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Bundesregierung: Unwissenheit oder Angriff auf Freie Software?

Im Fall der Abkehr des Auswärtigen Amtes von Freier Software verwickelt sich die Bundesregierung in Widersprüche. Die Reaktion der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.


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Viele der Antworten zeigen, dass die Bundesregierung entweder wichtige Aspekte Freier Software nicht verstanden hat, oder dass die Regierung hier bewußt Freie Software im Allgemeinen und Freie Software-Unternehmen attackiert.

So bestreitet die Regierung, dass die Entwicklungen im Auswärtigen Amt eine „Abkehr von der bisherigen ausschließlich auf quelloffener Software basierenden IT-Strategie“ darstellen. Gleichzeitig bestätigt sie jedoch, dass die Behörde auf Microsoft Windows 7 und Office 2010 migieren wird.

Die Antwort verbreitet alte Mythen wie z.B., dass Freie Software schlechter benutzbar sei, höhere Hardware-Kosten verursache und es an Gewährleistung mangele.

Daneben wirft die Antwort der Regierung neue Fragen auf. So erwähnt die Regierung, dass 4,3 Millionen Euro für eine „quelloffene Bundesdistribution“ ausgegeben wurde, die offenbar nie fertig gestellt wurde. Wer fragt sich hier nicht was mit diesem Projekt passiert ist, und wofür die Regierung das Geld eigentlich ausgegeben hat? 

Mithelfen In der Antwort stecken viele falsche und verwirrende Aussagen drin, dass wir eure Mithilfe bei der Analyse benötigen. Fügt eure Kommentare auf der öffentlichen Plattform zur Kommentierung der Fragen ein. Bei vielen Antworten werden Freier Software Probleme angelastet, die auf Managmentfehler zurückzuführen sind.

Hier schon mal ein paar erste Kommentare, den Rest füge ich ins Etherpad ein:

Support / Gewährleistung für Freie Software (Frage 21): Freie-Software-Lizenzen stellen zunächst klar, dass der Autor der Software keine Gewährleistung für die Software gibt. Dies ist der Fall, da der Autor nicht zwingend der Dienstleister ist.

Wenn ein Dienstleister mit der Erstellung von Software beauftragt und dafür bezahlt wird, dann gilt grundsätzlich die normale werkvertragliche Gewährleistung, egal ob Freie oder proprietäre Software eingesetzt wird.

Wenn man Freie Software kostenlos herunterlädt und benutzt, dann bekommt man auch keine Gewährleistung. Im deutschen Recht gelten die Gewährleistungs- und Haftungsregelungen wie bei anderen unentgeltlichen Verträgen (Schenkung, Leihe etc.).

Jedoch kann jeder Dienstleister für jede Software unter einer Freien-Software-Lizenz Gewährleistung anbieten. Dies geschieht im Service-Level-Agreement (SLA), in dem z.B. festgelegt wird, für was genau eine Gewährleistung gegeben wird, innerhalb welcher Zeit Fehler behoben werden, zu welchen Kosten etc. Diese Gewährleistungen lassen sich im Allgemeinen sehr genau auf die Bedürfnisse des Kunden anpassen und gehen nicht selten über das hinaus, was Dienstleister für proprietäre Produkte vieler Hersteller gewährleisten können, bzw. was die Hersteller proprietärer Produkte selbst gewährleisten. Das Auswärtige Amt hätte auf Dienstleistungen von z.B. Redhat Enterprise Linux oder Suse Linux Enterprise Server zurückgreifen können.

Benutzbarkeit Freier Software: In Antwort 16 wird so getan, als ob Benutzbarkeitsprobleme bei Freier Software nicht behoben werden könnten und als ob Freie Software generell weniger benutzerfreundlich ist als unfreie Software. Die Benutzbarkeit einer Software hat nichts damit zu tun ob sie Freie Software oder unfreie Software ist. Es gibt schlecht bedienbare freie als auch unfreie Softare. Das zeigt die aufgeführte Groupware (X-manage) die im Auswärtigen Amt verwendet wird. Diese ist aber unfreie Software und nicht wie die Antwort suggeriert Freie Software.

Anmerkung: Der Autor ist Deutschlandkoordinator der Free Software Foundation Europe.

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29 Kommentare
  1. Ja gut, aber du kannst doch nichts ändern. Sagen wir mal die Wahrheit: es hat psychologische Gründe.

