Kultur

Der FDP gehen gerade die Sponsoren aus

Ein weiteres schönes Beispiel, wie unsere Politiker ins Internet sprechen, bietet der FDP-Bundestagsabgeordnete Heinz-Peter Haustein. Auf Youtube philosophiert er über die Prozentrechnung und erklärt die momentanen 3% der FDP in der aktuellen Wählergunst. Die Message geht in die Richtung:

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„Bei der Politik ist es wie im Fußball, solange Du gewinnst, wirst Du hofiert und Sponsoren sind da“.

Das Video scheint keine Fälschung zu sein, da es auf dem FDP-Parteiaccount eingestellt ist.

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34 Kommentare
  1. Also ich finde das Video von vorne bis hinten peinlich. Alleine schon die Anmerkung, dass die meisten bei Prozente an Alkohol denken lässt tief blicken.

    Zum Sponsoring: Was er glaube ich meint ist „Wenn man viel Stimmen hat, kriegt man von der Industrie viele Spenden um für sie Gesetze zu erlassen.“
    Den Wähler kann er ja nicht meinen, dass sind ja die „Besucher“ die er auch erwähnt.

    1. Die Verbindung von FDP, Bundestag und Alkohol hat eine lange Tradition, frag mal Herrn Kleinert.

      Insgesamt sehe ich allerdings klein Problem in dem Video. Für einen Laien hat er das sogar ziemlich gut hinbekommen. Er traut sich damit mehr als sehr viele seiner Kollegen und bleibt authentisch dabei. Inhaltliche Differenzen ungeachtet ist das eher ein positives Beispiel.

  2. Unabhängig von meiner Bewertung des Videos, das angeblich Zitat

    Bei der Politik ist es wie im Fußball, solange Du gewinnst, wirst Du hofiert und Sponsoren sind da.

    ist so nicht gefallen.
    Die verkürzte Darstellung ohne Kenntlichmachung der Kürzung ist eine Verfälschung. Wo wir hier noch letztens alle über KTvG gemeckert haben, sollte der Umgang mit Zitaten doch möglichst genau sein. Im Video selbst waren die Sponsoren nur ein Aspekt unter vielen in der Fußball-Metapher, eher genannt weil Sponsoren zum Fußball gehören und nicht weil die FDP sich Sponsoren wünschte. So stellte es sich für mich da.
    Ansonsten ist das Video sicher nicht sehr professionell gestaltet, aber auch keine Katastrophe. Da hab ich von meiner Direktmandatsträgerin Frau Dr. Högl nichts besseres gesehen. Zumindest bekommt Herr Haustein den Ton auch im Freien gut hin. Klappt bei der Högl auch im Büro nicht.
    Aber klar: gerade ist FDP- und nicht SPD-Bashing in.

    Das mit dem Alkohol fand ich aber auch witzig. ^^

    1. @Daniel: Danke für den Hinweis, da hat die letzte Speicherung nicht funktioniert. Das Zitat war als Zusammenfassung der Message gemeint, die ich verkürzt aus dem Video gezogen habe. Das mit dem Ton ist wirklich gut gelungen, wenn das aber das einzige ist, was einem positiv nach dem Video auffällt, sollte das zu denken geben.

      Im übrigen freue ich mich für meine Sammlung immer über Beispiele von Politikern aller Parteien.

      1. @markus, worauf ich mit dem Högl-Haustein-Vergleich hinaus wollte:
        Es ist immer leicht von einem Mitglied von Partei X einen „peinlichen“ Beitrag auf youtube zu finden. Frau Dr Högl muss halt herhalten, weil sie meinen Wahlkreis vertritt und ich natürlich da ein Auge drauf hab. Nochmal wähle ich sie nicht. Zumal ich nachhher gesehen hab, dass der Grünen-Kandidat realistische Chancen gehabt hätte, wenn er nicht von Trotteln wie mir als aussichtslos übergangen worden wäre.

        Egal. Frau Dr. Högl in Aktion:
        Hier möchte sie *dich* sehr gerne näher kennen lernen und läd *dich* sehr herzlich ein: http://www.youtube.com/watch?v=ti6iqhHNLog

        Und hier erklärt sie wie sie beinahe nicht dem Zugangserschwernisgesetz zugestimmt hätte und wie sie gern das Internet für uns organisieren möchte: http://www.youtube.com/watch?v=ZpZOVbAVHzU

        Ich vermute dass man solche Videos für jeden Hinterbänkler rausfischen kann.

