Datenschutz

Aktion FSA – Aktionsbündnis Freiheit statt Angst

Dem einen oder anderen wird sicherlich schon aufgefallen sein, dass seit einigen Monaten ein „Aktionsbündnis Freiheit statt Angst“ existiert. Dies hat schon des öfteren zu Missverständnissen geführt, was die „Aktion FSA“ (Kurzform) denn nun mit dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zu tun hat. Wir haben uns hier immer zurück gehalten, das zu thematisieren, weil wir hofften, das freundlich zu lösen. Das ist leider komplett gescheitert. Und es sieht so aus, als ob dies weiterhin nicht zu lösen ist. Daher gibt es hier mal etwas Auflösung zum Sachverhalt, was das denn mit dem AK-Vorrat zu tun hat.

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Die kurze Version ist: Gar nichts. Die lange Version ist etwas komplizierter.

Der Gründer des Aktionsbündnis Freiheit statt Angst, Ricardo Cristof Remmert-Fontes, war mal im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung aktiv. Sein Stil wurde leider mehrheitlich als nicht besonders kooperativ angesehen, obwohl er sehr engagiert war. Dies führte zu regelmässigen Konflikten innerhalb des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung um seine Person. Ihm schwebte ein andere Modell bürgerschaftlichen Engagemens vor und vor allem lag sein Interesse eher in einer hauptberuflichen Tätigkeit für die Bürgerrechtsbewegung. Nach der letzten Demonstration gegen Überwachung und die Vorratsdatenspeicherung ist der Konflikt abermals massiv ausgebrochen und es fand sich keine Lösung mehr. Auf einem Koordinierungs-Treffen des AK-Vorrat wurde mit überwältigender Mehrheit beschlossen, dass Ricardo-Cristof nicht mehr für den Arbeitskreis sprechen darf.

Dies führte erstmal dazu, dass er den AK Vorrat Berlin e.V. i.Gr. gründete, um sich von der existierenden AK Vorratsdatenspeicherung Ortsgruppe Berlin abzuspalten. Um die passende Anzahl an Unterstützer eines Vereins zusammen zu bekommen, musste seine Mutter noch mit in den Vorstand. Nun dürfte es offensichtlich sein, dass die Bezeichnung „AK Vorrat Berlin e.V..“ etwas irreführend sein kann und für Aussenstehende mit dem AK-Vorrat assoziert wird. Zumal Ricardo-Cristof im AK aktiv war und immer noch im politischen Berlin als Vertreter der Bürgerrechtsbewegung rumläuft, aber die Hintergründe mit Rücksicht auf eine Lösung nie wirklich offen kommuniziert wurden. Über den Namen wurden und werden auch schon Spenden gesammelt.

Die nächste Eskalationsstufe wurde dann erreicht, als Ricardo-Cristof mit seiner Handvoll Unterstützer auch noch das „Aktionsbündnis Freiheit statt Angst e.V. i.Gr.“ aufmachte. Regelmäßige Leser werden sich erinnern, dass das „Bündnis Freiheit statt Angst“ zu den letzten Groß-Demonstrationen aufgerufen hat. Ganz schlau hat Ricardo-Cristof Remmert-Fontes nun auch noch für wohl sämtliche Wochenenden vor der Bundestagswahl die bekannte Demo-Route in Berlin mit Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor auf seine neue Splittergruppe angemeldet. Kooperativ zeigt er sich nicht, er besteht darauf, wieder der Demo-Leiter zu sein und alles über seine Gruppe laufen zu lassen. Die ganzen Organisationen rund um Digitale Bürgerrechte weigern sich deswegen, zusammen mit seinem Splitter-Bündnis (Was aus einer Handvoll Unterstützern besteht) eine Gross-Demonstration zu organisieren. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung diskutiert derzeit mit den Bündnispartnern mögliche Alternativen.

