Öffentlichkeit

Stern: Die Internet-Zensur ist ein Irrweg

Stern.de hat einen passenden Kommentar zum Zensursula-Gesetz: Die Internet-Zensur ist ein Irrweg.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Diesem Gesetz haben im Bundestag jetzt Abgeordnete zugestimmt, die keine Ahnung davon haben, wie Internet funktioniert. Und die ebenso wenig begriffen haben, welche globale Bedeutung dieses Medium längst für die Menschen, vor allem die Jugend, erreicht hat. Die mehr als 130.000 Warner, die beim Bundestag gegen das Pornogesetz auf den Seiten des Petitionsausschusses protestiert haben, sind keine heimlichen Sympathisanten der Kinderpornoschweine. Sie bekennen sich zur Freiheit des Internets, das denselben Schutz verdient wie die Grundgesetzartikel zum Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit in unserer Verfassung. Wollen wir diese beschlossene Internet-Zensur? Sie stellt unsere Gesetzgeber sehr nahe Schulter an Schulter mit jenen iranischen Politikern, die jetzt jene Regimekritiker ins Gefängnis werfen lassen wollen, die weiterhin das Internet als Kommunikationsmittel ihres Protestes benutzen.[…] Die Freiheit, die uns das Internet schenkt, muss es uns wert sein, sie nicht deshalb einzuschränken, weil uns die gangbaren Wege, ihren Missbrauch zu schützen, zu teuer sind.

13 Kommentare
  1. Ja, das Lesen des gesamten Artikels ist ein Ambrosia in diesen von Wortschwällen des Schwachsinns angefüllten Tagen…Vielen Dank für den Hinweis.

  2. Ja, wirklich toll…nur warum kommen diese ganzen Artikel erst wenn das Gesetz durch ist und vorher nur das übliche Geseiere. Immer schön der Regierung nachplappern, aber nachher meckern als ob man schon immer dagegen gewesen wäre…

  3. Toll und vielen Dank, liebe Qualitätsmedien!

    Jetzt, nachdem dieses unsägliche Zensurgesetz beschlossen wurde, fällt euch ein, durchaus differenziert und zutreffend über die Aktivitäten (und die Beweggründe) zu berichten!

    Danke!

    Das hätte es vor Wochen oder Monaten bedurft!

    Jetzt kann man sich halt sehr schön bei der „Internet-Community“ als Freiheitsfreund geben, ohne Gefahr gelaufen zu sein, bei dem einen oder anderen Volksvertreter vielleicht einen Denk(?)prozess zur rechten Zeit ausgelöst zu haben.

    Da kann man dem Zeitungssterben doch nur einen ähnlich schnellen Erfolg wünschen wie dem Sterben der Verräterpartei (früher auch als SPD bekannt)!

  4. Nun, die Printmedien sehen das Internet in erster Linie als wachsende Konkurrenz. Da kann man sich die Krokodilstränen schon mal für den Zeitpunkt aufbewahren, an dem der Konkurent eins auf den Deckel bekommen hat (Sogar der Münchner Merkur, seines Zeichens CSU-Zentralorgoan, hatte letzte Woche einen kritischen Kommentar). Die Herren Qualitätsjournalisten haben ja auch erst gegen die VDS aufbegehrt, al sie gemerkt haben daß damit auch ihr eigener Zeugenschutz im Arsch ist.
    Aber wofür sollten dpa-Wiederkäuer den eigentlich brauchen?

  5. … gut das es langsam aber sicher eine kritische Auseinandersetzung auch in den etablierten Medien mit dem Thema Internetzensur & Zensursula gibt. Und auch ich finde es schade, dass die Diskussion erst jetzt in den Printmedien hochkocht nachdem das Gesetzt schon durch den Bundestag gewunken wurde. Doch lieber spät als nie. Die Verteidigung und das Erstreiten unserer Internet-Bürgerrechte ist wird weiterhin ein steiniger Weg sein – da brauchen wir Verbündete ;-)