    Klar hätten die Angestellten auch mit Linux arbeiten KÖNNEN. Aber sie WOLLEN partout nicht. Der letzte ausschlaggebende Faktor dürfte gewesen sein, dass der neue Minister offenbar auch keine Lust hatte, sich an ein anderes System zu gewöhnen.
    Das man sich danach irgendwelche Gründe aus den Fingern saugen muss, um nicht wie der letzte Depp dazustehen, ist doch in der Politik nichts Neues. Vor allem da „meine Suppe mag ich nicht“ noch nie eine offiziell akzeptierte Antwort war.
    Eventuell wissen die Betroffenen sogar selbst, was sie da für einen Blödsinn verzapft haben, in der Hoffnung dass es niemand liest.

    Nein, die meinen nicht „Benutzerfreundlichkeit“ sondern „Akzeptanz“. Das Problem ist nicht technisch, sondern psychologisch.

    Aber abgesehen kann ich auch nicht verstehen, warum sie bei der Linuxeinführung angefangen haben neue Treiber für nicht unterstützte Hardware zu schreiben, anstatt die Geräte, für die es keine Treiber gibt, einfach zu ersetzen. Das wäre billiger gewesen. Da anzufangen für längst abgeschriebene Geräte neue Treiber zu schreiben war doch eine reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

    1. Aber abgesehen kann ich auch nicht verstehen, warum sie bei der Linuxeinführung angefangen haben neue Treiber für nicht unterstützte Hardware zu schreiben, anstatt die Geräte, für die es keine Treiber gibt, einfach zu ersetzen. Das wäre billiger gewesen. Da anzufangen für längst abgeschriebene Geräte neue Treiber zu schreiben war doch eine reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

      Erm kann sein, muss es aber nicht ^^
      Ob man nun neue Geräte kauft oder neue Treiber „kauft“ (ihre Entwicklung bezahlt) was davon billiger ist wird vom Einzelfall abhängen (3k€-Plotter vs. 49€-Grafiktablett).
      Wenn allerdings die Treiber wieder in die Gemeinde unter einer freien Lizenz zurück fließen… es gibt ohnehin zu viel nichtunterstützte Hardware (nicht dass es zu wenig unterstützte gäbe, aber eben zu viel vom anderen…).
      Kurzum: Ich find‘ die Lösung eigentlich die bessere, soweit man die entwickelten Treiber ins System zurück speist.

  2. Übrigens: wer sich ein bisschen auskennt, dem sei mal Folgendes ins Gedächtnis gerufen.

    Die Bundeswehr z.Bsp. hat doch auch Windows, richtig? Aber: aus Sicherheitsgründen eben kein Standardwindows, sondern die haben den Quellcode an ihre Bedürfnisse angepasst und ein „Bundeswindows“ daraus gemacht. Deswegen liefen die im Jahr 2000 auch alle noch auf Win 3.11 (Bundesversion), denn so etwas macht man schließlich nicht alle Tage.
    Heißt, sie machen mit proprietärer Software auch nichts anderes als mit Open-Source und ja: es gab eine „Bundesdistribution“ von Windows.

    Daran sieht man doch schon, dass die ganze Diskussion nur vorgeschoben ist.

    1. Wer hat dir das denn erzählt? Woher sollen die denn den Quellcode haben? Da würde ich gerne mal verlässliche Infos zu haben. Wäre das allererste Mal, dass jemand den Quellcode von Microsoft bekommen hätte. Und es wäre das Ende des Geschäftsmodelles von Microsoft.

  3. Also das Microsoft seinen Quellcode mal eben so an die Bundeswehr bzw. Bundesregierung raus gibt halte ich für ein Gerücht. Sowas ist einfach unvorstellbar. Dann wäre dieser zu 100% irgendwann geleakt worden. So lange wie es keine wirkliche 100% Quelle dafür gibt glaube ich das nicht.

    1. Die Quelle hat @Mithos schon genannt. Man gibt sehr wohl den Quellcode heraus. Denn: eine Armee die eine Software für geheime Kommunikation einsetzt, ohne sie vorher geprüft zu haben? In der NATO? Das wäre hochgradig fahrlässig.

      Und ja: 1999 gab es ein spezielle Version für den Bund. Keine großen Anpassungen, denke ich – eher Kleinigkeiten. Das hatte wohl Sicherheitsgründe. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

      Ich war damals dem Sysadmin unterstellt und erinnere mich, dass für ein Softwareupdate extra jemand aus der Heeresleitung Nord angerückt ist. Im persönlichen Gespräch bei der gemeinsamen Arbeit hat er mir dann demonstriert, dass es keine Standardversion von Windows war.