Die Verwendung bekannter Namen des offenen Bündnis gegen die Vorratsdatenspeicherung und Überwachung in Deutschland wird von sehr vielen als (freundlich ausgedrückt) Privatisierung einer gemeinsamen Sache verstanden. Mir und vielen anderen fehlt jegliches Verständnis dafür. Ich habe gehofft, dass Ricardo-Cristof Remmert-Fontes & Co. von sich aus verstehen, dass dieses Verhalten nicht akzeptabel ist und sich einen anderen Namen suchen. Dagegen wäre ja nichts zu sagen. Vielfalt ist gut für die Sache und gerne können auch mehrere Organisationsformen miteinander konkurrieren im gemeinsamen Kampf gegen die zunehmende Überwachung in unserer Gesellschaft.

Leider haben wir gegen eine Wand geredet.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
51 Kommentare
  1. Best of bei Burks:

    „Wenn ich an Verschwörungstheorien glaubte, nähme ich an, agents provocateurs des Verfassungsschutzes trieben dort ihr Unwesen, um die Arbeit der Bürgerrechtler zu sabotieren und zu chaotisieren. Ich glaube aber nicht an Verschwörungstheorien. Es handelt sich um die bekannte Mischung aus Dummheit und Stolz aka Eitelkeit und Größenwahn, die auf einem Holz wachsen und eine chaotische und letztlich zerstörerische Gruppendynamik auslösen.“

    „Ich habe nicht herausbekommen, wovon der gute Mann eigentlich lebt und wer ihn finanziert. Seine angeblichen Jobs, auch die er nach eigener Aussage aufgegeben haben will, haben sich alle als Hirngespinste erwiesen. Und nichts von dem, was er vollmundig verkündete, war wahr oder wurde getan. Dampfplauderer, die vor lauter Eitelkeit und Großmannssucht jedes Team arbeitsunfähig machen, kann ich einfach nicht ausstehen.“

    „Die völlig überhöhten Schätzungen stammen unter anderem von Ricardo Cristof Remmert-Fontes, der als “Sprecher” des Ak Vorrat durch die Medien gereicht wird, der aber vor allem deswegen Sprecher ist, weil er vor jedes Mikrofon springt, das im Umkreis von 100 Metern hochgehalten wird. In der Mailingliste musste er wegen seiner Eitelkeit und “egozentrischen Alleingängen” schon mehrfach herbe Kritik einstecken.“

  2. Der angestrebte Vereinsname war sogar einfach \AK Vorrat Berlin e.V.\. Ein Bezug zur Ortsgruppe ist überhaupt nicht erkennbar. Unter diesem Namen wurden zwischenzeitlich auch Spenden für das \Aktionsbündnis\ gesammelt.

  3. Vielleicht habe ich ja etwas nicht mitbekommen, aber ich dachte eigentlich nicht, dass die Aktion schon gestartet war. Wäre es nicht schöner, Aktionen so zu konzipieren, dass man gemeinsam den meisten Output erzielt?

  4. Klingt mir ein wenig nach „Judäische Volksfront“ vs. „Volksfront von Judäa“.

    Das sich die Verfechter der Totalüberwachung in solchen Kleinkriegen verlieren werden, ist dagegen eher unwahrscheinlich.

  5. Finde das auch sehr schade. Allerdings war ich auch dafür, dass endlich mal transparent zu machen, weil dieser Kindergarten zuviele Ressourcen gebunden hat. Für mich ist das Thema jetzt durch.

  6. für alle anderen, für die das thema noch nicht durch ist (ist es nämlich nicht, wie hier eldersign anmerkte, wirkt ihm das ein wenig wie sektiererei): wenn der ricardo bei euch ankommt und sagt, er ist von freiheit statt angst und will spenden, dann fragt lieber nochmal nach.

    aktuell arbeiten leute gemeinsam an einer erklärung. die kommt sicherlich in den nächsten tagen heraus. ich hoffe, sie wird sachlich und nicht zu persönlich. aber hoffen wir mal, und vielleicht magst du, markus, sie am ende dann ja auch unterzeichnen :-)