  6. Tja, eigentlich ist ja schon alles gesagt.

    Natürlich ist es schön, das die Printmedien auch langsam aufwachen und bei den Journalisten auch endlich der Groschen anfängt zu rasseln. Sehr spät, wie schon gesagt wurde. Zu spät eigentlich. Vor zwei oder drei Wochen hätte es dafür von mir noch ein „Bravo!“ gegeben. Jetzt… Naja… Wie in meinem ersten (ok, eigentlich zweiten) Satz schon angedeutet, bleibt mir nur noch zu sagen:

    „Freut mich, das ihr langsam aus Eurem Nickerchen aufwacht. Die Unterrichtsstunde ist zwar schon (fast) vorbei und das meiste (und wichtigste) habt Ihr verschlafen, aber immerhin ist Euch zum Schluss doch noch ein (kleines) Lichtlein aufgegangen.“

    Naja… Aber Printmedien sind halt auch ’ne langsame Angelegenheit… Mit dem gründlichen Recherchieren (ok, das fällt ja Heutzutage immer öfter aus Zeitmangel schon unter den Tisch), Texte schreiben, Korrekturlesen lassen, Neu schreiben, nochmal gegenlesen lassen, zur Druckerei schicken, drucken lassen und dann das lästige Verteilen der Infos… Das braucht halt Zeit, das ist etwas behäbiger… Da machen wir uns das etwas einfacher. Wir recherchieren und tippen drauf los. Das geht schneller. Für Rechtschreibfehler gibt’s schließlich Microsoft Word, außerdem interessiert das eh keinen ob sich hier oder da ein Tippfehler einschleicht. Wir sammeln nur die Infos zusammen, prüfen sie schnell (das Internet macht’s (fast) immer möglich) und bringen Sie unter’s Volk. Da braucht nix dauernd wegen Wortstellung und Tippfehler dauernd hin und her gereicht und dann umständlich auf Papier gebracht werden, nur damit die Information wenn sie dann endlich beim Volke ankommt schon längst wieder veraltet ist.

  7. #6: Da hast Du Recht. Nur eins haben wir bisher einfach nicht: Die Rezeption bei UnseresUNgleichen. Wenn wir schneller, besser UND wirksamer als Print sein wollen, müssen wir damit „an die Stammtische“.

    Ich wette, die Hälfte von uns betreibt neben dem reinen Informationsaustausch auch durchaus Projekte, die eine geeignete Schnittstelle bieten. Ich habe so eine Schnittstelle, zwar mit sehr kleiner Zielgruppe aber dafür einer, die eben auch noch den Druck-Knopf benutzt. Denen müssen wir das Anliegen verständlich machen und vor allem, daß es nie um Terror, Kinder oder Porno ging und geht!

    Die „Etablierten“ werfen uns nicht ganz zu Unrecht den Elfenbeinturm vor. Drum: Raus da! So schnell es geht!

  8. Es ist vieles geschrieben worden, dem stimme ich auch zu.
    Schade finde auch ich, dass die normalen Printmedien erst jetzt aktiv werden.

    Daher immer weiter „Stoppt die Internetzensur“ rufen und aktiv sich weiterhin beteiligen (und natürlich bei der Bundestagswahl NICHT CDU und SPD wählen) *g*

  9. Ist ohnehin nicht ernst gemeint!

    Derartige Bekenntnisse zur werden noch zahlreich in den Printmedien erscheinen, schließlich brennt nichts mehr an und man kann sich selbst und seinen Lesen eine Art Persilschein zur Gewissensberuhigung ausstellen.

    Außer einem Artikel der C’t (online war er bei SpOn und obligatorisch bei TP zu finden) kann ich mich an keinen seriös formulierten, mit Fakten untermauerten Kritikversuch in den Printmedien erinnern.

    Vielleicht irre ich mich ja, aber so viel Inkompetenz kann doch innerhalb namhafter Redaktionen nicht vorherrschen, dieses weitestgehend gemieden zu haben. Oder um mit den Worten eines vermeintlichen Verschwörungsautoren zu fragen, „Dumm oder korrupt“?

  10. Hinterher gut reden kann jeder, wo waren die Stern Macher vor der Verabschiedung? Und by the way, Stern ist nicht grad die Quelle der Wahrheit, nicht war Freunde.

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