Öffentlichkeit

Nicht Google ist böse, sondern US-Behörden

Überraschung! Auf Daten, die bei Google gespeichert sind, kann selbstverständlich auch von US-Sicherhietsbehörden zugegriffen werden. Was bisher eher wie eine Verschwörungstheorie klang, ist nun von Google-Chef Eric Schmidt aufgedeckt worden. Christian Stöcker beschreibt das und einiges anderes auf Spiegel-Online: Google will die Weltherrschaft.


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Als eine Moderatorin des US-Fernsehsenders CNBC Google-Chef Eric Schmidt am Montagabend nach all den Daten fragte, die sein Konzern über Internetnutzer besitzt, sagte Schmidt einen denkwürdigen Satz: „Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.“ Wer aber „wirklich diese Art von Privatsphäre“ brauche, müsse sich nicht über Suchmaschinen wie Google Sorgen machen, die solche Daten selbstverständlich speicherten. Sondern über die US-Behörden. Denn der Patriot Act erlaube unter Umständen auch Zugriff auf die Daten, die Google über seine Nutzer sammelt. Schmidts Satz verrät gleich drei beunruhigende Haltungen: Erstens, so kann man ihn interpretieren, sind Sie selbst schuld, wenn Sie es heute noch wagen, Geheimnisse haben zu wollen. Zweitens weiß Google schon längst verdammt viel über Sie. Und drittens wird der Konzern all die Informationen, die er über Sie hat, nicht gegen Sie verwenden – denn das dürfen nur Regierungsbehörden.

Danke für die Klarstellung.

53 Kommentare
  1. Für mich ist das neu, weil ich den Patriot Act nicht wirklich kenne – vom Namen her ja, aber sonst nicht.

    Hatte noch im Kopf, dass Google sich vor ein paar Jahren mal erfolgreich dagegen gewehrt hat, dass die US-Behörden zugriff auf ihre Systeme erhalten.

  2. Er sagt im Interview, dass es „unter Umständen“ möglich ist. Mich würden diese Umstände interessieren und wie oft es bereits der Fall war, dass Google Daten freigeben musste.

    Aber die „Umstände“ werden wohl in Richtung „Terrorismus, 11. September, Ich-werde-euch-alle-töten“ gehen. Von daher ist der Hinweis auf die Umstände wohl trotzdem wieder sinnlos…

    Ich sehe, ich muss den Patriot Act (wiedermal) genauer studieren. :)

    Google sollte sich überlegen, den Firmensitz in ein anderes Land zu verlegen. Mit offenen Armen würden sie alle empfangen. Der positive Nebeneffekt wären wohl noch ein paar Millionen Steuerersparnisse.

  3. Google hat da etwas missverstanden. Aber das macht nichts. Ich kann nur herzlich dazu einladen, auf clusty.com oder meinethalben bing.com zurückzugreifen und alle Googleserver mittels /etc/hosts auszusperren. Es gibt keinen Grund, diesem Dreckskonzern auch nur ein einziges Byte an Suchanforderungen zu spendieren.

  4. @tux

    Nun müsstest du uns nur noch verraten, warum Clutsy oder Bing nicht an den Patriot Act gebunden sind. Loggen tun sie schließlich alle.

    Die Google Suche ist dabei das geringere Problem, wenn man etwa Cookies deaktiviert oder immer löscht. Das Problem ist, dass Leute ALLES über Google laufen lassen und bei der Suche bei Google angemeldet sind und somit alle personenbezogenen Daten direkt mit den Suchanfragen verknüpft werden.
    Wobei natürlich Rasterfahndung trotzdem anhand der IP möglich ist. Aber wie gesagt, solange die Server/der Firmenstandort USA ist, greift der Patriot Act.