  7. hallo markus,

    vieles ist richtig, vorallem die sache mit den vereinen und namen, dennoch möchte ich (im interesse des ak vorrat) deine aussage „Auf einem Koordinierungs-Treffen des AK-Vorrat wurde mit überwältigender Mehrheit beschlossen, dass Ricardo-Cristof nicht mehr für den Arbeitskreis sprechen darf.“ richtigstellen:

    auf besagten „treffen“ gab es keinen beschluss, da dieses treffen keinerlei beschlüße fassen konnte. beschlüße werden im ak vorrat _ausschließlich_ auf der mailingliste [1] gefasst. was es gab, war zunächst ein komprommiss darüber, dass ricardo cristof von sich aus nicht mehr für den ak spricht. dem hat er letztlich aber nicht – wie fälschlicherweise im kompromisstext [2] dargestellt – zugestimmt[3], sondern eine erklärung abgeben[4]. somit gab es weder einen kompromiss, noch einen beschluss. es gab lediglich das meinungsbild eines (geringen) teil des gesamt-ak, der aber keinesfalls auch nur annähernd die mehrheit – und schon gar nicht eine überwältigende – darstellte.

    [1] http://lists.ak-vds.de/mailman/listinfo/ml

    [2] http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Bild:Kompromiss_wiesbaden.png

    [3] http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/intern:Protokoll_Wiesbaden_9._November_2008
    „Spät abends wird der Text vorgestellt, er findet bis auf kleinere Änderungen allg. Zustimmung. Allerdings besteht RCRF darauf, dass er noch die Nacht überlegt, bevor er ihn wie in der Kleingruppe besprochen abschickt.“

    [4] http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/intern:Protokoll_Wiesbaden_9._November_2008
    „RCRF äußert sich zu dem Text von gestern. Er zieht seinen Text zurück und erklärt, weshalb er sich dazu entschlossen hat.“

  8. Danke für die Klarstellung.

    Allerdings „existiert“ dieses Aktionsbündnis in meinen Augen auch kaum; außer RCRF … wer tutn da was?

    Als zum Gründungstreffen des e.V. eingeladen wurden, kamen vielleicht acht Leute. Einer wurde weggeschickt und mindestens vier-fünf Leute anderer NGOs (FoeBuD, ver.di) fanden die ganze Show inakzeptabel.

    Natürlich gibt es keinen e.V. des Aktionsbündnisses.

  9. Danke. Nachdem die mir bei Twitter followen habe ich versucht auf deren Website rauszufinden wer eigentlich genau dahinter steht und was genau die tun. Da das nicht sehr erfolgreich war, kam mir das ganze schon etwas obskur vor. Schön wenn sich viele Gruppen um wichtige Sachen kümmern. Aber noch schöner wenn man weiß wen man da genau in was genau unterstützt.

  10. Nein, nicht dieses obskure „Koordinierungs-Treffen“ sondern die seit Jahren schwelenden Konflikte in der Ortgruppe Berlin führten zu der Vereinsgründung. Leider wollte hier Cristof wohl wieder im Alleingang bestimmen, wie die Domkratiedefizite und Intransparenzen nun ausgeräumt werden sollen und so hatte er nicht die Mehrheit der Berliner Aktivisten hinter sich.

    Das Problem scheint zu sein, dass sich Cristof (fast?) hauptzeitlich um den AK Vorrat gekümmert und viel Verantwortung übernommen hat ohne dass er dazu irgendwie authorisiert gewesen wäre. In der Anfangszeit wurde eben auch eher improvisiert und irgendwer musste Verantwortung übernehmen. Dazu kamen dann (persönliche) Konflikte, Mißtrauen und wohl auch Mißverständnisse…

    Ab einer gewissen Größe braucht eine Bürgerrechtsbewegung sicher auch hauptberufliche Mitarbeiter, aber wenn diese die Politik der Gruppe maßgeblich prägen, anstatt Sacharbeit zu leisten, sind Konflikte nun mal vorprogrammiert. Dies gilt umso mehr, falls diese Aktivisten kein zweites finanzielles Standbein haben sollten…

