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Deutsch für Nazis

NDR Extra3 hat eine neue Folge von „Deutsch für Nazis“ veröffentlicht. Die erste Folge wurde im Sommer letzten Jahres gesendet und stand auch unter einer Creative Commons Lizenz. Bei der neuen steht das leider nicht dabei. Steht beides unter cc-by-nc-nd. Die rhetorisch brilliantesten Reden von NPD-Politikern werden im Rahmen eines Telekolleg Deutsch vorgestellt.

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Folge 1:

Folge 2:

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22 Kommentare
  1. Das gute an Nazis ist, dass man sich bei ihnen nicht fremdschämen kann. Natürlich für die sprachliche Leistung, nicht die geistige Vorarbeit.

  2. Ich denke das ist das Problem hier: die Diffamierung von politischen Gegnern als „dumm“. Im Sinne des deutschen Sprachnazitums (Sprache als Regelfetisch des „richtigen“ Deutsches) wird die kollektive Exekution an dem Sprachcodeverletzer vollzogen, ganz wie im Unterschichtenfunk verwechselt man eine (hier: politische) Qualitätsskale mit Präsentationsfähigkeit. Ich finde es gut, wenn es unartikulierte Politiker gibt, das sind die Leute, die etwas nicht in 30 Sekunden ein Statement abgeben können, die keine Blender sind, die nämlich was zu sagen haben, aber diese komplizierte Welt verstehen und mitgestalten wollen. Das wirklich Schlimme ist doch, dass diese Rechten nichts zu sagen haben. Der Humor deutet nur darauf, dass die Schemata einer rechten Gesellschaft immer noch funktionieren und zwar auch bei den Leuten, die sich als fortschrittlich, links usw. dünken.

  3. Oh, ich lese gerade: „das sind die Leute, die etwas nicht in 30 Sekunden ein Statement abgeben können“, passiert halt.

    Leute, die krause Sprache hat doch was für sich, der Witz kommt doch immer dann, wenn Leute in einem Sprachkode einsteigen, wo sie nicht zuhaus sind. Und im Internet schreiben wir halt drauflos. Wenn ich dann Privatbriefe mit Schreibmaschine von Behörden oder Dienstzeugnisse von vor 60-70 Jahren aus der Schublade ziehe, dann seh wie abgehoben unsere heutigen Standards sind. Da findest Du Klopper, die nicht mehr feierlich sind. Wir haben uns selbst eine ganz arogante Sprachmächtigkeit zugelegt. Es gibt Leute, die funzen halt nicht auf der Bühne. Die Sprachmächtigkeit führt zur sozialen Deklassierung, zur Erhebung des Menschen über den Menschen. Zur Entstehung von Medienmasken der Konversation, die schlimm sind wie das Spanische Hofzeremoniell. In einer Aristokratie besteht der Anspruch einer Herrschaft der Besten, in einer Demokratie sollen die Leute in unserem Lande einfach nur repräsentatiert sein, und ein großer Teil der Leute nebenan ist halt ich ein bisschen anders drauf, und wenn der sich an Spracherwartungen anpasst, die er nicht bedienen kann, klappt es nicht.

    Übrigens schön der Fehler im Youtube-Video, natürlich muss es „Alicante“ heissen, in der spanischen Stadt ist nämlich das Patent- und Markenamt der EU, OHIM.

    Was ist dann für eine Medien-Gesellschaft, die immer den Dilettanten und Abseitigen niedermachen muss, oder sich ihn als Clown gönnt. Lasst doch den wenigen Naziabgeordneten ihre Aufgabe erfüllen. Wenn es in unserer Gesellschaft solche Leute gibt, welche die wählen, dann sollen ihre Vertreter doch auch im Parlament vertreten sein und sich dort verhaspeln. Was mich ärgert ist die „Profipolitik“, die den Minderheitsabgeordneten hinten auf den Gang stellt, weil er nicht mehr in der Fraktion ist. Schutz von Minderheiten muss auch für Nazis gelten und über Behinderte lacht man nicht. Ausser die Behinderten im Ministeramt natürlich, aber dann brauchen sie auch keine Schonfrist.

  4. Oh, ich lese da gerade: „dann seh wie abgehoben unsere heutigen Standards sind.“, „Lasst doch den wenigen Naziabgeordneten ihre Aufgabe erfüllen.“, „Was ist dann für eine Medien-Gesellschaft“. „Ausser die Behinderten im Ministeramt natürlich“ usw. usw. usw. usw.
    passiert, wenn du schnell Gedanken runtertippst, habe mir ja extra ne redende Schreibe grad zugelegt, schaff Dir mal ein fetteres Editfeld für Dein Blog an, Markus!

    Rede ist ja auch keine Schreibe.

    Der Qualitätsjournalismusnazi glaubt diktieren zu dürfen wer sich äußern darf. Aber, huch, in einer freien Gesellschaft ist das „jeder“. Jeder darf reden, igitt. Auch wenn er das gar nicht kann! Heute würde die Zensur wohl den Pflichtlektor zum Sprachentkräuseln des Blogs oder die Universitätsdiploms-OpenID einfordern.

    Leute schreiben wie sie wollen, wie das zweckmässig ist, sie „verständigen“ sich mit anderen, und tauschen sich aus. Aber wem erzähl ich das…

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