Öffentlichkeit

Bundestags-Petition für Open Access

Eine neue ePetition setzt sich für den „Kostenlosen Erwerb wissenschaftlicher Publikationen“ ein:

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Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

In der Begründung wird kritisiert, dass hohe Kosten und die Vielfalt wissenschaftlicher Zeitschriften Bürgern heute den Zugang zu Ergebnissen staatlich finanzierter Forschung de facto verschließen. Dabei sei es nicht angemessen, dass der Bürger noch einmal für bereits von ihm finanzierte Forschungsergebnisse zahlen müsse.

Die Petition kann man noch bis zum 22. 12. hier unterzeichnen.

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23 Kommentare
  1. Und genau solcher Mist ist der Grund warum die großen Ideen heute aus Amiland kommen und nicht aus Deutschland.

    Kein Wunder das in D kaum Firmen in eigene Forschung bzw. Forschung in Deutschland Geld stecken

  2. @3 Erst lesen, dann kapieren, dann kommentieren.
    Es geht hier um Forschung, die aus ÖFFENTLICHEN Geldern finanziert wird. Öffentliche Gelder sind gleichbedeutend mit Steuergeldern, die die Einwohner eines Staates an eben jenen entrichten.
    Das hat nicht aber auch absolut gar nichts mit privat finanzierter Forschung durch Firmen zu tun.

    Darüber hinaus ist es nur recht und billig, wenn diejenigen, die für etwas bezahlen, auch etwas davon haben. Oder hast du es in der privaten Wirtschaft schon mal erlebt, dass eine Firma Geld in eine Forschung steckt, ohne je die Ergebnisse zu Gesicht zu bekommen?

  3. Tut mir Leid, aber ePetionen hatten mal mein Vertrauen. Ich unterschreib erst wieder, wenn diese Form der Bürgerbeteiligung auch von der Politik gewürdigt wird.

    Greetz,
    GHad

    1. @GHad Erwartest du ernsthaft, dass ePetitionen von „der Politik“ tatsächlich „gewürdigt“ werden?

      Die Petition ist doch nur eines von vielen Mitteln, um auf das Thema hinzuweisen; je mehr Menschen unterzeichnen und darüber berichten (!) desto mehr gerät das Thema ins öffentliche Bewußtsein. Das hat nichts mit Vertrauen zu tun sondern mit Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit.

  4. Das ist ja ein schöner Vorschlag. Im Umfeld der Informatik ist dies bereits weitgehend Realität: Autoren stellen ihre Artikel oftmals frei zur Verfügung, sofern der Verlag es nicht untersagt (siehe sämtliche Universitätsseiten). Ein Autor möchte schließlich gelesen und vor allem auch zitiert werden. Die freizugängliche Veröffentlichung ist also im Sinne des Autors.

    Nur sehe ich das Problem, dass Autoren rechtlich an Verläge und deren Konditionen gebunden sind. Sollte ein Doktorand nicht mehr an einer wichtigen internationalen Tagung teilnehmen dürfen, wenn er dadurch seine Veröffentlichungsrechte an einen Verlag abtreten muss?

  5. Bin eindeutig für eine deartige Regelung und versteh die Aufregeung von Jaquento überhaupt nicht. Wenn es da um „Geheimes“ geht dann wird derartiges sowieso nicht publiziert – und alles was in diversen Fachzeitschriften landet könnte ganausogut auch direkt vie Internet auch von „Normalbürgern“ erreichbar sein.
    Ich bin aber nicht sicher wie weit da die Verleger von Fachzeitschriften sich nicht querstellen werden. Die kämpfen sowieso mit sinkenden Absatzzahlen weil sich viele Fachzeitschriften eben auch nur von Unis etc. leisten können.

  6. done.

    @GHad: Du mußt schon vor der Abfahrt des Zuges zusteigen. Soll heißen: Du mußt die Petitionen selber ernst nehmen, bevor Du selbiges vom Politikbetrieb erwartest. Kann da Jakob nur beipflichten.

    Hey, und ums mit Blumentopf zu sagen: Frag Heide Simonis wenn Du meinst, eine Stimme zählt nichts…^^

  7. Die Realität an den Universitäten sieht so aus:
    Ein immer geringerer Anteil an wissenschaftlichen Publikationen ist uns Forschern zugänglich, weil die Budgets der Unis sinken und der allergrößte Teil der Veröffentlichungen eben NICHT frei zugänglich ist, sondern sehr teuer bezahlt werden muss.
    Wer in der Wissenschaft etwas werden will, der muss in den einschlägigen Journals publizieren – und sich somit vollständig deren Spielregeln ausliefern.

    Nur staatlich/EU-/weltweit auferlegte Prinzipien nach dem Open Access Schema können hier Besserung verschaffen. Für „normale Bürger“ würde sowieso erst dann der Zugang zu einem nennenswerten Teil der Forschung ermöglicht werden.

  8. Ein richtiger Vorschlag!
    Im Moment haben wir folgende skurille Situation: ein Wissenschaftler forscht an einer Universität, finanziert aus öffentlichen Mitteln. Die Ergebnisse seiner Forschung, in die er viel Arbeit und Steuergeld investiert hat, übergibt er einem Verlag und erhält dafür gar nichts. Der Verlag macht aus diesen und weiteren Forschungsbeiträgen eine Zeitschrift, die er dann an eben jene Wissenschaftler für viel Geld weiterverkauft. Die wissenschaftliche Community macht die Arbeit, die Verlage verdienen daran. Warum sollen Wissenschaftler Geld bezahlen, nur um ihre eigenen Veröffentlichungen lesen zu können?

  9. @Olaf

    [..]Ich bin aber nicht sicher wie weit da die Verleger von Fachzeitschriften sich nicht querstellen werden. Die kämpfen sowieso mit sinkenden Absatzzahlen weil sich viele Fachzeitschriften eben auch nur von Unis etc. leisten können.[..]

    Das amerikanische Vorbild zeigt, dass die Verlage durchaus mitmachen. Nach einem gewissen Zeitraum erlauben sie, dass i.d.R. die Manuskripte der Autoren, also die nicht gesetzten Versionen der Artikel, veröffentlicht werden dürfen. Dies geschieht in den Life-Science-Bereichen auf pubmed-central (PMC).

    Denn: Auch die Verlage wollen, dass sie gelesen werden. Dazu sind sie aber auf Beiträge angewiesen. Und wenn alle NIH-geförderten Arbeiten nicht mehr bei den entsprechenden Verlagen publiziert werden dürfen, dann sind Beiträge recht rar.

    Es geht also durchaus.

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