  5. Nr. 5/6:
    Ein guter Einstiegspunkt sind die sog. „National Security Letters“ (siehe z.B. hier[1], wenn auch schon etwas älter), das ist das Rundum-Sorglospaket für die patriotisch veranlagten Ermittler bei diversen Bundesbehörden. Erzwingt Datenherausgabe ohne richterlichen Beschluß oder auch nur begründeten Verdacht, Maulkorb-Verordnung inklusive, sprich der Empfänger darf nichtmal die Existenz der Maßnahme gegen ihn öffentlich machen (letzterer Teil wurde inzwischen zumindest in einem Fall für verfassungswidrig erklärt, aber allgemeine Wirkung hat das wohl nicht entwickelt). Die Vorschriften dafür wurden 2001 mit dem Patriot Act massiv aufgeweicht, dementsprechend wurden die Dinger in den Folgejahren ingesamt zu hunderttausenden verschickt, dem FBI beispielsweise wurde erheblicher Mißbrauch des Verfahrens (selbst nach den gelockerten Regeln) nachgewiesen, für die weitere Verwendung der damit erlangten Daten gibt es keine Beschränkungen,…

    EFF und ACLU sind beide in dem Bereich aktiv und haben weitere/aktuellere Informationen.

    [1] http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/11/05/AR2005110501366_pf.html

  6. “Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es

    vielleicht ohnehin nicht tun.”

    Ein einfacher Satz, der doch soviel über den heutigen Alltag aussagt.
    Sie sind ein einfacher Bürger, haben nichts zu verbergen, na dann dürfen
    wir doch all ihre Daten einsehen, schauen nach, nicht, dass sie sich irren
    und irrtümlich doch ein Verfassungsfeind sind. Auf ihrem Pc könnten sich
    doch heimlich Verfassungsfeinde eingeschlichen haben. Aber kein Problem,
    wir schauen nach, sie haben doch nichts zu verbergen, wir schauen doch nur.

    Onlinedurchsuchunng, na davon wollen wir nicht reden, dafür brauchen wir doch
    einen Richter, auf ihre Webcam haben wir natürlich nie zugegriffen,
    das wäre doch nicht rechtens. Aber andere Frage, als sie sich damals
    mit ihrem Mitverschwörer in ihrer Wohnung über die aktuelle Politik
    ausgelassen haben, dass meinten sie doch ironisch? Ansonsten müssten
    wir sie jetzt mitnehmen. Nein wir haben ihre Webcam nicht angezapft,
    dass wäre doch gegen die Verfassung. Woher wir das ansonnsten wissen?
    Na Ermittlungsarbeit natürlich. Wir sind der Verfassungsschutz,
    wir passen auf.
    Aber warum hat ihr PC ein Passwort? Das scheint doch schon verdächtig,
    wer nichts zu verbergen hat der braucht doch kein Passwort oder?

    Na sehen sie, ein Passwort ist doch in unserer Gesellschaft nicht nötig,
    wir passen doch auf. Sie haben ja nichts zu verbergen, geben sie es
    einfach schnell ein, dann vergessen wir die Sache auch.
    Passwörter benutzen doch nur Verfassungsfeinde, als wenn es was
    nützen würde. Wir schneiden ihren Internetverkehr eh mit,
    kapern ihre Headsets und Webcams.
    Ach das haben sie überhöhrt, haben sie doch oder?
    Ansonsten müssten wir sie als Verfassungsfeind an die Wand stellen.
    Da machen wir keinen Spaß.

    Wir arbeiten übrigens an Maschienen, die Gedanken lesen können,
    dann kommt niemand mehr davon, alle kommen an die Wand.

    Aber sie müssen sich natürlich keine Sorgen machen,
    sie haben ja nichts getan, dass wissen wir ja.

    Also tun sie nie etwas von dem wir glauben, dass
    es falsch sein könnte, denn sie wissen ja.
    Wir überwachen alles.

