In Bremen sind nächstes Jahr Wahlen. Nun denkt man bereits darüber nach, wie man mehr Bürger an die Urnen bekommen könnte. Politiker denken da immer sofort an Bequemlichkeit und weniger daran, dass es für Nicht-Wähler andere Gründe geben könnte, die Stimmabgabe zu verweigern. Zuerst wird immer sofort die „Wählen übers Internet“-Karte (e‑Voting) gezogen. Aber da das anscheinend rechtlich und technisch nicht so schnell machbar ist (Und das ist auch echt gut so), gibt es andere Ideen. Der Bürgerschaftspräsident Christian Weber von SPD verkündete gleich die grandiose Idee, dass „Wahlen mehr Eventcharakter bekommen müssen“, da Wahllokale oder Behörden für Bürger abschreckend und langweilig seien.
Konkret hat der Politiker wohl die Stimmabgabe an Tankstellen, in Gaststätten, im Rahmen eines Festes auf dem Bremer Marktplatz oder gleich bei einem Heimspiel im Bremer Weserstadion vorgeschlagen. Vielleicht sollte man noch ein Herbert Grönemeyer Konzert veranstalten, damit noch mehr Menschen ins Stadion kommen. Ich stell mir das sehr lustig vor, wenn die Bremer Wahlhelfer dann vor einem Gefrierschrank in einer Tankstelle dicht gedrängt sitzen müssen, damit Wählen zu einem Event wird. Da kann man gleich mit einem Bier oder Schnaps auf den abgegebenen Stimmzettel anstossen. Oder will man etwa Wahlcomputer in Tankstellen oder Gaststätten stellen?