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Ein Drittel der Telekom-Kunden denkt über Wechsel nach

Die Wirtschaftswoche hat eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, wieviele Telekom-Kunden gerade über einen Wechsel nachdenken: Telekom droht massive Abwanderung von Kunden. Ein Drittel der Kunden „will wegen der Abhöraffäre „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ zu einem anderen Anbieter wechseln“. Und 23 Prozent sind noch unentschieden.

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Bei der Telekom wird man ja immer für eine unverschämt lange Zeit an einen Vertrag gebunden. Was ich mich am Wochenende schon fragte: Hat man nach einem solchen Überwachungs-Fall eigentlich ein Sonderkündigungsrecht?

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9 Kommentare
  1. Die große Frage ist ja, ob man bei anderen Unternehmen „sicherer“ ist. Ich bezweifle das irgendwie. Man könnte sogar argumentieren, dass die Telekom jetzt jeder wegen solcher Vergehen im Sucher hat und das deswegen die Telekom jetzt die sicherere Variante ist …

  2. Hat man nicht zumindest ein Selbstauskunftsrecht nach Bundesdatenschutzgesetz? Das wäre doch eine Form, seinem Unwillen Audruck zu verleihen, die Telekom würde dann sehen, dass ihre Kunden sich dafür interessieren, welche ihrer Daten gespeichert werden.

    Hat das schonmal jemand probiert? Erheben sie dafür eine Gebühr?

  3. Ich muss da Usul mit seiner Vermutung recht geben. Ich glaube auch nicht, dass man wo anders sicherer ist.
    An ein Sonderkündigungsrecht glaube ich auch nicht. Ich sitz als Student gerade selbst blöd da! Ich habe mit der Telekom auch einen 24Monatsvertrag und habe demnächst Praxissemester! Ich zahle in der Zeit die vollen 50€ weiter. Das sind 300€ obwohl ich überhaupt nicht im Haus bin.
    Selbst wenn die Telekom den Tarif 6 Monate auf Eis legen würde, dann würde ich nach meinem Studium halt 6 Monate weiterzahlen bringt also garnichts!

  4. Naja, das unverschämt lange Gebundensein gibts nur bei Neuverträgen… alte Kunden, die quasi „schon immer“ dort sind und noch kein DSL haben können innerhalb netto wenigen Wochen wechseln.. und diese Kunden könnte die Telekom schnell verlieren.

    Das löst das grundsätzliche Problem nicht, dass praktisch alle Anschlüsse heute (NGN oder traditionell) über T-Com Resale gelöst wird, womit die Daten im Prinzip über magenta Leitungen laufen. (Ob das aber den Kunden verständlich zu machen ist wäre eine andere Frage. Ich glaube nein.)

    Gäbe es ein Sonderkündigungsrecht dann müsste es bestimmt gerichtlich erwirkt werden..

  5. Als alter Telekom-Kunde habe ich ein 14tägiges Kündigungsrecht auch für meinen DSL-Anschluss. Ich werde aber vermutlich, bin noch nicht sicher, bei der Telekom bleiben, da es wo anders auch nicht besser sein wird.

    Ich glaube dass der Telekom-Skandal nur die Spitze des Eisbergs ist. Unsere Daten sind bei keinem Unternehmen sicher. Und die Zukunft für unsere Daten wird durch solche Unternehmen, wie die Telekom, noch unsicherer.

  6. Hi,

    ist evtl. ein bischen OT, aber ich wollte letztes Jahr in einer dicht besiedelten Stadt einen Arcor Anschluss holen (Preis/Leistung waren da unschlagbar). Nach schriftlicher Zusage etc. pp wurde mir am Tag der versprochenen Anmeldung ein weiterer Brief zugesandt und mitgeteilt, dass das mit dem Anschluss nun doch nicht gehen würde….technische Gründe sagte man mir.

    Okay, dann ich zur Telekom und dort auch 24Monats-Vertrag gemacht…da dauerte es auch ewig (3-4 Wochen) bis ich dann DSL hatte. Letztlich stellte sich heraus, dass die nette Telekom nach Auszug meiner Vormieter einfach den DSL Port komplett weiterverwendet hat und meine Wohnung dort erstmal als „hat kein Telefonanschluss“ geflaggt war…
    das war dann wohl auch der Grund dafür, dass Arcor mir dort keinen Anschluss anbieten konnte…. ich kann mich nicht dem Eindruck erwehren, dass die Telekom es ihren Mitkonkurrenten unnötig schwer macht … mich selbst kostete dieser Umstand mal 45 Euro im Monat für die flatrate, anstatt 35 Euro bei Arcor …. *kopf_schüttel*
    Ich kann mir nicht vorstellen, meinen Vertrag bei der Telekom zu verlängern…sorry jungs

    greetz

  7. Realistisch gesehen schneidet die Telekom wahrscheinlich alle Verbindungsdaten mit, da sie ja die letzte Meile (ausser bei VoIP) immer kontrolliert. Von daher wird man mit einem anderen Anbieter keine Vorteile erlangen.

    Da sieht man also einen Vorteil von VoIP: Der ehemals von Amts wegen vertrauenswürdige, jetzt wohl eher vertrauensUNwürdige, Monopolanbieter kann nicht mehr alles mitschneiden.

    Dies sollten wir zum Anlass nehmen nicht weiter an Vorratsdatenspeicherung festzuhalten. Hoffen wir auf das Bundesverfassungsgericht, die letzte liberale Instanz.

  8. Wenn ich mich so in meinem Freundeskreis umhöre, dann kommt die Quote der Wechselwilligen hin. Allerdings sollte man dabei nicht unerwähnt lassen, dass die Rückkehrerquote auch nicht gerade gering ist. Denn was bei der Telekom oftmals als miserabel angesehen wird, muss bei anderen Anbietern nicht unbedingt besser werden… :)

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