Generell

Citizen Activism, Sklavenarbeit, Filterung und die staatlichen Medien in China

Die heftigen Nachrichten von letzter Woche zu Kinderarbeit in Ziegelfabriken in China sind noch frisch? Die üblichen Massenmedien erwähnten nur am Rande, wie die „Befreiung“ zu Stande kam. Ans Licht der Öffentlichkeit kam die Sache ja nicht, weil staatliche Medien den Skandal aufgedeckt hätten, sondern weil die Väter einiger der Kinder online um Hilfe gebeten hatten. In den Bezirksverwaltungen und offiziellen Stellen wurden sie und ihre Anliegen zuvor ignoriert und ihre Anliegen nicht bearbeitet. Danwei.org fasst das ganze zusammen:

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State media have published news about the story, with the most aggressive reporting being done by The China Daily: Slave-labor boss detained amid national shock.

However, the government has also sought to minimize the effect of the affair on the ‚harmonious society‘. On June 15, China Digital Times translated a letter purporting to be from ‚The Internet Bureau, CPC Central Office of External Communication‘ which ordered news websites that ‚Harmful information that uses this event to attack the party and the government should be deleted as soon as possible.‘

Nonetheless, there are still plenty of Chinese blog and forum posts about the affair, including the original letter from the enslaved children’s fathers.

Warum wird YouTube in China zensiert? Nicht wegen tanzenden jungen Menschen in Unterwäsche, sondern wegen Videos wie dem hier verlinkten, und den Diskussionen, die sie auslösen. Das schwächt das sonnige und grüne Internet. (In punkto Entwicklung einer Diskussionskultur ist da wohl noch Spielraum.) Auch steigt der soziale Druck, der mit der Filterung des Internets zusammengeht. Ob sich da wohl nachhaltig was ändert? Kann ja nur besser werden..

(Mir fiel kein passenderer Titel ein.)

[via virtual-china.org]

Update: diese Übersetzung einiger relevanter Artikel bei EastSoutchWestNorth bringt noch mehr grauenvolle Details.

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2 Kommentare
  1. eine weltweite Umfrage wurde von der UN gestartet: „Würden Sie bitte Ihre ehrliche Meinung über Lösungen zur Lebensmittelknappheit im Rest der Welt abgeben?“

    Die Umfrage war ein großer Misserfolg:

    In Afrika wussten sie nicht, was „Lebensmittel“ bedeutet.
    In Osteuropa wussten sie nicht, was „ehrlich“ bedeutet.
    In Westeuropa wussten sie nicht, was „Knappheit“ bedeutet.
    In China wussten sie nicht, was „Meinung“ bedeutet.
    Im Mittleren Osten wussten sie nicht, was „Lösung“ bedeutet.
    In Südamerika wussten sie nicht, was „bitte“ bedeutet.
    Und in den USA wussten sie nicht, was mit dem „Rest der Welt“ gemeint war.

    Irgendwie zynisch, aber passend.

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