieber als Lethargie und dämliche Ausreden.
        Ja, Traurig.

  3. Tjaja.
    http://netzpolitik.org/2011/bundesregierung-will-bundestag-mit-telekommunikationsgesetz-entmachten/#comments
    daniel Erstellt am 27. Oktober 2011 um 13:26 |
    Die Piraten sind eben nicht mehr die 2%-Partei der Netzbürger sondern haben nun eine Wählerschaft von 6-10%, die sich (bekennenderweise) größtenteils aus Protestwählern zusammensetzt. Da reicht eine solche PM eben völlig aus.
    Es gibt ja auch Umweltprobleme, zu denen die Grünen nix mehr sagen, weil sich 90% ihrer Wähler für das Urthema Umwelt gar nicht wirklich interessieren.
    Traurig, aber so kommt es eben…

      1. Ich weiss ja, dass es mittlerweile verpönt ist, wenn jemand versucht, seine Wahlversprechen einzuhalten. Vor allem Grüne haben für sowas kein Verständnis, sie sind es ja auch nicht gewohnt. Gruß aus HAMBURG.

    1. @Piratensocke: Liebe Piratensocke, bisher war mir nicht bewusst, dass das Israel-Iran-Problem sowohl zum Gründungsmythos der SPD, noch zu dem der Grünen gehörte. In deren Namen finde ich auch keinerlei Bezug. Warum sollten wir also?

  4. Was soll der Blödsinn? Wer behauptet, dass da nichts passiert. Warum schreibt Ihr immer die Piraten nieder? Das sind die Guten, die anderen sind die Bösen!

  5. Jetzt gib ihnen doch ein bisschen Zeit. Der Berg an Themen zu denen sie noch keinen Kommentar angegeben haben ist atm noch doppelt so groß wie der zu denen sie es schon haben.
    Und dem Lauer aus diesem Tweet nen Strick drehen zu wollen ist ja fast schon Printmedien…

  6. Nur zur Erläuterung: In dem Text wird nicht gefordert, dass die Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus eine Urheberrechtsreform vorantreibt (aber: Warum eigentlich nicht?). Der Text bezieht sich auf die Ausrichtung der gesamten Partei. Urheberrecht war weder beim Auftritt in der Bundespressekonferenz noch in den zahlreichen Talkshow-Diskussionen Thema. Die Frage „Warum heißen die eigentlich Piraten?“ wurde nicht gestellt und auch nicht beantwortet. Offenbar mit Absicht – so muss man jedenfalls den Tweet von Christopher Lauer bewerten.

  7. Für mich sieht das aus wie ein weiterer Versuch von Herr von Gehlen sein Urheberrechtsbuch zu pormoten.

    Reform des Urheberrechts ist Parteiprogramm, oder? Wird aber eben, wie angemerkt nicht in den Landes- sondern im Bundesparlament verhandelt.
    Natürlich könnte man fordern, dass auch die Berliner Piraten das Urheberrecht mehr zu Gesprächsthemen machen, aber ich glaube auch, dass sie momenten genügend andere Felder zu beackern haben.

  8. Die Piraten werden ständig zu allen Themen befragt. Man vernimmt gerade zu genüsslich, dass sie scheinbar nicht auf alles eine Antwort haben. Und dann beschweren sich die gleichen Leute, dass sich die Piraten um alles kümmern, jedoch ihr Grundthema aus den Augen verlieren. Aber ist das ihr Grundthema? Oder sollen sie vielleicht nur auf das Thema Raubkopieren und Urheberrechtsverletzungen festgenagelt werden. Vielleicht leben die Fragesteller auch in einer Welt, wie sie vor zehn Jahren war, in Schweden oder Holland.

    Übrigens, die SZ hat in den letzten Monaten nicht einen Artikel zu den Piraten veröffentlicht, der nicht gegen die Piraten gerichtet war. Ich bin kein Piratenwähler und bei aller akzeptierten Kritik, aber das ist sehr auffallend und wenig ausgewogen.

      1. @markus: Ich lese die bayrische Ausgabe, aber ich hoffe die unterscheidet sich nicht allzusehr von den anderen :-) Aber mal ernsthaft:
        a) Dein angesprochener Artikel in der SZ am WE ist tatsächlich neutral, beschäftigt sich aber weniger mit der Piratenpartei an sich, mit den Zielen und dem Stand, sondern mit den Teilen der Gesellschaft, die einen „Generationenkonflikt“ betreiben (wollen) und in der Grünenbewegung kein Lager finden. In dem Artikel wird die Partei zwar nicht negativ bewertet, aber fast ein wenig herabgestuft zu einer Protest- oder Auffangpartei. (Okay, muss ja nicht schlecht sein.)

        b) Wie Du die kaum versteckte Kritik in dem Artikel heute überlesen kannst, ist mir nicht ganz klar, sowohl was die Wortwahl („Berauscht von der eigenen Bedeutung scheinen die Piraten vergessen zu haben…“, u.a.) als auch was den Inhalt betrifft. Denn Urheberrechtsfragen auf die Agenda zu bringen ist eben etwas anderes, als das so platt formulierte und alle negativen Assoziationen bedienende „mit dem…politischen Ziel…Raubkopierer, Downloader … in die Parlamente zu bringen“.

        Ein Vorschlag zum Schluss. Wir beschäftigen uns einfach mal mit den konkreten Vorschlägen und neuen Ansätzen demokratischer Willensbildung, als ständig mit Personen (und was sie bei Anne Will gesagt haben) oder mit Aufklebern, die man selbst auf die Personen draufgeklebt hat..

      2. Micha: Wenn Du den Artikel als neutral empfindest, dann hast Du aber Maßstäbe als ich. Es mag nur ein Aspekt abgedeckt werden, aber der ist von Sympathie für die Piraten bzw ihre Bewegung durchdrungen.

