Die Taz berichtet über uns: „Entdeckung der Internet-Community: Die Ureinwohner wehren sich“.
Die CDU hat ihn entdeckt, die SPD auch, die Berliner Morgenpost schreibt darüber, die FAZ und ja, ab und an auch die taz – über den fremdartigen Stamm namens Internet-Community, von Hobbyetymologen schon zur Netzgemeinde eingedeutscht. Gemeinde erinnert ein bisschen an evangelikale Bibelschüler. Allerdings klingt das meist so, als würde da eine Horde junger, verspielter, freiheitsliebender, aber auch ein wenig beschränkter Tarzans durchs Geäst des digitalen Dschungels hüpfen. Vor allem aber macht es klar: Hier stehen wir, und dort sind die Fremden – hinter dem Computerbildschirm beginnt ein possierliches Barbaricum.
Das kenne ich nur zu gut: Die Verwendung des Wortes „Internet-Community“ durch Politiker mit denen ich spreche, hat immer einen etwas komischen Klang. Man denkt dann immer, die halten „die Internet-Community“ für so eine Art Gewerkschaft und man selbst ist für sie sowas wie ein Sprecher dieser „Community“. Es ist dann immer schwierig, diesen zu erklären, dass es sich um Menschen handelt, die ähnlich wie unsere Gesellschaft äussert vielfältig und wenig organisiert sind. Und das wir (in der Regel) nicht beißen.