Muss man eigentlich noch was über Streetview schreiben? Jetzt, wo es soweit ist (Wobei, die brilliante Idee mit den Sehenswürdigkeiten hätte ich mir schützen lassen sollen … ‚)? Nö, Hal Faber hat schon alles gesagt, was zu sagen war:
Typisch deutsch könnte man die Debatten über Streetview nennen, wäre da nicht der Großtöner Jeff Jarvis, der sich in der Zeit als Freund Deutschlands auskotzen kann über das Deutschnet. Jarvis ärgert sich über das Verbot, Geodaten und Gesichtserkennung zu kombinieren unter Verweis auf die Toten durch Katrina und das Erdbeben in Haiti. Kleiner geht es nicht, dem deutschen Wesen amerikanische Werte zu vermitteln, die noch nichjt mit Monopoly eingeübt worden sind. Im Gegenzug poltert die denkfaulste Stütze der Gesellschaft von Zwangsräumung und Enteignung. Irgendwo dazwischen tummeln sich die Spinner der Aktion verschollene Häuser. Wer am lautesten schreit, wer den schlimmsten Vergleich findet, siegt.
Klar, man könnte noch darauf hinweisen, dass Oberstaufen seine 15 Minuten Ruhm hatte (Und dabei ignorieren, dass so eine Nummer nur genau einmal funktioniert, „Technikfreundlichkeit und Kreativität“ hin oder her). Oder darauf, dass die bedauerlichen Fehler bei Google langsam aber sicher zu einem running gag werden, über den keiner mehr lachen kann.
Wenn ich allerdings nur noch einen Link frei hätte, würde ich lieber auf diesen Kommentar von Benedikt Köhler verweisen. Da steht im Prinzip alles drin, was ich schon immer zum Thema schreiben wollte.
Öffentlichkeit ist nichts, was Wirtschaftsunternehmen uns bereitstellen. Google StreetView ist keine Öffentlichkeit, sondern eine private und nach vielen Seiten geschlossene Datenbank. Das ist der alte Fehler, frei wie Freibier mit frei wie in freier Rede zu verwechseln. Es geht uns gar nicht darum, Google in irgendeiner Form schlecht zu machen. […]
An der Debatte stört mich vor allem, dass hier eine kleine Gruppe von Leuten versuchen, dem Rest vorzuschreiben, was das Internet für sie sein soll. Wir dagegen halten es für ganz wichtig, dass jeder selbst entscheiden kann, wie er im Netz stattfinden möchte. […]
Danke Benedikt! Wer noch ein Beissholz übrig hat, darf auch gerne die anderen Beiträge der „Diskussion“ lesen und sich Fremdschämen. Man kann den Rechner aber auch einfach mal abschalten und Enten füttern gehen.