        Und der Artikel von Dirk von Gehlen handelt ja gerade von dem Fehlen konkreter Vorschläge.

      1. Sobald die Grünen mit ihren Beißreflexen a la Malte Spitz aufhören und glaubwürdige Politik machen, vielleicht. Die Reaktionen der Grünen sehen mehr nach Existenzangst und Stuhl-wahren aus. Warum geht „ihr“ denn nicht auf die Piraten zu?

        In dem Sinne hat es ein Geschmäckle, wenn du immer solche Artikel bringst. Korrekturvorschläge und Feedback sind wichtig, aber wenn sie von jemandem einer anderen Partei kommen, die Beißreflexe an den Tag legt… dann kann man sich nicht sicher sein, ob es überhaupt um die Sache geht.

        Und wir können ja mal durchgehen, was zu Zeiten der letzten Regierung so gemacht wurde, bei der die Grünen beteiligt waren. Deshalb fehlt ihnen in meinen Augen einfach die Glaubwürdigkeit.

  9. Ja, die Piraten stellen sich derzeit nicht gerade geschickt an, wo doch jede Woche eine Steilvorlage in die Medien kommt.

    Die halte ich übrigens für wesentlich dringender als die Urheberrechtsreform. Die Reform können wir angehen, sobald wir mal Luft zum Atmen haben. Mir persönlich ist das Thema Überwachung und Bürgerrechte derzeit um Längen wichtiger.

    Sehe trotzdem nicht, inwiefern das irgendeine andere Partei besser macht, vor allem angesichts ihrer jeweiligen Glanzleistungen in ihren letzten Regierungszeiten.

    1. Warum kann ich ab Ebene 4 eigentlich nicht mehr direkt antworten?

      Bezug auf @markus, 8.11. 14.06 Uhr:

      Ich bin mir nicht sicher, ob mir das tatsächlich besser gefallen würde. Wie gesagt, Feedback und Korrekturvorschläge sind wichtig, und da bist du wahrscheinlich qualifizierter als ich. Aber auch wenn du nicht wirklich ausfallend wirst, hätte ich lieber mehr machbare Vorschläge und (auch von den anderen Grünen) Zusammenarbeit.
      Ich habe den Eindruck, es wird insgesamt ein bisschen zu zwanghaft Kritik geübt, auch ohne Blick auf die eigene vergangene Regierungstätigkeit.
      Letztendlich wollt ihr doch das Gleiche, oder?

      1. @KH: Mal losgelöst von der ständigigen Unterstellung, ich würde alles nur aus grüner Sicht bloggen, nur weil ich da früher mal aktiv war: Von mir aus kann gerne jede Partei eine progressive Urheberrechtspolitik verfolgen. Macht aber leider keine. Das liegt u.a. daran, dass es überall Kulturkämpfe zwischen Alten und Jungen gibt, zwischen denen, die das Urheberrecht als goldenes Kalb sehen und denjenigen, die eher mit dem Netz aufgewachsen sind und auch mal neu denken können. Daher bin ich etwas enttäuscht, dass es nicht mal die Piraten auf die Reihe bekommen, hier eine ordentliche Lobby und Protest auf die Beine zu stellen, abgesehen von den positiven kleinen Aktionen der Musikpiraten. Und dieser Protest ist notwendig, sonst ändert sich nichts in den anderen Parteien und der Gesellschaft.

      2. Es hängen eben zuviele Einnahmen und Lebensmodelle an den alten Urheberrechten. Und neue realistische Modelle sehe ich kaum. Kulturflatrate? Damit sich ein Gema-mässiger Klüngel die Gelder zuschanzt? CC-Lizenzen? Wo bleiben da die Einnahmen, und mit der Qualität solls auch manchmal hapern. Bliebe vielleicht das BGE, das solche Probleme mit abfedern würde, aber auch mit dem hadern alle Parteien inkl. Piraten.

        Letztens ist es ja eine technische Entwicklung (Digitalisierung), die hinsichtlich Rechten wenig durchdacht oder geplant war, und nun das potential besitzt, eine ganze Ordnung von (immateriellem, „geistigen“) Eigentum völlig zu erschüttern. Da sehen wir gerade mal erst die Anfänge von. Das muss auch nicht alles supi und toll sein, was das in seiner Konsequenz bedeutet. Das kann tatschlich auch gewachsene Kulturen zerstören, die einem lieb sind (gute Zeitungen, große Filme etwa).

        Und die Antwort, wenn man es mal utopisc durchdenkt, wird so eine Art Kommunismus hinsichtlich immaterieller Güter sein müssen, oder ein Polizeistaat, der das geistige Eigentum überall wahrt und die Sünder stets verfolgt. Ist dann evtl. die Frage, was man schlimmer findet.

        Den Piraten mache ich nicht den Vorwurf, hier DIE praktikable Lösung zu haben jenseits von Open-Source-Liederbüchern. Ich würde aber von ihnen einfordern, dass sie recherchieren und sammeln, was es so an Vorstellungen gibt für eine Lösung, und diese zu diskutieren, weil es sonst ja eben noch niemand wirklich macht, schon gar nicht lobbyhörige Parteien. Mir scheint aber, die Piraten sagen gerade eher „das würden wir evtl in nächster Zeit mal in Angriff nehmen, mal gucken“, und DAS ist auch mir zu lahmarschig, denn das Thema diktiert seine eigene Geschwindigkeit, und die Diskussion ist einerseits überfällig und findet andererseits andernorts schon statt.

  10. Armer Markus. Man kann sich seine Kommentatoren nicht aussuchen. Und meine sehr geehrten Piraten: Entspannt Euch und macht einfach mal was. Machen ist besser als meckern.

