Öffentlichkeit

Erich Moechel: Kinderpornos als Vorwand für Netzsperren

Erich Moechel kommentiert bei FM4 die Censilia-Sperrdebatte und weist auf die Ungereimheiten hin: Kinderpornos als Vorwand für Netzsperren. Interessant auch, weil Moechel dabei die Arbeitsweise der Anbieter beschreibt:


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Diese Pages sind nur dazu da, sogenannte „Pädophile“ – wie die ärgsten Feinde der Kinder unverständlicherweise genannt werden – auf Bezahlsysteme zu locken, die im WWW nicht sichtbar sind. Die Anlock-Sites werden entweder Großprovidern untergejubelt, oder sie befinden sich auf gekidnappten und ferngesteuerten Maschinen ahnungsloser Besitzer. [….] Im ersten Fall liegt Betrug gegen den Provider vor, da das Hosting von „Kinderporno“-Sites logischerweise mit gestohlenen Kreditkartendaten „bezahlt“ wird. Im anderen Fall handelt es sich um „Ausbringen von Schadsoftware“ sowie „Eindringen in ein Computersystem“, also ebenfalls um Straftaten.

Wird der Provider direkt informiert, werden diese Inhalte in der Regel sofort vom Netz genommen und samt Logfiles routinemäßig für allfällig ermittelnde Strafbehörden als Kopie gesichert. Im zweiten Fall informiert der Provider den betroffenen Kunden darüber, dass sein Rechner verseucht ist. Geht die Angelegenheit aber auf den Amtsweg, nämlich von Polizei zu Polizei, dann nimmt sie in der Regel einen ganz anderen Verlauf. Anlock-Sites und der verdeckte Server werden beobachtet und bleiben deshalb solange am Netz, bis man sich entscheidet, die „Vorermittlungen abzuschließen“ und zuzugreifen.

6 Kommentare
  1. schön dass man darüber gesprochen hat, aber wen soll das interssieren in brüssel etc.

    die zensur (natürlich nicht für kipo, dafür war sie nie gedacht) wird kommen, das steht fest. wer wollte es auch verhindern?

  2. @markus: Der Herr Moechel scheint da einiges durcheinander zu bringen. Beispiel: „Bezahlsysteme [..], die im WWW nicht sichtbar sind.“ Welche sollen das wohl sein? Dann leuchtet mir nicht ein, warum es unbedingt „gestohlene“ Kreditkartendaten zur Bezahlung sein sollen. In den meisten Fällen werden es eher gekaperte Server sein anstatt trojanisierte Privatrechner. Und schließlich: wegen der Kartendaten auf Betrug als Straftat zu kommen, anstatt die Verbreitung von KiPo nach StGB sowie den Verstoß gegen die netiquette und die AGB der Provider anzusprechen, scheint doch recht weit hergeholt.

    @Samael: ?

    1. @Markus S. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. „Bezahlsysteme [..], die im WWW nicht sichtbar sind.“: Das Internet besteht ja nicht nur aus dem WWW. Und neben anderen Internet-Protokollen wäre beispielsweise die Geschäftsabwicklung per Telefon und Schneckenpost denkbar.

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