  3. Heinz-Peter Haustein wörtlich:

    3 % heißt: 97 % der zur Wahl Gehenden wählen uns nicht mehr. Uns! Als FDP. Liebe Freunde, da ist ja was faul. Wie kann denn so was passieren?

    Ja, wie kann das nur passieren? Weil die Quote derjenigen, die tatsächlich von FDP-Politik kurzfristig profitieren, unter 0,5 % liegen dürfte, muss man sich fragen, weshalb die FDP noch immer so viele Stimmen erhält.

  4. @5 Raventhird:

    Die FDP = radikale Splitterpartei? Ich mag die Partei nicht und empfinde es als peinlich und außerordentlich ungeschickt wie sie sich in den letzten Monaten verhalten hat. Sie als radikal zu bezeichnen ist aber wirklich starker Tobak und inhaltlich falsch. Im Vergleich zu anderen Ländern haben wir in Deutschland größtenteils noch sehr gemäßigte Parteien.
    Eine Splitterpartei ist die FDP auch nicht – trotz geringer Umfragewerte. Diese Umfragen sind nichts anderes als Momentaufnahmen. Vor nicht allzu langer Zeit stand die FDP richtig gut da und keiner wusste genau warum. Nun sind die Grünen die neuen Stars. Wer wird der neue Liebling der Wähler? Leider lassen sich die Wähler viel zu stark von aktuellen Ereignissen beeinflussen. In einem halben Jahr sieht die Lage schon ganz anders aus…

    Zum Video: Ich weiss nicht was es eigentlich bezwecken soll…

    1. Natürlich ist sie radikal. Radikal neoliberal. Trotz Kritik von Experten, trotz Krisen, trotz Erfahrungen in anderen Ländern mit eben dieser Politik bleibt man auf Linie und gibt nicht nach.
      Die Forderungen der FDP sind ziemlich radikal.
      Eher heute als morgen würde diese Partei den Sozialstaat komplett abschaffen. Und dann wittert diese Partei überall Kommunismus, was nicht mit ihren Ideen im Einklang zu bringen ist.
      Gemäßigt sieht anders aus.

  5. Wenn der Gaul tot ist, dann steigt der Reiter ab. Alles andere wäre unklug. Ich bedauere, daß die Kohle der Wirtschaftsbosse jetzt wieder an die CDU/CSU geht. Von der Pest zur Seuche.

    Wenn Schnarre jetzt noch versagt, wird es eine 1,5%-Partei. Das wissen die Herrschaften. Interessant, daß diese gute Politikerin der Notnagel der FDP geworden ist. Die einzige Person der Partei, der man glaubt, was sie sagt (man erinnert sich an ihren Rücktritt und das Fehlen des Rückhaltes in der eigenen Partei).

    Mal sehen, wo die Reise hingeht. Die Grünen sind für mich die einzige Alternative. Auch vor Atomdesaster und Stuttgart21. Ich möchte glaubwürdige Politik und keine Fassadenmaler.

    Dauergast

    Ps. Es ist hier, wie es kommen mußte. Massiver Gästeschwund.

    1. Die Grünen und Glaubwürdig?
      Vor der nächsten Wahl solltest Du dringend mal die Entscheidungen und Gesetze, die die Grünen mit verabschiedet haben, Revue passieren lassen. Hier nur ein paar Stichpunkte: Angriffskrieg, Hartz IV, Heuschrecken-Gesetze…
      Die Grünen haben eigentlich keine Existenzberechtigung mehr. Der Umweltschutz wurde zum Teil von allen anderen Parteien übernommen. Ihr Verdienst ist sicherlich, dass der Umweltschutz im Bewusstsein der Bürger angekommen ist. Aber ein wenig auf „Öko“ machen die anderen Parteien auch, und alle anderen Ideale haben sie über Bord geworfen und sind genauso neoliberal wie CxU, SPD und FDP geworden.
      Der GAU in Japan hat ihnen wieder mehr Zulauf gebracht, aber denkt mal drüber nach, was von den Grünen übrig bleibt, wenn die Atomkraftwerke alle abgeschaltet sind. Ich wäre der letzte, der sich wundern würde, wenn auch unter den Grünen die AKWs noch so einige Jahre weiterlaufen würden…

  6. Finde das Video gar nicht so schlecht, ist sogar selbstkritisch. So eine Ehrlichkeit fehlt den Bundespolitikern.
    Was der gute Herr vergessen hat, wenn man den Trainer gewechselt hat, der eine neue Taktik aufgestellt hat, werden noch extrem teure Spieler eingekauft und die alten langweiligen auf die Bank gesetzt.
    Leider wird gerade der Einkauf von Fachkräften(Fachwissen) nicht gemacht und es wird immer weiter versucht mit den gleichen dummen Leuten das Spiel zu gewinnen.