  11. Ich würde dem Artikel auch weitestgehend zustimmen. Allein schon aus dem Grund, dass ich immer wieder lesen und hören muss, die Piratenpartei sei, wie man schon am Namen erkenne, nur eine Ausgeburt unserer Spaßgesellschaft. Daher denke ich schon, dass es wichtig ist, gerade dieses Thema etwas mehr in die Medien zu drücken. Auch wenn die Berliner Piraten diesbezüglich nicht unbedingt sofort große Sprünge machen können – sie sind momentan nunmal die Gruppe mit der größten medialen Aufmerksamkeit.

    Andererseits hat Herr Lauer meiner Meinung nach auch Recht, wenn er sagt, dass man in Berlin nicht unbedingt wegen dieses Themas gewählt wurde. Gestern Abend habe ich noch eine Satiresendung mit einem Beitrag zu den Piraten gesehen. Die entsprechende augenzwinkernde Aussage, warum der Mensch die Piraten gewählt haben will – „Ich wollte mal wieder von Amateuren regiert werden.“ – enthält meiner Meinung nach viel Wahres. Viele Leute haben einfach keine Lust mehr auf verbrannte, realitätsferne Berufs-Politiker.

    Nun müssen die Piraten „nur“ den Spagat zwischen diesen verschiedenen Wählerschaften schaffen. Mal schauen ob und wann sie das schaffen. Das ist hart. Aber da müssen sie durch, wenn sie auf Dauer erfolgreich sein wollen.

  12. Ich halte es da mit Lobo, der mit der PP auch nichts am Hut hat, sondern die SPD bevorzugt. Er meint, die PP liegt beim Urheberrecht total daneben. Das finde ich ebenfalls, daher ist die Partei für mich niemals wählbar. Und oben wurde es schon geschrieben: Ein paar Heinis in Berlin interessieren den Rest Deutschlands herzlich wenig. Bis sich die PP im Land ausbreitet, dauert es noch zwanzig Jahre. Bis dahin sind sie so gelackt und ölig wie die Grünen. Aber wie geschrieben, Urheberrecht ist die Kernaussage. Auch in zwanzig Jahren nicht wählbar, sollte sich diesbezüglich nicht ausdrücklich was ändern. Die PP ist auf dem falschen Dampfer, da hilft nur umsteigen in ein Segelboot.

    Dani

      1. Ich wähle die PP nicht, daher ist es mir bis dato sowieso egal, was sie machen. Sie sind zu schmächtig, um großartig zu beunruhigen. Und wenn sie so weiter machen, dann sind sie so schnell weggesegelt, wie sie am Ufer angelegt haben.

        Dani

  13. Als Pirat der ersten Stunden halte ich das Themenfeld „Urheberrecht“ gar nicht für das Thema der Partei. Die Sache mit dem Urheberrecht und der daran anhängenden Durchsetzungsaktionismus war natürlich der Anlass für die Piratenpartei sich zu gründen, nicht aber der Grund.

    Niemand bei der Piratenpartei hat ja etwas dagegen, dass kreative Menschen von ihrer Arbeit leben können sollen, und dass man da grundsätzlich so etwas wie ein Urheberrecht braucht. Man ist dagegen, dass bei der Rechtsgüterabwägung derzeit ständig und immer wieder die Freiheitsrechte des einzelnen und die freie Nutzung von Datenkopiermaschinen (also: Computern) den Kürzeren zieht.

    Und da ein Urheberrecht, dass ich nicht durchsetzen kann, ohne massive Freiheitseinschränkungen auf allen Feldern des Lebens hinzunehmen als gescheitert anzusehen ist, braucht es wohl langfristig ein neues. Das ist allerdings ein verdammt dickes Brett zu bohren, zumal in weiten Teilen der Gesellschaft dieses Verständnis noch nicht vorhanden ist.

    Erst wenn die Einsicht, dass Freiheit wichtiger als Profit und Sicherheit ist, bei dem Großteil der Leute fest verankert ist, können wir uns endlich alle an einen Tisch setzen und dann auch das Urheberrecht neu regeln.

    Bis dahin ist das vergebene Liebesmühe. Und deswegen bin ich eben auch nicht mehr in der entsprechenden AG aktiv.

  14. „[…] wir wurden in Berlin nicht wegen Urheberrecht gewählt.“

    Woher will der wissen warum ich Piraten gewählt hab?

    Piraten? Piraterie? Raubkopien und die ganzen Propagandabegriffe? Piratbay? Warum heisst die Partei noch mal so?

    Politiker sind so … Hauptsache gewählt worden sein.

    1. Er behauptet nicht zu wissen, warum du wen auch immer gewählt hast. Das war eine allgemein gefasste Aussage, statistisch. Und wie Statistiken nunmal sind, kann man damit keinen einzigen Einzelfall begründen.
      Wenn 3% der Wähler wegen Urheberrecht Piraten gewählt haben, ist das nur ein Drittel der Stimmen, die korrekte Aussage also: sie sind nicht wegen Urheberrecht gewählt worden.

      Wie auch immer. Man kann eine fast eltumfassende Doktrin nicht einfach so umstoßen, sobald man in einem Regionalparlament ein paar Leute hat.
      Atomkraft hat 30 Jahre nach dem Einzug der Grünen ins Bundesparlament gebraucht, und geht noch 10 Jahre. Und außerhalb Deutschlands gibts sie immer noch.
      Neoliberalismus. Die schlimmste Krise seit fast einem Jahrhundert vor 4 Jahren, und was ist los? Occupy wird immer noch von vielen ausgelacht. Vernünftige Regeln? Praktisch keine. Lobbyismus?
      Wenn das Urheberrecht in 10 Jahren vernünftig geregelt ist, wäre das ein unglaublicher Riesenerfolg. Wenn in 20 Jahren Korruption und Geldlobbyismus halbwegs ausgerottet wäre, wäre das ein Wunder.
      Das ist nichts weniger als der fast komplette Umbau des Staatswesens und der Politik.