      An mehr erinnere ich mich nicht und außerdem haben auch alle Wehrdienstleistenden einen NDA unterschrieben.

      Wirklich relevant an dieser Stelle ist aber sowieso nur, dass davon auszugehen ist, dass es aus sicherheitstechnischen Überlegungen auch bei Closed-Source eine Prüfung und eventuelle Anpassungen an vorhandene Dienstsysteme geben würde und damit das Argument hinfällig ist. Würde man dies nicht tun und Software out-of-the-box verwenden, wäre dies in einem sicherheitsrelevanten Bereich zumindest fahrlässig.

  4. Ja, ich kann mir auch vorstellen, daß die mangelnde Akzeptanz beim „Schreibpersonal“ (aka Tippse) einer der Gründe, vielleicht sogar der Grund war.

    Etwas ähnliches gab es vor drei Jahren bei uns am Institut (Naturwiss.). Da sollte Office 2007 eingeführt werden, aber nicht aus ner Bierlaune vom Chef heraus, sondern, weil wir sehr intensiv mit Kollegen in USA und anderswo kommunizieren. Und dort wurde (selbstverständlich) das (damals) neue Office mit den neuen Dateiformaten schon benutzt. Das Ergebnis war, daß sich die Labor-TechnikerInnen und Sekretärinnen bei der Gewerkschaft beschwerten, weil sie („schon wieder“) ein neues Program lernen mußten. Das damals ein mittlerer Aufstand, geholfen hat es denen aber nicht.

    Kurzum: Wer heute beruflich vorwiegend mit Bürosoftware zu tun hat, für die/den ist es Teil des Jobs, „upzudaten“. Muss man das wirklich erst noch in die Arbeitsverträge aufnehmen?

  5. Bisher habe ich noch nicht on speziellen Windows Versionen für Behörden gehört. Von spezieller Konfiguration, bzw. Konfigurationsanweisungen bei der NSA usw. natürlich. Aber ein Windows extra für Behörden? In Deutschland?
    Aber es ist für mich vorstellbar, dass MS ein speziell konfiguriertes Windows ausliefert, vielleicht sogar mit ein paar angepassten Bibliotheken o.ä. Aber das sind Vermutungen.

    Zum „meine Suppe mag ich nicht“ (LOL) kan nich nur sagen, dass trotzdem Überzeugungsarbeit gefragt ist. Man kann ja nicht immer kapitulieren weil sich mal eine Gruppe quer stellt. Und in 10 Jahren kann es schon ganz anders aussehen, dann sind die alten Windowsnutzer weg und die IPhone-Generation am Start. Jede Generation ersetzt die vorherige.
    Wäre natürlich gut wenn man sich dann auch mal austauscht und versucht die Dinge zu verstehen über die man entscheidet.

  6. Ja, ich kann mir auch vorstellen, daß die mangelnde Akzeptanz beim “Schreibpersonal”……

    ja, gut denkbar. auch sehr sehr viele stenoblocks werden noch in die verblödungskuppel geliefert……..ob die dort alles chon mitgekriegt haben, dass die bundeswehr bundeswehr heisst und keine pickelhauben mehr trägt?

  7. Die „Meine Suppe mag ich nicht!“ Theorie halte ich auch für die wahrscheinlichste. Ich arbeite in der IT (lauft um euer Leben) und auch dort ist es an der Tagesordnung das man mit Leuten zusammenarbeitet die ihr ganzes Arbeitsleben lang nur eine Sache gemacht haben und dann auch keine Lust haben mehr auf was neues umzusteigen.

    Wenn man ewig eine Applikation benutzt hat gewöhnt man sich halt dran auch wenns noch so seltsam zum Anfang ist. Man denke nur an SAP Umgebungen. Die sind zwar direkt auf die Firma zugeschnitten aber nicht unbedingt auf den Anwender ;-)
    Oft ist die Bedienung sehr sehr befremdlich aber wenn man das dann mal 10 Jahre so gemacht hat und auf einmal wirds dann auf ein anderes umständliches System umgestellt hat man einen ähnlichen Effekt wie oben im Artikel..

    Neues System mit gleicher Benutzerfreundlichkeit aber die Akzeptanz ist nahe 0.