    Ach eine letzte Frage, sie besitzen nicht zufällig Orwells 1984?
    Doch besitzen sie, das Buch müssen sie leider aushändigen,
    es ist gegen die Verfassu

  7. Ist Google daran schuld, dass sie anscheinend gute Produkte machen, die dann alle benutzen? Ist Google Schuld, dass man durch Verknüpfung von Daten eventuell Dienste besser machen kann oder diese einfacher in der Benutzung werden?

    Ich denke, man sollte in der Informationsgesellschaft auch mal ankommen. Informationen sind es, auf denen die meisten der sozialen Dienste aufbauen. Ohne Speicherung kein Dienst.

    Anscheinend schätzen viele den Nutzen solcher Dienste höher an als die Gefahren. Selbst viele von denen, die die Gefahren kennen.

    Was also tun? Informationstechnologie verbieten?

    Oder vielleicht eher überlegen, wie man damit umgeht und welche Gefahren wirklich drohen. Diese gilt es dann zu verhindern. Aber die Uhr zurückdrehen können wir nicht mehr.

  8. Google ist alles andere als gut. Die haben zuviel Geld, zuviel Macht, zuviel (positive) Bekanntheit.

    Google bietet in sehr vielen Bereichen Dienste an und verdient durch Werbung und ähnliches damit noch mehr Geld.

    Wenn Google erstmal anfängt wirklich zu personalisieren, dann gute Nacht.

    @2: Ich wollte damit nur sagen das es für mich nicht neu ist das Google nicht so gut ist wie getan wird. Und das Google (genau wie jede andere Firma) hauptsächlich am Geld verdienen interessiert ist. Google hat bereits jetzt zuviel Einfluss und ist eine sehr sehr mächtige Firma geworden.

  9. Ich finde es immer wieder schade, wie alle auf google rumtrampeln. Ich erkenne die Gefahren die durch google drohen sehr wohl, dennoch überwiegen für mich die Vorteile. Ich habe bisher mit keiner Suchmaschine so effektiv und schnell suchen/finden können wie mit google. Vielleicht macht sich ja jemand mal die Mühe und vergleicht (wie auch immer man das sinnvoll anstellt) google mit anderen Suchmaschinen. Ich hoffe doch, dass alle, die sich über google so aufregen es auch nicht benutzten. Denn sonst ist eure Panikmache nichts als Heuchelei! Und alle die sich so aufregen nutzen bitte auch nie wieder Produkte aus dem Hause Microsoft, achten genau auf ihren ISP und Handyprovider. Außerdem kauft ihr gefälligst nichtmehr überall ein, wo es auch nur das Angebot von PaybackKarten gibt, denn es ist ja potenziell gefährlich…Wenn sich jemand genötigt fühlt darf er diese Liste gerne fortsetzen.

  10. Interessantes Argument: \Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.\

    Und das sagt einer, der ein Unternehmen führt, das ziemliche Geheimnisse hütet. Aber vermutlich wird er einen Verrat mit Achselzucken abtun und niemals klagen. Bestimmt gibt es auch keine Verschwiegenheitsklauseln in den Mitarbeiterverträgen.