  15. Der Grund warum die Piraten noch kein fertiges Konzept haben für eine Urheberrechtsreform ist schlicht der, dass es ein sehr weites und höchstkomplexes Feld ist. Urheberrecht ist verwoben und verwandt mit dem Patentrecht, Markenrecht und Zitierrecht, Informationelle Selbstbestimmung, hat Auswirkungen auf Medien (GEMA, GEZ, Journalismus, wissenschaftliche Publikation, Musik, Zeitungen, …) und noch vieles mehr. Für den BPT im Dezember liegen etliche Konzepte vor, die alle Kandidaten für „tl;dr“ sind, zum Beispiel: http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf

  16. Wie bekommst du eigentlich deine Theorie, die Piraten würden sich nicht mehr für Urheberrecht interessieren mit deinem Artikel von letzter Woche unter einen Hut:
    http://netzpolitik.org/2011/drittes-update-zum-schultrojaner/

    Das ist einer der Punkte, bei denen man auch auf Landesebene Urheberrechtspolitik machen kann, und die Piraten tun es innerhalb ihrer Möglichkeiten.
    Wenn sie (aus der Opposition eines kleinen Landesparlaments) die Änderung von Bundesgesetzen forderten, würden sie (zu Recht) ausgelacht werden. Sie sind nicht dafür zuständig, sie können weder Vorschläge einbringen, noch darüber abstimmen, da sie im Bundestag gar nicht vertreten sind. Im Bundesrat übrigens auch nicht, dafür müssten sie Teil der Regierungsfraktion in Berlin sein.

      1. Die Piraten im Allgemeinen sitzen (mit Ausnahme der Berliner Piraten) aber in überhaupt keinem Parlament, und haben dementsprechend auch nichts zu entscheiden. Ist aber auch schwer zu verstehen. Insbesondere wenn man für eine andere Partei Meinung machen will.

        1. @ Autolykos: Es geht nicht um Entscheiden, sondern um das Artikulieren von Forderungen. Die Piraten haben doch auch zu vielen anderen Themen eine Meinung (Ok, soviele sind es nicht, aber es gibt Themen mit Positionen).

      2. Der Punkt soll sein, dass die Piraten außerparlamentarisch zuwenig unternehmen. Es ist dementsprechend eine Frage, wieviel Beteiligung man dort erwartet. Mir als Piratenwähler wäre da ein bisschen mehr auch lieber.

  17. Lieber Markus,
    so sehr ich dein Blog und deine netzpolitische Arbeit und auch deine kritische Stimme schätze, hege ich Zweifel darüber, ob dieser mediale Aufruf von Dirk von Gehlen, dem du dich vorbehaltlos anschließt, mit dem Selbstbild der Piraten verträglich ist.
    Die Piraten betonen, dass sie im Gegensatz zu den anderen Parteien, a) Professionalisierung von politischen Figuren/personalen Akteuren und Meinungsführern durch basisdemokratische Kontrolle (so z. B. durch den fortwährenden Verweis auf die Basis zur Selbstlegitimation) einschränken wollen und b) ein prozessuales, wenn du so möchtest, hoch diskursives Verständnis (eXtreme Programming?) von politischer Meinungs- und Willensbildung haben, aus denen dann Anträge, Anfragen und Konzepte entwickelt werden, die offenbar ebenfalls als fließend betrachtet werden(, also nicht auf steinere Gesetzestafeln geschrieben wurden) und – das ist das entscheidene – durch die instutitionelle Form der Partei wiedergespiegelt werden sollen.

    Gesetzt den Fall, meine kurze Skizze des Piratenselbstbildes ist näherungsweise korrket, wird eine Handlungsforderung von Außen – »Urheberrecht muss zentrales Thema werden« – in einer sich so bewusst als heterogen wahrnehmenden Gruppe erst einmal auf Ablehnung stoßen – unabhängig ob sie inhaltlich oder strategisch mittel- bis langfristig bedeutend sein könnte.

    Wäre es nicht besser gewesen den Artikel zum Anlass zu nehmen, konstruktive Kritik zu äußern? Etwa in den Sinne: Lasst uns das Urheberrecht endlich anpacken, wo drückt der Schuh, insbesondere wenn derjenige an dem die Forderung gerichtet ist, ein »Ich-bin-noch-nicht-soweit« signalisiert? Das wäre im Sinne einer kooperativen Herangehensweise vielleicht besser gewesen, zumal ich davon ausgehe, dass der Wunsch nach einer Novellierung des Urheberrechts frei vom (ausschließlichen) „Primat der Ökonomie“ in beider Sinne ist, oder?

    Jetzt haben beide Seiten leider als Kurzschlussreaktion nur Fingerpointing zelebriert.

    Schade! (0:0 und doch zwei Eigentore.)

    1. @Tobias: Warum soll ich einen Artikel schreiben a la „Wo drückt der Schuh“, wenn ich hier seit Jahren über die Thematik schreibe. Die Probleme sollten bekannt sein. Alleine der Wille scheint zu fehlen.

