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eBooks: Kampf den Schwarzlesern

Sueddeutsche.de hat ein schönes Interview mit dem Urheberrechtsexperten Till Kreutzer: E-Book und Urheberrecht
Kampf den Schwarzlesern.


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SZ: Aber die Verleger würden jetzt sagen: Der Rechtsstaat darf nicht vor dem Internet kapitulieren. Wir haben investiert, und jetzt wollen wir, dass unser Eigentum geschützt wird. Da darf nicht einfach plötzlich im Internet alles erlaubt sein, auf Kosten der Verlage.

Kreutzer: Es geht weder um eine Kapitulation des Rechtsstaates noch um eine Abschaffung des Urheberrechts. Es geht darum, das Urheberrecht an die Informationsgesellschaft anzupassen, und dabei Strukturen zu schaffen, die funktionieren und Einkünfte generieren, ohne Massenkriminalisierung der Bevölkerung. Was unser Urheberrecht zudem dringend braucht, ist ein neuer Interessensausgleich. Im Übrigen scheint es mir mittlerweile erwiesen zu sein, dass Massen-Drohungen und Strafanzeigen gegen Privatpersonen weder zum gewünschten Schutz noch zu einem gestärkten (Un-)Rechtsbewusstsein führen. So gibt es keinerlei Beleg dafür, dass solche Maßnahmen der Musikindustrie zu einem Rückgang der Aktivitäten in Tauschbörsen geführt hätten. Der Imageverlust der Branche ist hingegen gravierend.

Zu den Wünschen des Börsenverein des Deutschen Buchhandels bezüglich Internetsperrungen für Urheberrechtsverstössen sagt Kreutzer:

Kreutzer: Es wird Sie nicht überraschen, dass ich davon wenig halte. Kann es gerechtfertigt sein, Bürger einer Informationsgesellschaft vom Internet auszuschließen? Hätte man vor zwanzig Jahren in Erwägung gezogen, jemanden damit zu bestrafen, dass man ihm gleichzeitig Telefon, Fernseher, Radio und die Lektüre von Zeitungen verbietet? Eine solche Einschränkung der persönlichen Freiheit und des Zugangs zu Informationen würde massiven verfassungsrechtlichen Bedenken begegnen. Abgesehen davon wüsste ich nicht, wie man eine „Abschaltung“ des Internet-Zugangs überhaupt effektiv durchsetzen sollte.

Ein Kommentar
  1. Und wieder hat Schäubles neue Stasi einen Vorwand für repressive Politik. Wozu bzahlen wir Verbrauch dann noch unseren Internetzugang????
    Ich bezahle für das Internet Geld, dafür will ich auch Inhalte haben. Ich bezahle mit meiner Internetgebühr. Sollen doch die Provider von ihrem Profit einen Obolus an die Musik und Medienindustrie bezahlen, um die Urheber zu entlohnen. Wo ist da das Problem???

    Leute, seht Euch den Film „Das Leben der Anderen an“ . So war es in der DDR mit der Stasi. Schäuble und mit ihm die Medienindustrie planen dasselbe, nur mit wesentlich modernerer Technik.

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