    Cristof hat viel für den AK geleistet, aber die Abstimmung mit der Gruppe hat nie wirklich funktioniert – und das bei einem Vorkämpfer für eine Redemokratisierung Deutschlands. Welch bittere Ironie…

  11. Schrecklich diese Berufsdemonstranten. aber von denen gibts auch unter den Kommentareschreibern welche. Ricardos Wunsch erfüllen sich andere unbehelligt. Ricardo könnte fremdmotiviert sein. Das trifft auch auf andere zu. Sicher ist, dass es einige sind.

  12. Eigentlich eine unvermeidliche Entwicklung. Der „Aktionskreis“ war in seiner charmanten Unverbindlichkeit nicht wirklich überlebensfähig.

    Die Vorratsdatenspeicherung ist in Kraft – um jetzt weiter zu machen, braucht man die Strukturen die man zu Beginn gezielt vermieden hat. Und um Ressourcen für diese anfangs als unnötig erachteten Introspektion zu verschwenden, braucht es einen gewichtigen Grund.

  13. Nur zur Klarstellung – der AK Vorrat Berlin (Verein) hat sich mit dem Wunsch nach Strukturen, die auf dem Treffen in Wiesbaden ignoriert und nicht diskutiert wurden, aus dem regulären Berliner Ortsgruppentreffen gegründet. Die wenigen Gegner einer Struktur machen jetzt 2-wöchentlich Alternativtreffen während die „Vereinsgruppe“ wie üblich jeden Dienstag öffentlich tagt und weiter arbeitet wie seit 2 Jahren.
    Außerdem arbeiten wir (und nicht nur Cristof) zur Berliner Schülerdatei u.a., machen Infostände und bereiten (hoffentlich mit allen gemeinsam) die Aktionen im Mai und September vor.
    Also lieber gemeinsam arbeiten (dann lernt man sich auch persönlich kennen) als übereinander herziehen.

    1. „der AK Vorrat Berlin (Verein) hat sich mit dem Wunsch nach Strukturen, die auf dem Treffen in Wiesbaden ignoriert und nicht diskutiert wurden, aus dem regulären Berliner Ortsgruppentreffen gegründet.“

      Wer beständig „wir“ mit „alle“ verwechselt, kann schon für Verwirrung sorgen.

  14. Kurzes Nachdenken und Befolgen von \Audiatur et altera pars\ hätte dem Artikel gut getan. Es gibt auch von Seiten des AK Vorrat Vorgänge, die – ich formuliere diplomatisch – mehr als diskussionswürdig sind.

    Und mach bei Gelegenheit bitte den captcha von JS unabhängig. Es ist mühselig, das extra immer wieder einschalten zu müssen…

  15. @ le D : Ich kritisiere hier vor allem die (private) Aneignung von gemeinsamen Namen.

    Ich hab Cristof mehrfach gesagt, dass es besser für ihn und alle ist, wenn er sich einen anderen Namen sucht und ich ihm Zeit dafür gebe, bevor ich darüber blogge. Er hat nicht hören wollen. Und die Sache mit der Demo-Anmeldung hat den Vogel abgeschossen.

    Die Aktionen sind für mich vollkommen unverständlich.

  16. Was diese hier schlecht als Artikel getarnte Möchtegern-Erziehungsmaßnahme soll („Ich hab Cristof mehrfach gesagt, […] Er hat nicht hören wollen.“), bleibt mir schleierhaft. Auch die Aussage, es ginge nur um die Kritik an der mutmasslich „privaten“ Aneignung eines „gemeinsamen“ Namens, bleibt unglaubhaft angesichts der Menge an wertend geschilderten Nebenschauplätzen.

    Könnte es sein, dass es dem Autor hier nicht um Aufklärung, sondern um eine persönliche Geschichte mit Herrn Remmert-Fontes geht?