  18. Sorry @netzpolitik, aber das Nachplappern eines Mietschreiberlings der SZ ist ja wohl wirklich eher undifferenziert und mit Verlaub stillos.
    Zur Verdeutlichung: Das UrhG und anverwandte Gesetze sind i.d.R. Bundesgesetze.
    Diese bzw eine Befassung mit deren etwaigen Änderung mit der Tätigkeit von 15 Abgeordneten im AGH in Berlin oder mit der FDP in BT und Regierungskoaliton zu verwechseln oder zu vergleichen, kann wohl schon nicht mehr als Flüchtigkeitsfehler bezeichnet werden.
    Die Befassung findet notwendigerweise außerparlamentarisch statt. Parteiprogramm der Piratenpartei lässt sich übrigens im „Netz“ nachlesen. Insoweit ist es notgedrungen und mangels demokratischer Legitimation auf Bundesebene „Netzpolitik“.

    1. @Europhonie: Sorry, soll ich lachen? Lies Dir doch mal Kommentare vorher durch, damit ich mich nicht in einer Dauerschleife wiederholen muss. Es geht hier nicht darum, dass die 15 MdAs jetzt alle Urheberrechtspolitik machen müssen, sondern um die anderen 15.000 Mitglieder, die das könnten, aber kaum tun.

      Und der „Mietschreiberling“ hat einen Punkt, den ich teile. Und ich bin mir sicher, viele andere auch.

  19. Hyper, hyper, is everybody on the floor?? Man könnte meinen, Merkel habe gerade eine Regierungserklärung abgegeben. Stattdessen entzündet sich hier der Storm an einer Partei, die mit gerade 15 Leuten in Berlin irgendwie irgendwas zu machen versucht. Die PP ist lächerlich bis dato. Einige Leute machen hier einen Affentanz um nichts. Das ist Thema in zehn Jahren, nicht heute! Wenn sich jede Splitterpartei so wichtig nehmen würde, wie es die PP macht, wo kämen wir dann hin? Die PP ist NICHTS! Sie muß sich in den nächsten Jahren erst entwickeln. Sie ist ein Säugling! Sabber, kack und Windel, wie man sieht und liest. Ihr PP seit UNWICHTIG! Und da hilft auch das Kreischen nach der Nuckelflasche nichts.

    Dani

  20. Es ist doch jedes mal das selbe wenn jemand die Piraten kritisiert: Die Piratenanhaenger im Kommentarbereich wie auch bekannte Gesichter der Bundes- und Landespolitik benehmen sich wie kleine Kinder, denen man das Schaeufelchen weggenommen hat, reagieren beleidigt und polemisch.
    Anstatt ein Sachthema zu diskutieren ergeht man sich in Ausfaelligkeiten und Verschwoerungstheorien.

    Und bei allem Geschrei ist man selbst nicht einmal kompetent genug um den Datenschutz in einem Bewerbungsverfahren zu wahren. Das war wohl die Piratenversion von Post-privacy…

    Man wird sich wohl einen anderen hoffnungstraeger suchen muessen.

    1. Und es ist doch immer das Gleiche: kaum übt jemand mal Kritik an der Piratenkritik, kommen die Gegner mit beleidigenden, pauschalisierenden und vor allem argumentfreien Unsinnsposts daher.

      Den Schuh können sich in dieser Debatte – wie praktisch immer – Leute beider Seiten anziehen.

  21. Ich sehe es auch so. Piraten, bitte kümmert euch um eure Kernthemen und verrennt euch nicht in der dummen Idee eines Vollprogramms. Der Druck dieses zu tun kommt sicherlich nicht von Menschen die euere Kernthemen verstanden haben oder die euch was gutes wollen. Also nochmal: Hört auf euch in Turbogeschwindigkeit anzupassen und kümmert euch bitte, bitte um eure Kernthemen.

    1. Ich sehe es ähnlich. Zumindest in Kernthemen wie Urheberrecht sollten die Piraten mit Kompetenz glänzen. Das ist doch der Anspruch mit denen sie angetreten sind, der sich sogar im Namen wiederspiegelt. Sich jetzt hinzustellen und Urheberrecht als Nischenthema hinzustellen ist doch mehr als fraglich. Für die Piraten Berlin kann ich das noch verstehen. So etwas sollte auf Bundesebene geregelt werden. Dennoch würde ich mir hier stehende Konzepte und Meinungen wünschen. Was für konkrete Änderungen sollen vorgenommen werden. Wenn diese ausformuliert sind kann man dann auch endlich diese als Konzept vorschlagen. Der CCC hat zum Beispiel etwas wie die Kulturwertmark als Konzept vorgeschlagen. Warum kommt bei den Piraten nichts. Da steht etwas wie GEMA 2.0 schon jahrelang in der Prärie. Es geht doch nicht darum all diese Konzepte zu nehmen, sondern sich auf eins dieser Konzepte zu einigen.

  22. Lauer hat ja recht, wenn in Umfragen tatsächlich nur 10% Wähler sagen „wegen des Programms“ und 90% irgendwie diffus „aus Protest“, „weil die so anders sind“, etc. Die Konsequenz wäre dann aber, nun irgendwie diffusen Protest zu vertreten. Das kann man machen, damit gewinnt man im Netz dann aber keinen Blumentopf mehr. Und der Piratenhype kam ursprünglich aus dem Netz… und wenn es böse kommt, findet er dort auch sein Ende…

    Aber es sind so viele bei den Piraten, dass da sicher auch einige Gute und Schlaue dabei sind. Die müssen sich jetzt eben mal mehr bemerkbar machen, und ihre schnarchenden Twitter-Kollegen darauf hinweisen, dass eine Partei, die nur diffus auf Protest macht, eher wenig Zukunft hätte. Dafür gibt es viele Beispiele.

  23. Nur wegen der Urheberrechten und deren verquerte Welt sind wir auf die PIRATEN aufmerksam geworden…und natüüüüürlich distanzieren sie sich jetzt, da sie einen Hauch von Erfolg spüren…ich meine, es sind ja auch nur Politiker….Sorry @Schmidtlepp ey, mich hast du als Wähler verloren!