  11. Nur mal ne Frage: Wer von den „Google, die pöse Datenkrake“-Leuten hat denn ein iPhone?

    Oder anders: was ist die Alternative? Ich will nicht hören „Das und das ist böse, geh da nicht hin“ sondern „Das und das ist die Lösung, dort kannst du statt dessen hin“ – solange alle relevanten Dienste, inkl. Handy (Apple, Android, WinMobile) etc. aus Amiland sind haben die US-Behörden den Zugriff auf meine dort von jedem im selben Maß gesammelten Daten. Solange die Alternative ein „verzichte aufs Handy und kündige dein Internet“ ist, sehe ich keine Alternative außer die, zu versuchen, ein wenig Kontrolle darüber zu haben, wi die Daten aussehen, die die ein oder andere Firma von mir bekommt. Und welche Firma, denn es gibt zwar kaum einen Unterschied zwischen dem, was und wieviel gesammelt wird, aber bisher durchaus einen, wie die jeweiligen Firmen mit diesen Daten umgehen. Entsprechend kommt z.B. schon seit einiger Zeit nichts mehr was mit Yahoo zu tun hat bei mir in die Tüte. Google macht im Gegensatz zu MS und Apple zumindest über das Dashboard transparent, welche Daten sie von mir haben und gibt sogar die Möglichkeit, einiges davon zu löschen. Google bietet derzeit einen DNS-Dienst an, der nichts umleitet oder Filtert. Google hat meines Wissens noch nie aktiv z.B. chinesische Dissidenten an die chinesischen Behörden ausgeliefert, Google versucht wenigstens, ein wenig Widerstand gegenüber allzu neugierigen Regierungsbehörden zu leisten, bevor Daten herausgegeben werden, von sowas habe ich seitens anderer bislang eher das Gegenteil, nämlich Willigkeit und „selbstveständliche Unterstützung“ mitbekommen, usw.

    Ich frage mich deshalb, was dieses Google-Bashing, auch in den Medien, in den letzten Wochen und Monaten eigentlich soll. Manchmal könnte man meinen, da ärgert sich wer über Google oder versucht, denen Druck zu machen, indem man eine Berichterstattung fährt, die Google in ein bewusst schlechtes Licht rücken. Aber das würden unabhängige Medien ja nie machen, selbst wenn sie an anderer Stelle der Meinung sind, Google schulde ihnen Millionenbeträge…

  12. Die Alternative ist, die Sachen im Netz nur verschlüsselt oder auf eigener Infrastruktur zu speichern und nur mit eigenen Geräten darauf zuzugreifen.

    Mozilla Weave beispielsweise ist doch ein guter Ansatz.

  13. Undifferenziertes Google Bashing. Herrlich. Schonmal drüber nachgedacht was google alles anbietet? Was ist mit Firefox, der W3C und vielen weiteren Projekten. Google ist ein nicht unerheblicher Faktor in Sachen Innovation und (schlagt mich) auch in Sachen Netzneutralität (google ist sein eigener ISP und jetzt eben auch DNS).

    Vielleicht sollten die Leute die hier grade meckern auch mal drüber nachdenken das die Amis per SWIFT unsere Bankdaten haben, unsere Regierung auf web.de, gmx.de oder euren shared Server in Dland auch Zugriff haben, das Apple das restriktivste Unternehmen überhaupt ist (siehe Appstore, iPhone, iShit oder einfach MAC). Scheisse hier hat jemand ernsthaft bing als alternative vorgeschlagen. Sowas lächerliches.