    Es wird zeit das die FDP in die dritte Liga absteigt und andere in die erste vorrücken.

  7. „Woran liegts denn? Sinds Inhalte? Da frag ich euch, wer list denn ein Wahlprogramm?“ Grandios!

    Übrigens: Die Umfragen sind nach eigener Aussage nur auf 3% genau.

  8. Hilfe! Könnt Ihr sowas bitte in Zukunft irgendwie als peinlich kennzeichnen? Für so viel Fremdschämen muss ich schon in einer ganz besonderen Stimmung sein. Ich brauch jetzt erst mal einen guten deutschen Weinbrand!

  9. 3 % heißt: 97 % der zur Wahl Gehenden wählen uns nicht mehr. Uns! Als FDP. Liebe Freunde, da ist ja was faul. Wie kann denn so was passieren?

    Vielleicht sollte Herr Heinz-Peter Haustein das mit der Prozentrechnung selbst nochmal nachschlagen. 3% heißt zwar, dass 97% nicht FDP wählen, aber diese 97% haben zum großteil ja auch noch nie FDP gewählt. „nicht mehr“ FDP wählen tun wohl eher 12% und das sind 80% der letzten FDP-Wähler.

  10. Tja liebe FDP…woran lag es, dass ihr in der Wählergunst soweit abgesackt seid?

    Ihr wurdet medial fertig gemacht. Huch! Na sowas?! Die anderen Parteien bauen genau so viel Bockmist, aber die werden dafür nicht durch die Medien gerührt. Das ist der Unterschied. Das wird nur gemacht wenn man es gerade braucht (Dienstwagenaffären, Bonus-Meilen, aufgedeckte Lügen, Skandale über veruntreute Gelder, etc., etc.)

    Ist genau das gleiche wie mit Lybien. In zig anderen Ländern der Welt kämpfen täglich tausende Rebellen gegen ihre Unterdrücker und werden abgeschlachtet dabei. Aber das interessiert keine Sau, da es nicht in den Medien kommt. Und damit ist es entweder nicht existent oder nicht so wichtig (sonst würden die Medien doch drüber berichten, MENNO!!!)

    Willkommen in der schönen, neuen Welt.
    Wichtig und richtig ist nur das, was die Medien einem einbläuen. Daraus werden dann unter Umständen sogar schöne Selbstläufer wie man gerade jetzt auf netzpolitik.org erleben kann. Schön! Dann braucht man selbst garnichts mehr zu machen.

    Ich freue mich auf die nächste Legislaturperiode bestehend aus der grossen Koalition. Die CDU wird es damit noch viel, viel leichter haben ihre Heilsbringenden, alternativlosen und Schutzlückenschliessenden Gesetze durchzubringen.
    Ein Segen für uns alle, oder nicht?

  11. Oh Gott, haben solche Leute keinen Plan davon, was die machen? Vielleicht sollte man sich vorher überlegen, welche Zielgruppe man hat, was man sagen will und wie man es ausdrücken sollte.
    Hat was von der Sendung mit der Maus, nur mit weniger Stil. Und Zielgruppe sind wohl nicht ansatzweise aufgeklärte Wähler, sondern irgendwelche vollkommen verblödete Idioten. Zumindest wenn man von der Sprache und dem Verhalten von Herrn Haustein ausgeht.

  12. „vor anderhalb jahren runde 15% – die welt schien in ordnung“

    ahja, bankenkrise, hohe arbeitslosigkeit…das versprechen auf ein einfaches steuersystem. so isses halt das was gerade aktuell ist, beflügelt den parteien deren themen sehr eng mit diesem verknüpft sind.

    „wer liest denn ein wahlprogramm?“
    ja das frag ich mich auch…sonst würde man die Union nicht wählen :-)
    außerdem, ist es fakt dass parteiprogramme so geschrieben werden, als wären sie eine doktorarbeit. Da blickt ein „normaler“, durchschnittlicher Mensch nur selten durch.

    aber die schuld der eigenen unfähigkeit immer auf andere schieben…
    zumindest erkennt er dass die FDP nix gemacht hat……nur schiebt er alles aufn Schäuble…heißt das nun dass sie weiterhin nix mehr machen kann/wird ?

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