    1. Schittlepp glaubt laut folgenden Twitter-Kommen nicht daran, dass die Frage des Urheberrechts auf Landesebene geregelt werden kann. Die Aufregung aufgrund eines 160-Zeichen Satzes ist also mehr als fraglich ohne weitere Details und Aussagen dazu.

  24. Christopher Lauer hat mal gesagt, die Piraten wollten von ihrer maritimen Wahlkampfsprache weg. Ohne sie lassen sich die Piraten namentlich nur in Verbindung mit Urheberrecht erklären. Die Partei ist nicht glaubwürdig, solange sie Urheberrecht nicht zu einem Kernthema macht, eben professionell zu Urheberrechtsfragen Stellung beziehen kann. Wo bleibt der Urheberrechtliche Sprecher der Bundespiraten?
    Ich pflichte Markus bei: Die Piratenpartei könnte ihre durch die Berlinwahl gewonnene öffentliche Aufmerksamkeit durchaus nutzen, um zu einem ihrer eigentlichen Kernthemen auf Bundesebene Stellung zu beziehen.
    In Berlin scheint das Thema Urheberrecht also von geringer Relevanz zu sein. Keine Ahnung, wieweit eine oppositionelle Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses auf den Bundesrat Einfluss hat und wieweit der im Einzelnen auf Bundesgesetzgebung.

    1. @Veit
      Alleine an Deinem Beitrag erkennt man, daß Ihr einen an der Klatsche habt. Größenwahn und Verblendung. Adolf grüßt mit „Mein Kampf“. Die Piraten sind keine Flachflieger, sie sind Untertassen.

      Dani

      1. @Veit (Erstellt am 8. November 2011 um 19:51)
        Jetzt weine doch nicht. Ich mag die Piraten durchaus. Sie sind nur manchmal etwas….äh…doof?…naiv?…ungebildet?…blauäugig?…größenwahnsinnig?…eitel?…oder einfach peinlich?

        Wie dem auch sei, ich halte es mit den „Ärzten“, die einen guten Song geschrieben haben > Manchmal, aber nur manchmal, haben Männer was auf die Fresse verdient. <

        Ich bin natürlich nicht dieser Meinung. :-D Bis demnächst.

        Dani

      2. Anstatt die geringe Frauenquote der Piraten zu bemängeln, Dani, engagier dich doch bei ihnen! Ein paar Frauen mehr täten ihnen gut. Vielleicht wären sie dann weniger naiv, blauäugig usw. :) Nein, diese Partei hat sehr wahrscheinlich das nötige Wissen, auch da ihre Mitglieder aus unterschiedlichsten Berufen kommen, u. a. dem IT-Bereich und der Juristerei. „Viele Studenten!“ beschreibt die Mitgliederstruktur aber wahrscheinlich ziemlich gut.

      3. Ach so, der Refrain in dem Ärztesong lautet richtig: „… Manchmal, aber nur manchmal, haben Frauen ein kleines bisschen Haue gern …“ Ein anderer Song der Ärzte heißt: „Immer mitten in die Fresse rein“ Beide politisch unkorrekt!

  25. Die PIraten sind in Berlin nicht wegen des Urheberrechts und leider auch nicht wegen der Bürgerechte ins Abgeordnetenhaus gekommen.
    Es lag wohl eher daran, dass sich einse Stimme für eine Partei, die sich selber als ahnunglos darstellet, ideal dafür eignet anderen Parteien zu zeigen was man von ihnen hält.
    Die Kehrseite der Medallie ist, dass es jetzt jeder in dieser Partei, der für Bürgerrechte oder was auch immer in der Öffentlichkeit auftriit erst mal wieder klarstellen muss, das er doch Ahnung könnte, obwohl er ein Pirat ist.

  26. Das Problem sehe ich aber eher darin, das die Piraten, wenn sie sich in die Urheberrechtsdebatte einschalten, der Lobby und den anderen Parteien eine Angriffssteilvorlage bieten.

    Ich denke die Artikel und Statements sind schon geschrieben, in denen behauptet wird ‚Seht ihr, die Piraten sind doch nur böse ‚Raubmordkopierer‘ und man habe das ja schon immer gewusst …

    Ich denke das ist der Grund, warum das bis nach der Bundestagswahl warten muss, wenn sie es bis dahin schaffen ;)

    1. @Agisb: Als jemand, der ständig mit diesen Lobbys in Kontakt kommt: Der Zug ist eh abgefahren, die verbreiten überall in Medien und Politik, dass die Piraten das Urheberercht abschaffen wollen. Unsereins gehört dann zu den wenigen, die wiederum die Piraten verteidigen, weil diese sich leider kaum selbst zu Wort melden. Das nervt!

  27. Himmel, was für ein Aufriss und dann ist der auch noch mächtig daneben.

    Es werden wieder einmal Birnen mit Äpfel verglichen, wird unterstellt und wieder einmal nicht verstanden, wie der Weg der Piraten, an derlei Probleme zu arbeiten, ist.

    Gemeckert wird über die Piraten im allgemeinen, man nimmt sich ein Thema heraus, dass auf Bundesebene abgearbeitet wird und nicht auf Landesebene und dann wird fleißig auf die 15 Hanseln eingehauen, die in Berlin im Landtag sitzen. Gleichzeitig werden dann alle 15000 Mitglieder angezählt, weil sie sich nicht fürs Urheberrecht interessieren – angeblich.