    1. Unterschreibe ich völlig; wobei man heutzutage dann auch Leute finden kann, denen es völlig unbegreflich ist, wie man mit einem anderen Desktop als KDE arbeiten kann … nachdem Motto: Unterstützt Emacs auch Gnome?

  8. Wieder so unglaublich arrogant. Natürlich ist es komfortabler und besser, mit Windows zu arbeiten. Eine vernünftige Entscheidung. Und anderen Unwissenheit oder gar böse Absichten zu unterstellen, die sich schlichtweg für die Bedienerfreundlichkeit und gegen das ewige Flicken und Rumfritzeln aussprechen, die sich auf das erfolgreichste OS stützen, spricht für sich.

  9. Ich versteh eure Allüren mit freier Software ehrlich gesagt nicht ganz.

    Was ist so verwerflich daran, den Quellcode für sich zu behalten und das Ergebnis jahrelanger Arbeit zu verkaufen statt zu verschenken?

    (Diese Frage ist jetzt nicht spezifisch zu diesem Post, sondern eine generelle Frage eines Softwareentwicklers der gerne was zu Essen und ein Dach überm Kopf hat)

    1. Gar nichts verwerflich daran.

      Nur leider hast du „Open-Source“ nicht verstanden. Die Bezahlung hat nichts damit zu tun ob jemand Einsicht in den Quellcode der Software hat oder nicht.

      Mit „Freiheit“ meinen wir „frei“ wie in „Freie Rede“ – nicht wie in „Freibier“. Außerdem musst du die Debatte mal vom Kopf auf die Füße stellen. Es gibt keine „freie Software“ sondern „freiheitliche Lizenzmodelle“.

      Bei Open-Source geht es also darum, Lizenzbedingungen zu vermeiden, die zu einem sogenannten „Vendor Lock-in“ und damit zur Monopolbildung führen, was zutiefst antikapitalistisch und un-marktwirtschaftlich ist. Deshalb geht es hierbei um ein wichtiges Grundrecht, welches auch DEINEN Arsch rettet.

      Es gäbe kein Java. Im Internet würden Server auf Windows und IIS laufen, und Internetprogramme würde in VB.Net programmiert.

      Ohne Open-Source und Offene Standards würdest du vermutlich immer noch VBA-Skripte für Microsoft Office schreiben, weil das die einzige „Standardsoftware“ in allen Büros wäre und dein Lebenstraum würde vermutlich sein, einmal zum SAP-Programmierer aufzusteigen um ein einziges Mal an „richtiger“ Software arbeiten zu dürfen. Na – das wären doch Zukunftsaussichten, oder?

      1. Du vermengst hier Open Source und Offene Standards.

        Gegen Vendor Lock-In und Monopolstellung helfen Offen Standards und Schnittstellen. Damit hat Open Source an sich aber noch nichts zu tun.

        Zum Punkt Lizensierung: Das ist ja schön und gut, aber auch sehr blauäugig gedacht. Meine Lizenzmodelle hindern andere nunmal nicht daran meinen Code zu kompilieren und unter ihrem Label zu verkaufen. Und nachweisen lässt sich sowas ganz schlecht.

      1. @Thomas: Ja wenn Du weisst, dass sich mit freier Software Geld verdienen laesst, warum konstruierst du dann einen Widerspruch dazu in deinem Kommentar?

        Denn das man auch zu Essen und einen Dach ueber dem Kopf auch mit freier Software kommen kann siehst Du anscheinend genau so?

    2. Es gibt genügend Geschäftsmodelle, die auf Open Source Lizenzen basieren und die funktionieren. Es gibt genauso auch die Geschäftsmodelle, die Closed Source und restriktive Lizenzen einsetzen und die auch funktionieren. Es geht hier auch nicht darum, wie du dein Geld verdienst, denn beide Möglichkeiten bieten Potential dazu. Du musst sie nur entdecken und ausnutzen. Schau dir einfach auch mal das Modell der Entwickler von SQLite an.

      Problematisch wird es, wenn eines der beiden Modelle einzig aus politischen Aspekten ausgeschlossen wird, die Kosten steigen, der administrative Aufwand steigt aber der Nutzen fraglich bleibt. Ich sehe nicht, dass der Deal des Auswärtigen Amtes dazu führt, dass Kosten gesenkt und administrativer Aufwand minimiert wird. Die Beweggründe des Wechsels sind andere als diese und man gibt sich jetzt nur Mühe diese Gründe zu verschleiern – mit Nebelgranaten und wachsweichen Formulierungen, die sich gegenseitig widersprechen. Hier im Blog wird nach Argumenten gesucht und um Verständnis gerungen und nicht vernebelt.