    Könnte es außerdem sein, dass der Autor sich unautorisiert das „wir“ des AK Vorrat aneignet, obwohl der Verdacht nahe liegt, dass er nur für sich oder höchstens einen kleinen Teil der Aktiven im AK Vorrat spricht?

    Dieser Artikel ist dieser Plattform nicht würdig. Ich bin sehr enttäuscht.

    Eine kleine Anmerkung zu Kommentar 28: Herr Remmert-Fontes hat sich ausdrücklich und öffentlich gegen diesen Kompromisstext entschieden. Die Darstellung bei Burks ist irreführend. Der Text ist ihm sicher zugesandt worden — als Kompromiss akzptiert ist er eindeutig nicht. Wie übrigens in den von Kinra angegebenen Quellen leicht nachlesbar ist.

  17. @Rainer

    Ich halte mich zurück die Arbeit der Splitter-OG Berlin in Sachen Schülerdatei zu bewerten: Inhaltlich habe ich mit RCRF abgesprochen, dass die AG Schülderdatei ein Konzept (zusammen mit der Schülvertretung) rausbringt, ehe ich ein bereits fertiges Alternativkonzept raus bringe, was uns gemeinsam eher als „B-Variante“ erschien.

    Und? Es ist nichts passiert, außer dass Leute der Splitter-OG über die AK-Liste schrieben, dass morgen ja die Abstimmung sei und alles zu spät ist. (Ok, man hat zu Demos aufgerufen, viel drüber geredet und nen Flyer gedruckt. Es wurden keine Protokolle geschrieben oder Wikiseiten gepflegt.)

    Ich bin auf diese Splitter-OG hereingefallen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das *ist* praktische Sabotage. Das geht so nicht. Schon garnicht über die Strukturen und unter dem Label des AK. Ich ging davon aus, die Ortsgruppe Berlin würde sich darum kümmern. Aber stimmt – stand ja RCRF dran. Hätt ich ahnen müssen.

    (Mein Konzept habe ich dann in der Nacht vor der Abstimmung ohne eine NGO veröffentlicht.)

  18. @30 Nichts für ungut: Das „Wir“ im Text bezieht sich auf die Autoren dieses Blogs. Es dürfte offensichtlich sein, dass ich mit „Wir“ nicht den Ak-Vorrat als offenes Netzwerk gemeint habe.

    Im übrigen dürfte auch offensichtlich sein, dass der Text noch freundlich und diplomatisch formuliert ist. Und welche Texte dieser Plattform würdig sind, entscheiden die jeweiligen Autoren mit Schreibrechten.

  19. Nichts für ungut: Es ist alles andere als offensichtlich, dass das „wir“ sich auf die Autoren (ich sehe in diesem Artikel nur einen) dieses Blogs bezieht. Und wenn dieses „wir“ derart gestaltet ist, dann wäre es für die Leser sicherlich interessant, welche Autoren diese Meinung teilen und wie sie mit dem AK Vorrat in Verbindung stehen, um überhaupt als „wir“ Forderungen an Herrn Remmert-Fontes zu richten.

    Es ist außerdem alles andere als offensichtlich, das dieser Text freundlich und diplomatisch formuliert ist. Im Gegenteil erweckt er eher den Eindruck einer Abrechnung.

    Und was die Würde angeht: Als Leser dieser Plattform darf ich durchaus selbst entscheiden, was ich als würdig oder unwürdig empfinde. Das Recht, meine eigene Einschätzung zu entwickeln, lasse ich mir nicht von „Autoren mit Schreibrechten“ entziehen.

  20. Man kann über Cristof viel sagen, und ich habe einige negative Erfahrungen mit ihm gemacht, richtig ist aber:

    1.a) Er hat mit einer Koalition der Willigen AK Vorrat Berlin institutionalisiert, und damit eine ewige basisdemokratische Debatte zum Thema Organisationsformen in Berlin konstruktiv begleitet. Es gibt keinen anderen Verein dieses Namens in Berlin. Hätte er nicht gehandelt, bekäme man nie einen solchen Ortsverein, weil alles tot dikutiert wird.