    Mal ganz ehrlich, Herr Beckedahl: gehts noch? Haben Sie überhaupt verstanden, wie die Piraten arbeiten wollen und auch arbeiten? Es werden in den Kommentaren ausreichend Belege in Form von Links aufgezeigt, dass das Thema des Urheberrechts sehr wohl ein aktuelles Thema bei den Piraten ist. Es ist allerdings nicht das einzige und trotzdem wird es doch bearbeitet. Die Piraten haben also keineswegs vergessen, wo überall der Schuh drückt. Aber man darf ja mal drauf herum hauen. Es kommt halt nicht alles gleich und sofort und überhaupt. Das ist dunkelste Journalie, wie ich ihn hier nicht erwartet habe, aber immer öfter zu lesen bekomme.

    Es wird ein massives und unbegründetes Piratenbashing betrieben. Ein Schelm wer da Parteipolitik im Hinterkopf hat. Und dank der Twitter Timeline bekommt man dann auch noch mit, von wem da überall Lob rüber gereicht wird.

    Herr Beckedahl, sie haben sich mit diesem Blogg und der DigiGes der Netzpolitik verschrieben. Bitte recherchieren sie in diesem Sinne das nächste Mal etwas intensiver, sonst gehen ihnen wieder Diskussionen bei den Piraten durch die Lappen und sie bashen wieder einmal nur weil sie die Scheuklappen nicht abgelegt haben.

    Und um Missverständnissen vorzubeugen: Nein, ich meine nicht den Ausgangsartikel,auf den sie sich beziehen, ich meine ihre Wortmeldungen dazu. Sie lassen einfach vermissen, dass sie wenigstens zur Kenntnis nehmen, dass die Piraten sehr wohl Urheberrecht bearbeiten. Halt nur nicht so, wie sie sich das wohl vorstellen. Herzlichen Dank für das säen des Spaltpilzes, Herr Beckedahl.

      1. @marcus:
        1. Melebert bitte ;)
        2. Ich bin kein Pirat weder als Profession noch im Sinne einer Parteimitgliedschafft
        3. Sie werden andere Sichtweisen akzeptieren müssen, wie ich auch.
        4. Gegenrede wird recht häufig mit „Blabla“ und „Boden nach unten öffnen“ erwidert. Das nenne ich souverän und sachbezogen. Das was ich da oben geschrieben habe, würde ich auch in einem vis-a-vis Gespräch sagen, weil die Einseitigkeit der Sichtweise des Artikels und ihrer obigen Worte offensichtlich ist.

        Es mag sein, dass es schwierig ist zu akzeptieren, dass nicht alles und jedes Netzthema sofort mit aller macht und einer endgültigen Meinung durch die Piraten vertreten wird. Dass jeder netzpolitische Aspekt nicht optimal (aus welcher Sichtweise eigentlich optimal?) angegangen wird, sollte aber nicht zu einem bashen eines Mitstreiters führen. Aber genau das wird aus meiner Sicht betrieben und genau dagegen wende ich mich und genau da werfe ich Ihnen die Scheuklappen vor. Ich hoffe, dass sie den geposteten Links zu den Piratenseiten endlich gefolgt sind, um sich selbst davon zu überzeugen, dass da kein absolute Stillstand herrscht was Urheberrecht betrifft. Es fehlt einzig am Trommelwirbel in den Medien. Ich hoffe, das sich die Piraten noch eine Weile den etablierten Medien (und den vermeintlich anderen und neuen Medien) entziehen. Sprücheklopfer gibt es genug im politischen Alltag und die werden von den Medien auch immer gerne zitiert, obwohl nichts neues ‚rüber gebracht wird oder halt nur Schwachfug. Das merken auch Sie immer wieder mal an und halten es ebenso nicht für gut.

        @Hugo: Es wird permanent kritisiert, dass die Piraten nicht so funktionieren, wie die anderen Parteien, dass sie nicht ständig zu allem und alles irgend etwas verlautbaren oder ankündigen. Die Piraten sind aber auch angetreten vieles anders zu machen, nämlich auch den Polit-Rummel durch Transparenz zu ersetzen. Jetzt die Frage zurück gestellt: Wer ist hier eher im Widerspruch, weil er einerseits die Piraten wählt und dann verlangt, dass sie den gewohnten Medien- und Polit-Rummel mitspielen? Genau das steckt auch hinter dem Bashing: „Ihr sagt nichts also macht ihr auch nichts!“

        Ich wäre enttäuscht, wenn jeden Tag zu allen möglichen und unmöglichen Medienhypes eine Botschaft aus der Presseabteilung der Piraten kommen würde. Die Piraten wären dann angepasst und ich würde nicht mehr erwarten, dass sie etwas anders machen können als die anderen Parteien. Sie wäre zu etabliert. Der Punkt wird noch früh genug kommen. Siehe Grüne. Es sind nur wenige Jahre, wo sie allein durch die Themenwahl und ihre pure und durch Wählergunst unterstützte Existenz bei den etablierten Parteien die Richtungsentscheidungen mitbestimmen kann.

    1. Kommentare wie dieser von dem Melabert lassen mich immer wieder daran zweifeln, ob ich den Piraten ein weiteres Mal meine Stimme geben sollte. Anstatt den Punkt mal aufzunehmen, den Markus hier genannt hat, gibt es die bewährte Piraten-Strategie, erstmal für (imho in diesem Fall berechtigte Kritik) ordentlich Schlamm zu werfen. darf ja nicht sein, dass jemand unsere tolle Partei kritisiert!1!

      @Markus: Ich hoffe, Du lässt Dich nicht entmutigen, hier weiter Deine Meinung zu schreiben.

      1. Als ob sich die Geisteshaltung aller Piraten an den Forenskommentaren einiger weniger festmachen ließe. So ein Blödsinn! Auch Nicht-Piraten haben ebensolchen Unsinn verzapft, auch hier bei diesem Beitrag. Sind die dann auch alle böse?