  14. Meiner Meinung nach ist Google immer noch eins der *weniger* bösen Unternehmen.
    Klar, daten sind ihr business. Doch geben sie sich mühe nichts im Geheimen zu machen. Es ist doch schliesslich positiv zu bewerten dass der Chef selbst zugibt dass sie Daten an US behörden rausgeben MÜSSEN. Nicht dürfen, MÜSSEN. Und sie haben wenigstens versucht etwas gegen den patriot act zu unternehmen, haben geklagt und verloren.
    Unter https://www.google.com/dashboard/ kann man sich übrigens anschauen welche Daten google von einem so gespeichert hat, sie verstecken sie nicht.
    Aber genug von google, kommen wir zum grundsätzlichen:
    War es denn nicht schon immer so, dass man seine geheimsten Daten niemandem überlassen, sondern selbst für ein vernünftiges versteck gesorgt hat? Sollte es nciht jedem einleuchten dass man sein intimstes digitales Leben keinen kostenlosen diensten anvertraut?
    Ich meine, was tut man in der realen welt mit wirklich heiklen sachen? Würde sagen ersteinmal vernichten, denn was weg ist ist weg. Wenn man sie aber aus irgendeinem guten grund aufbewahren muss, was macht man denn dann? einen safe kaufen? bankschliessfach? Soviel ich weiß darf polizei/geheimdienst beides aufbrechen wenn ein richter es genehmigt. Also versteckt man die sachen irgendwo, wo sie niemand anderes findet.
    Und genau so siehts doch online auch aus. Was heikel ist und nicht aufbewahrt werden muss -> löschen. Alles was nciht weg kann und heikel ist, darum muss man sich selbst kümmern. Steganographie und verschlüsselung sind da die stichworte. Und das muss man halt selbst machen.
    Oder man kauft sich sicherheit, dazu benötigt man jemanden dem man total trauen kann und benötigt sehr viel geld, und zwar mehr als die gegenseite bereit ist zu zahlen, oder nimmt seine familie als geisel, tötet die katze, ihr wisst schon, mafiamethoden halt ;) Doch auch das gilt sowohl für die echte, als auch die virtuelle welt.
    Von daher ist die sache mit der Datensicherheit doch ein alter hut, was momentan noch fehlt ist die sensibilisierung der massen für die thematik. Ich denke wenn irgendwann einmal genügend fälle publik werden wo menschen die digitale sorglosigkeit das genick gebrochen hat oder sich die leute selbst an sowas die finger verbrennen („hö, wieso darf ich nicht beamter werden? Ähm ja wir haben da eine liste aller von ihnen besuchter seiten der letzten 18 monate und finden sie einfach nicht tragbar, sie perverses schwein!“) wird ein umdenken einsetzen.

  15. Haha, @Jens, is klar „mach halt einen eigenen Server“ – der steht dann wohl wo? Und wird im Zweifel von wem abgeholt? Und telefoniert, mobil intergenettet, per Suchen recherchiert,

    Mit „Alternative“ meinte ich was für jeden machbares, auch ohne IT-Studium, Ingenieurskenntnisse o.ä. . Ja, Weave ist tatsächlich etwas interessantes, löst aber nur 5% des Problems :-)

    Ich bleibe dabei: mit Google wird derzeit der harmloseste von allen gebasht, und die Konkurrenz lacht sich derweil ins Fäustchen und spiegelt schonmal seine Datenplatten mit den Servern der Homeland Security (aka „MiniPax“)

  16. (da oben ist ein „kollaboriert und all diese Kommunikation und Information vernünftig miteinander verknüpft, so dass ich nicht auf jedem Kanal wieder von vorn beginnen muss etc. habe ich dann immer noch nicht.“ verloren gegangen)

  17. Ich finde wir sollten alle vorsichtig sein, nicht nur bei Google.

    Ich persönlich bin datensparsam, meine bevorzugte Suchmaschine ist derzeit Ask.com, wobei ich nicht all zuviel suche, Informationen über mich gibts (hoffentlich) keine im Netz, da ich meine Daten nur sehr ungern angebe. Bei Telefongespräche widerspreche ich den Aufnahmen/Mitschnitten und bei Bedarf läuft mein Internet über ein VPN und notfalls auch noch über einen SSH-Tunnel. Ein Handy habe ich, allerdings ist das nur für Notfälle, genutzt wird es also nicht.

    Ich stimme zu das Google derzeit eine „gute“ Firma sein mag, aber ich betrachte nicht (nur) den jetzigen Zeitpunkt, sondern allgemein das was Google tut. Und so eine enorme Expansion, so eine enorme Menge Daten, soviele Informationen. Das sind Informationen die verdammt viel Geld wert sind. Und ich denke niemand weiss ob Google die Daten nicht doch hinterrücks heimlich verkaufen könnte.

    Andererseits: Solange Google „gut“ ist bleibt das Vertrauen und das Such-Monopol. Es werden immer mehr Informationen angesammelt und angehäuft. Und irgendwann ist es eine riesige Datenhalde, die dann eine unbegreiflich große Menge Wissen beinhaltet.