    1.b) Er hat ausserdem FSA gegründet, um seine ganz eigene Organisation zu haben. Das mit dem Hijacken des Demonamens ist alles Kinderkram. Immerhin war er ja auch federführend an der Organisierung dieser Demo beteiligt.

    2. Burks Schmähkritik ist unverschämt und zeigt, dass er von Respekt für die Privatsphäre noch nichts gehört hat. Ricardo ist ein schwieriger Mensch in Konfliktfragen aber deshalb verdient er nicht Zielschreibe von Trolldebatten zu werden, wo jeder der Ricardo nicht leiden kann, negative Gerüchte über ihn verbreitet. Ich glaube nicht, dass Ricardo regelmässig Babies isst.

    3. Ricardo ist in einer finanziell prekären Situation und sucht deshalb natürlich Finanzierung und funktionsfähige Strukturen für sein politisches Engagement. Sein Fehler war es zunächst in basisdemokratische Strukturen mit Kuschelfaktor zu gehen. NGOs funktionieren anders als der AK.

    4. Der AK als basisdemokratisch anarchistisches Forum dient dann eben den „kommerziellen Interessen“ derjenigen, die ohne ihn allein anderweitig handlungsfähig sind wie z.B. Padeluun, der Foebud und eben auch Markus, während alle Versuche einer dedizierten AK-NGO mit einer internen Neiddebatte obstruiert werden. Niemand sieht den Foebud als kommerziellen Ausbeuter des AK, wieso also FSA. Cristofs Finanzierungspläne sind mehr Hirngespinste, während die anderen mit der Datenschutzdebatte Kasse machen. Ich habe kein Problem damit, aber lasst doch Cristof hier in Ruhe.

    5. FSA tut was, organisiert die Demostrationen, macht PR usw. Wer es nicht unterstützen will, fein. Aber wo ist das Problem. Hauptsache, es passiert was mit diesen Themen. Wo ist das Problem mit einer weiteren NGO.

  21. Hallo Wetter,
    wo war das Problem in unserem Wiki?
    Warum bist du nicht zu den Bündnistreffen zur Schüderdatei in die VHS gekommen?
    Dafür hat man mir mehrmals hintereindaner im VDS wiki den Text gelöscht.
    Das ist doch Kinderkram. Wir arbeiten am gleichen Thema.

  22. Ich fand die letzte Demo in Berlin im Herbst schon toll, die von Ricardo-Cristof angemeldet wurde und freue mich auf die nächste am 12.9.
    Auf jeden Fall ist das Aktionsbündnis Freiheit statt Angst wenigstens eine weitere Bürgerechtsorga, die gegen Überwachung und Datenmissbrauch kämpft.
    Davon können wir nicht genug bekommen!
    Also nicht nur Spaltpilze sehen sondern vor allem Wachstum.

  23. @ Janette: Wie ich schon geschrieben habe: Ich hab nichts gegen weitere Organisationen. SOndern nur gegen die Vorgehensweise, sich gemeinsame Namen eines offenen Netzwerkes anzueignen. Das hab ich Cristof oft genug erzählt. Wenn als Begründung für keinen Namenswechsel nur kommt, dass er unter dem Namen ja schon einige Stände angemeldet hätte, kann ich das nicht verstehen.

    Zeit genug hab ich ihm gegeben, sich darüber Gedanken zu machen.

  24. „SOndern nur gegen die Vorgehensweise, sich gemeinsame Namen (…)“

    Verdammte Hacke. Es reicht.

    Wenn Du das nicht OK findest, dann dürftest Du das umgekehrte – bei nichteinmal gemeinsamen Namen(!) – auch nicht OK finden. Dazu finde ich von Dir aber /kein/ Statement.

    Sei also bitte so gut und halte Dich bedeckt.

