Öffentlichkeit

Telekom-Schnüffelaktion nutzte Bewegungsprofile

Tagesschau.de berichtet mit Verweis auf die Süddeutsche Zeitung, dass bei der Telekom-Schnüffelaktion auch Bewegungsprofile der überwachten Personen angelegt und analysiert worden sind. Diese wurden „angeblich mit einer speziellen Software“ erstellt. Und wahrscheinlich wird genau diese spezielle Software demnächst für die richtige Vorratsdatenspeicherung eingesetzt, um Bewegungsprofile der gesamten mobil telefonierenden Bevölkerung zu erstellen. Auch Bankdaten sollen ausgespäht worden sein. Dann kommt noch die Verletzung des Bankgeheimnisses auf die lange Liste der Vergehen. Auch hier dürfte interessant werden, wie die privaten Ermittler an welche Bankdaten gekommen sind.


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Weiter berichtet Tagesschau.de, dass unser Innenminister Wolfang Schäuble die Vorstandsvorsitzenden der deutschen Telekommunikationsanbieter für den kommenden Montag nach Berlin eingeladen hat. Bei dem Treffen solle „erörtert werden, wie der Datenschutz in Unternehmen wirksam realisiert werden kann und welche Maßnahmen dazu beitragen können“. Sarkastisch könnte man das auch als Plauderstunde über die praktischen Erfahrungen mit der Vorratsdatenspeicherung bezeichnen. Aber mal im Ernst: Schäuble findet das garantiert nicht lustig, dass er von der Telekom eine Breitseite „Friendly fire“ bei der öffentlichen Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung bekommt.

In den USA gibt es übrigens jetzt Urteile gegen mehrere Detektive, die im Auftrag von HP vor einiger Zeit Journalisten aus ähnlichen Gründen bespitzelt haben. Diese hatten unter falschen Namen mit Social Engineering die Verbindungsdaten der zu überwachenden Journalisten erschlichen und diese ausgewertet. Dafür müssen sie 3.000 $ zahlen und sich verpflichten, keine Datenschutz-Gesetze mehr zu verletzen. Klingt wie ein Scherz, ist aber real.

2 Kommentare
  1. Wenn ausgerechnet Schäuble sich zum Datenschützer aufschwingt, dann ist das schon sehr fragwürdig. Erst die Vorratsdatenspeicherung beschließen und dann sich darüber aufregen, dass die Daten schon lange „genutzt“ werden.

    Da finde ich es konsequent, dass einige Unternehmen erst gar nicht hingehen werden, sondern schon längst abgesagt haben.

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