      Und noch zu deinen Vorhaltungen, dass Freie Software etwas mit Allüren zu tun hätte. Es ist ein Geschäftsmodell, eine Art Software zu entwickeln. Sie schließt andere Modell nicht aus und diskriminiert sie nicht. Deine Frage wiederum unterstellt allerdings implizit Diskriminierung, weil du glaubst, dass freie Modelle der Softwareentwicklung dich mit deinem Modell als verwerflich hinstellen.

      Bei Open Source Software klappt keine Monopolbildung, weil jeder den Code nehmen kann und darauf aufbauend seine Ideen umsetzen bzw. die Software weiter pflegen kann. Closed Source belässt den Kunden in einer Abhängigkeit, weil er genau das nicht kann bzw. sich teuer erkaufen muss. Der Kunde entscheidet, was er möchte und was es ihn wert ist. Bei der öffentlichen Hand sollte es aber klar begründet werden können, warum man sich in so eine Abhängigkeit begibt und soviel mehr an Geld ausgibt.

  10. Man sollte sich bei 4,3 Millionen Euro eigentlich mit Schadenfreude zurückhalten, aber:

    Wer glaubt, dass er „mal eben so“ eine komplette Linux-Distribution bauen und pflegen kann und das dann auch noch billiger ist als ein Windows von der Stange, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

    Und: „Hoppla, wenn wir libpng aktualisieren, dann geht ja unsere dynamisch gelinkte Software nicht mehr. Na dann lassen wir doch lieber alles so wie es ist!“ lässt natürlich auch tief blicken.

  11. Glamypunk
    >>>>>>Und anderen Unwissenheit oder gar böse Absichten zu unterstellen, die sich schlichtweg für die Bedienerfreundlichkeit und gegen das ewige Flicken und Rumfritzeln aussprechen, die sich auf das erfolgreichste OS stützen, spricht für sich.>>>>>

    Windows ist gut aktuelle Hardware betrifft. Aber Linux ist mit jeder anderen Hardware besser dran. Ein frickeln und Rumfritzeln, kenne ich eigentlich nur noch von Windows-Systemen.

    Verwendet man unter Linux eine VM für die wenigen Windows Anwendungen die unter Linux nicht angeboten werden oder es keinen Ersatz gibt. Bleiben keine Wünsche offen. Lediglich die Spieler sind noch nicht wunschlos glücklich. Doch dafür gibt es bald Streaming- und Browsergames, oder man nimmt eine Konsole.

    Welche Unternehmen sind denn mit Linux und Open Source erfolgreich? Hmm, Google inklusive Youtube, Amazon (mit ihrer Cloud), fast alle Top500 Supercomputer.. aber stimmt schon, lieber verwenden wir Windows, das kennt ja jeder. Wobei sich Mac OSX Anwender, auch über sehr viele Quell offene kostenlose Programme freuen die es unter Linux auch gibt.

  12. Nach meiner Erfahrung stimmt die Psycho-These. Im Anschluss an eine inoffizielle Führung durchs Auswärtige Amt habe ich den Mitarbeiter, der das gemacht hat, direkt gefragt: Ihm war geradezu anzusehen, dass er dieses ganze Gedöns von freier Software usw. völlig überflüssig und die Umgewöhnung nervig fand und froh war, dass man jetzt wieder mit altbekannter Software aus Redmond arbeiten kann.

    Nur in der Bib des Amtes habe ich Ubuntu-Clients stehen gesehen.

  13. Genau das ist die Ursache – Die Ausbildung des Personals, dass den ganzen Kram nutzen soll. Es war doch zu keinem Zeitpunkt Bestandteil ihrer Ausbildung, allgemeine Prinzipien in der Software zu erlernen. Man hat ihnen halt Office beigebracht und eben nicht Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc.. Man hat sie Windows gelehrt und eben gerade nicht „welche Elemente hat eine GUI und wie nutze ich sie“. Resultat: Fahrschüler die nicht allgemein Autofahren können, sondern nur VW Golf. Wenn wunderts, dass sie nun eben diesen – im übertragenen Sinne- einfordern.

    Schaut euch doch die Bildungsangebote für dieses Klientel bei den IHKs an, dort gibt es nur Microsoft-Produkte. Finde ich auch nicht gut, ist aber leider so.

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