  25. Zu Kommentar 38: Vielleicht hat sich Herr Remmert-Fontes ja Gedanken gemacht — ohne allerdings bei dem von Ihnen gewünschten Ergebnis anzugelangen. Rechtfertigt dies dann das von Ihnen hier an den Tag gelegte Verhalten?

    Wenn ja, dann würde ich wirklich gerne eine gute Begründung lesen. Eine die über „ich habe es ihm gesagt und er hat nicht auf mich gehört“ vielleicht auch mal ein Stückchen hinausgeht.

    Wenn nicht, dann wäre es unter Umständen an der Zeit, das eine oder andere noch einmal zu überdenken.

  26. Ich war in Wiesbaden dabei.Und war einer, der MIT!!! RCRF zusammen diesen Kompromisstext verfasst hat. Das ganze hat 2 1/2h gedauert (man beachte die Länge des Textes).Nachdem der Text hieb und stichfest formuliert war und auch RCRF dem ZUGESTIMMT hat (O-Ton: „Ja, wenns Euch glücklich macht, dann macht das so“), haben wir leider vergessen auch noch den vorher abgesprochenen Versendezeitpunkt (direkt nach der Einigung) schriftlich festzuhalten. (Wie gesagt, auch der Versendezeitpunkt war vorher Konsens, d.h. auch er hat dem zugestimmt.) Dieses Schlupfloch hat RCRF erkannt und zu seinem Vorteil ausgenutzt, indem er sich (wieder in grösserer Runde) weigerte, den Text abends abzuschicken.
    Er wollte sich noch mit seinem Anwalt beraten.
    Am nächsten Tag hat er trotz anderweitiger Planungen erneut Redezeit bekommen.
    Aufgrund seiner Uneinsichtigkeit und des nicht an Absprachen haltens, wurde der Text dann von der originalen „Ich-Form“ in die „Wir-Form“ umgewandelt.
    Wir haben RCRF immer die Chance gegeben, den vom ihm zugestimmten Text in der „Ich-Form“ zu verschicken, was ihm weitaus mehr geholfen hätte, da er sich dann selber zurückgezogen hätte und nicht zurückgezogen worden wäre.
    Leider wollte er das so nicht mehr, also wurde der Text in die „Wir-Form“ abgeändert.

    Jemand schlaues sagte mal: „Wenn man kollidiert, geht am besten jeder einen Schritt zurück.Das funktioniert auch bei den meisten Menschen. Nur nicht bei RCRF. Der geht nicht zurück, sondern füllt sofort den entstandenen Freiraum aus.“

    Das triffts ziemlich genau.

  27. Immer wieder schade, dass so engagierte Menschen ein so wichtiges Thema wegen eigener Positionierungsschwierigkeiten in den Boden trampeln. Habt ihr denn keine Lust auf Gemeinschaft? Kann man da nicht mal die persönlichen Eigenarten mit den Stärken zusammensehen? Seid ihr denn lieber Egoshooter als Communitybuilder? Ich halte Ricardo für einen guten Menschen, Dich Marcus ebenso. Was soll der Zoff? Und dann noch öffentlich, wie bedauerlich. Das macht ja noch nicht einmal bei richtigen Hähne Spass.

    Ich habe übrigens auch eine Initiative für den Tag gestartet
    http://www.facebook.com/event.php?eid=93983926932

  28. Hi Leute,

    bei der Megaspree Demo am 11.7. hat es Ricardo ja auch geschafft, an das Mikrofon zu kommen und Werbung für seine Demo zu machen. Wer dabei war, kann sich an den mäßigen Beifall erinnern.
    In seinem Video
    http://www.youtube.com/watch?v=cv3I_g_blsQ
    sieht das ganz anders aus, denn er hat den Beifall und den Countdown von der Rede gegen den Ausbau der A100 hinter seinen Betrag geschnitten und darüber seine Webseite eingeblendet.
    Hier das ganze im richtigen Kontext
    http://www.youtube.com/watch?v=DSWXNlnaLog

    Mir fehlen echt die Worte…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.