    @21/Sven: Auf deine Liste können noch die Nutzung von Ebay/Paypal, sowie grundsätzliches bezahlen per EC-Karte im Laden.

  18. Was den Mediahype angeht: wer ist derzeit die Person mit dem größten Einfluss auf die Medien? Komischerweise ist der Kerl gerade auch bei BING eingestiegen und will „seine“ Nachrichten nicht mehr von google finden lassen.

    Was würde das Bild besser abrunden als etwas google-bashing im Fernsehen mit gleichzeitiger Einbledung der Alternativen („BING!“)? Heute bei n-tv gesehen: Google Goggles als Aufhänger um endlich „Google böse!“ schreien zu dürfen und sofort eine Alternative anzubieten: BING!
    Schade, dass der CEO von Google sich zu so dämlichen Aussagen hat verleiten lassen, was ihm eher geschadet als geholfen hat.

  19. Ich glaube, es ist in unser alle Interesse, die _wirklich_ wichtigen Dinge im Auge zu behalten. Zum Beispiel: a) die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, b) Konzentration auf konstruktive, verantwortungsvolle, nachhaltige Lösungen (> ich bin schockiert über die Menge an undifferenzierter Kritik in diesem thread! Destruktive Kritik ist einfach (‚einfach‘ im Sinne von primitiv, unreif…) und bringt keine konstruktiven Lösungen), c) Lösung kann u.U. auch bedeuten: ‚Die beste aller hier und jetzt zur Verfügung stehenden Alternativen, selbst wenn diese (noch) nicht optimal ist‘, oder ganz wichtig: d) Firmen, Institutionen, Regierungen sind immer abstrakte Gebilde. Wir erleben ALLE diese Welt aber ausschliesslich durch unser individuelles Bewusstsein. Immer. Ziel muss also das wohlergehen möglichst vieler individueller Menschen auf diesem Planeten sein. Dass es Firmen, Institutionen, Regierungen ‚gut‘ geht heisst (leider) noch lange nicht, dass es den Individuen die sie bewirtschaften bzw. repräsentieren gut geht. Unser aller Fokus sollte m.E. aber auf dem Wohlergehen der Individuen liegen.

  20. Was Google betrifft sehe ich die Firma als einen suboptimalen Zwischenstatus zu einem userkontrollierten, demokratischen Prinzip im Internet. D.h. von einer, ehemals sehr guten Strukturierung in Privatfirmen (MS, Apple, Geheimdienste, etc.), über das ‚halbdemokratische‘ Google hin zur (verantwortungsvollen und nachhaltigen) Selbstverwaltung des Netzes durch die User (Open Source, Nonproprietäre Technologien, GNU-Lizenzierung, viele, unabhängige Server etc.).
    Auf diesem Weg kommen wir um ein einen vertrauensvollen Umgang miteinander wahrscheinlich kaum drumherum. Dieser könnte zum Beispiel auf einem Bonussystem à la Amazon-Verkäufer basieren: habe ich positive Erfahrungen mit dir gemacht bekommst du ‚Vertrauenspunkte‘ von mir. So wächst auch das Vertrauen in dich von Leuten, die bisher nie mit dir zu tun hatten.

  21. Wie ich schon schrieb, das Problem bei Google ist, dass viele ohne groß nachzudenken alle Zusatzdienste die eine Anmeldung erfordern nutzen.

    Solange man nur die Suchmaschinenfunktion von Google nutzt, macht es keinen Unterschied ob man nun bing oder sonst einen Dienst (vor allem wenn er in der USA ist) nutzt.

    Wenn man Google Mail nutzt macht es jedoch Sinn auf die Google Suche komplett zu verzichten oder zumindest in eine separate Session zu verlagern.

    Ich finde es geht hier nicht um Google-Bashing sondern dass einem klar sein sollte, welche potentiellen Konsequenzen eine unbedachte Nutzung von Internetdiensten allgemein haben kann. Google steht halt im Mittelpunkt, da es der größte Anbieter ist UND da sie durch die Zusatzdienste eine WESENTLICH bessere Zuordnung machen können.

