Öffentlichkeit

UK: Zentrale Vorratsdatenspeicherung kommt

Für die Zukunft brauchen wir womöglich tatsächlich eine Kategorie „Data Loss Weekly“. Heise.de berichtet, die Briten wollen eine zentrale Verkehrsdatenbank aufbauen, wo dann die derzeit jährlich 57 Milliarden SMS und 3 Milliarden E-Mails für 12 Monate gespeichert werden und nach richterlicher Genehmigung abfragbar sind. Was für ein Wahnsinn.


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Die Times Online zitiert Jonathan Bamford von der nationalen Datenschutzbehörde:

„This would give us serious concerns and may well be a step too far. We are not aware of any justification for the State to hold every UK citizen’s phone and internet records. We have real doubts that such a measure can be justified, or is proportionate or desirable. We have warned before that we are sleepwalking into a surveillance society. Holding large collections of data is always risky – the more data that is collected and stored, the bigger the problem when the data is lost, traded or stolen.“

[via heise]

2 Kommentare
  1. Auf heise.de heißt es:
    „In der zentralen Datenbank sollen die Verbindungsdaten mindestens ein Jahr vorrätig gehalten werden.“
    Hier wird aber der Eindruck erweckt, es sollen auch Inhalte gespeicher werden.

  2. Das ist tatsächlich etwas unklar, danke für den Hinweis. Im zitierten Stück steht „Verbindungsdaten“, an anderer Stelle aber das hier:

    Auf die Datenbank, die Informationen über jeden Telefonanruf, jede E-Mail und SMS oder jedes Besuchen einer Webseite enthält, sollen die Sicherheitskräfte nach einer richterlichen Genehmigung zugreifen können.

    Bestimmt wissen die Abgeordneten und die Regierung gar nicht genau, worüber sie da diskutieren. :P

    Auch der Times-Artikel sagt nicht haargenau, wass denn „alle Informationen, die von den Telefon- und Internetprovidern im Rahmen der Telekommunikations-Vorratsdatenspeicherung für 12 Monate gesammelt werden“ denn nun sind. Man spricht von einer

    database holding details of every phone call, e-mail and time spent on the internet by the public

    Im heise-Forum wurde darauf auch schon hingewiesen, dass Seitenaufrufe ein fraglicher Punkt sind. Time spent on the internet könnte ja auch nur der automatische verbindungsaufbau nach Zwangstrennung sein, also etwa alle 24 Stunden ein Event um ca. 4:30 morgens..

    Scheint dass man auf November warten muss, wenn die Queen’s Speech mehr Details bringt. Die (neue) Data Communications Bill ist ja noch nicht soweit.

    Wollen wir hoffen, dass bis dahin viel Aufklärungsarbeit und Mobilisierung geleistet wird. Und dass endlich alle auf der Insel begreifen, dass seit Oktober bereits alles geloggt wird, bloß eben dezentral, organisatorischen Hürden bei der behördlichen Abfrage und (noch) ohne Internet, Email und Voice-over-IP-Nutzung.

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