  28. Sobald hier ein Kommentar gepostet wird, der Pro- Piraten interpretiert werden kann und außerdem den sachlichen Dialog vermissen lässt, muss das ein böser Pirat gewesen sein. Man kann dann gerne von Trollen reden, aber nicht jeder Troll ist Pirat und schon gar nicht jeder Pirat ein Troll. Es verwundert mich jedoch sehr, dass ein lapidarer SZ- Pausenfüller- Artikel so viel Beachtung findet. Die Programmatik zum Urheberecht bei den Piraten ist sehr detailliert und umfangreich. Ungeachtet ihrer Position, das Urheberecht reformieren zu wollen, kann man doch nicht behaupten, sie würden sich nicht mehr darum kümmern, nur weil nicht ständig davon gesprochen oder geschrieben wird. Man verlangt von den Piraten, sich abseits ihrer Kernkompetenzen zu etablieren. Genau dies geschieht jetzt. Es ist nicht notwendig, wenn die Thematik „Urheberrecht“ nicht auf der Tagesordnung steht, diese explizit vorzuziehen. Womöglich würde man den Piraten dann den Vorwurf machen, dass es gerade andere und aktutere Probleme gibt, wozu sie sich besser mal positionieren sollten.
    Schade eigentlich, dass man auf Netzpolitik.org die Piraten als neues Feindbild entdeckt zu haben scheint, sind es doch überwiegend auch Piraten, die die netzpolitischen Ansichten dieses Blogs teilen.

    1. @Johannes Döh: Hast Du Dir Kommentare vorher durchgelesen, bevor Du Deinen Pausenfüller-Kommentar hier reingeschrieben hast? Ich sehe die Piraten nicht als Feindbild, ganz im Gegenteil, und bin gespannt auf Deine Argumente, warum das so sein sollte. Nun?

      1. @ markus:

        Ich bin mir nicht sicher, ob das nun direkt oder überwiegend an dich gerichtet war. Klang für mich eher nach einer Kritik an den Reaktionen auf Piraten-Posts, in die dann außerdem die Meinung zum Ausgangs-Blogpost hineingeschrieben wurde.

        1. @KH:

          Schade eigentlich, dass man auf Netzpolitik.org die Piraten als neues Feindbild entdeckt zu haben scheint, sind es doch überwiegend auch Piraten, die die netzpolitischen Ansichten dieses Blogs teilen.

      2. Das können auch die Mitkommentatoren sein, die „auf Netzpolitik“ kommentieren. Aber bevor ich hier jemandem etwas unterschiebe, sollte Johannes das lieber selbst erklären, wenn er das hier noch liest.

      3. Ich habe den Artikel (sowohl als auch gelesen) und 98% der Kommentare gelesen. Ich habe meine „Feindbild“ Ansicht, die übrigens niemand teilen muss, nicht auf einzelne Personen oder deren Kommentare bezogen, sondern sehe diese Tendenz auch in anderen Artikeln, die hauptsächlich oder beiläufig die Piraten berühren. Es ist schon sehr auffällig, dass u.v.a. auf netzpolitik.org in hohem Maße Kritik an den Piraten geäußert wird, was durchaus an gewissen Stellen berechtigt ist, sich dadurch aber nicht die Defizite in der gleichen Thematik bei anderen Parteien ausblenden lassen. Wenn man (wie hier am Beispiel des SZ- Artikels) Kritik an einer (ehemaligen) Kernkompetenz der Piraten übt, würde ich es nur gerecht finden, wenn man dies ins Verhältnis zu anderen Parteien stellen würde. Es wird irgendwie der Eindruck erweckt, die Piraten sollten aus dem Stand die Probleme lösen, die andere Parteien seit Jahrzehnten schleifen ließen. Können sie dies auf Anhieb nicht oder gibt es einzelne Kritikpunkte, erscheint es schließlich so, dass die Piratenpartei schuld an der Ist- Situation wäre. Wie gesagt, dass ist nur der Eindruck, den ich bekommen habe, der sich keineswegs mit der Allgemeinheit decken muss. Hätte ja sein können, dass es andere ähnlich sehen, wenn nicht, wird sich die Erde bestimmt trotzdem weiter drehen…

    1. @KH: Ja, hab ich auch gelesen. Thomas sieht die Urheberrechtsproblematik nicht als Teil der Digital Rights Bewegung. Ich sehe das anders, vielleicht liegt es an meinem internationalen Blick auf das Thema und an unserer Vernetzung mit vielen Organisationen in aller Welt, während Thomas nur den nationalen Focus sieht und sich mit Informationsökologie (Was von Freier Software über Open Access und im weiteren Sinne auch Netzneutralität reicht) nie beschäftigt hat. Sonst würde er sowas nicht schreiben.

      1. Naja, wie gesagt, mir sind Staatstrojaner, Netzsperren, Netzneutralität im Moment auch wichtiger als die Urheberrechtsdebatte, deshalb ist es mir durchaus recht, wenn sich die Piraten erstmal um die Letztgenannten kümmern. Ohne mich jetzt informiert zu haben, sind mir die Piraten da aber auch etwas zu still.

      2. Jein – gleiches Problem, aber anderes Thema. Mir wäre lieber, wenn ich bei den wöchentlich eintretenden Katastrophen mehr von den Piraten hören würde – bestehende Vorlagen verwandeln, nicht mit dem Urheberrecht einen weiteren Schauplatz aufmachen.

        Und dass ich nichts höre, kann auch an meiner Auswahl der Medien bzw. den Medien selbst liegen.

    1. @morle: Und nun? Offensiv vertreten. Immer wieder ansprechen. Nicht darauf ausruhen,d ass man irgendwo einen Parteitagsbeschluss hat. Und radikaler werden, das mit den Urheberrechtslaufzeiten ist nicht radikal, sondern langweilig.

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