    Und nur zu sagen „die Regierung ist Böse“ oder der „Patriot Act“ ist alleine Schuld ist auch naiv. Denn schließlich führt nur die Sammelwut der Daten dazu, dass die entsprechenden Begehrlichkeiten entstehen. (Was den Patriot Act natürlich nicht besser macht…)

  22. Ich denke hier handelt es sich um einen Mißverständnis.

    Frage: People are treading Google like their most trusted friend. Should they be?

    Antwort: Well, I think judgement matters.

    — CNBC schmeißt was rein, man kann Schmidt nicht mehr verstehen—

    Antwort Fortsetzung: If you have something you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t do it in the first place.

    Was sollte man nicht tun? „It“. Was ist mit „it“ gemeint?

    Frage: Sollte man google wie einem Freund vertrauen?
    Antwort: Wenn Du etwas hast, was niemand erfahren soll, dann solltest Du es besser nicht tun.

    Mit „es“ ist gemeint: Man sollte google nicht vertrauen.

    Warum nicht? Weil America einen Patriotic Act installierte, der einen Zugang zu den Daten jedes Unternehmens ermöglicht. Da kann das Unternehmen noch so toll sein, die Daten muss es preisgeben.

    Eine Einsicht in die Daten dieser Unternehmen durch Regierungsbeamte geht übrigens mit dem Verbot einher, dass die Information, dass das Unternehmen Dateneinsicht gewährte nicht nach außen kommuniziert werden darf (wenn ich recht informiert bin).

    Und jetzt regt Euch bitte wieder ab. Nix gegen googlebashing, aber ich glaube, er hats nicht so gemeint und CNBC hat durch den beschissen Zusammenschnitt den Anschein erweckt, google sei nun doch böse. Oder zumindest Eric Schmidt.

    1. Google ist wohl das neue Microsoft und polarisiert. Soweit so gut. Ich hab das eigentlich nur geschrieben, weil viele sich nicht bewusst sind, dass die Daten dort selbstverständlich staatlichen Eingriffen ausgesetzt sein können. Und dass man sich bewusst sein sollte, was das bedeutet, wenn man sich zu abhängig von einem Unternehmen macht. Für mich persönlich habe ich entschieden, dass ich das nicht tun möchte. Und zahl den Preis mit etwas weniger Bequemlichkeit, dafür hab ich mehr Datensouveränität und Privatsphäre. Sollte sich aber jeder selbst entscheiden.

  23. was mich an euerer diskussion stoert ist, dass keiner hier tips abgibt, seine daten „ein bisschen besser“ zu schuetzen.
    1. javascript nur dann einschalten, wenn die besuchte website danach fragt( und man sie unbedingt sehen will)
    2. wir benuetzen seit einiger zeit, auf anraten unserer sicherheitsbateilung, nur noch scroogle.
    3. email grundsaetzlich verschluesseln ( es gibt im netz immer noch genuegend „alte“ programme, die noch nicht manipuliert wurden.
    4. bei besuch von seiten, die nun wirklich niemanden etwas angehen ( und ich meine keine kinderpornos uae) proxyserver einschalten.
    natuerlich ist klar, dass die anonymitaet nie gewaehrleistet ist, aber, ein proxy in china, mit „no cache“ ist sicherlich besser als „nackt“ zu surfen
    und jetzte einen schoenen tag
    suann

  24. man kann, was Schmidt sagte, auch anders übersetzen:
    „Alles, was du Google anvertraust, vertraust du ANDEREN an; insbesondere den Ermittlungsbehörden.
    Bedenke dies.“
    Hört sich ja fast schon nach Aufruf zur „Verschleierung“, so gesehen, oder?

  25. “Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.”

    Passt jetzt vortrefflich in die Cablegate / Wikileaks – Diskussion ;-)

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