Generell

iCommons Summit ist in Rio gestartet

Der iCommons Summit ist heute morgen offiziell gestartet. In ihrer Begrüssungsrede erklärte Heather Ford, die Geschäftsführerin von iCommons, dass man an den Erfolg des letzten und ersten iCommons Summits mit 80 Menschen im Juni 2005 anschliessen möchte. Zum zweiten Summit, ein Jahr später, sind schon mehr als 250 Menschen aus 49 Ländern erschienen. Mehr als 40 Journalisten und vier Kamerateams berichten zusätzlich zu den vielen Blogs und Podcastern. Heather Ford betonte, dass sich bei diesem Summit alles um erfolgreiche Showcases drehen würde. Vom Freedom Toaster in Südafrika über das Digital Burn Projekt in Grossbritanien bis hin zum Free Beer aus Dänemark, um nur wenige Beispiele zu nennen. in diesem Summit geht es um Kreativität und um Remixing.

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Die Anwesenden wären die Menschen, welche die Wissenssallmende (Commons) aktiv aufbauen: Musiker, Wissenschaftler, Autoren, Künstler, Akademiker, Lehrenr, Politiker und Ingenieure. Heather Ford bedankte sich abschliessend bei der Fundacao Getulio Vargas (fgv) Law School für die Ausrichtung des zwieten iCommons Summits. Renaldo Lemos, Director des Center for Technology & Society at FGV Law School betonte in seiner kurzen Begrüssung, dass Brasilianer besonders für eine Sache geboren würden: Parties zu organisieren. Sow ird es die nächsten drei Nächte verschiedene Arten von Parties geben. Huete eine Dinnerparty, morgen gibts Samba und am Sonntag Abend ein Konzert.

Danach sprach Nathaniel Stern aus Südafrika, der hie rinegeladen wurde, um mit verschiedenen Medien den iSummit künstlerisch zu begleiten und zu remixen. Seine Rede war etwas schwierig zum mit bloggen, da er mehr rappte und herumhüpfte, als klar zu sprechen. Er betonte die Wichtigkeit von Free Culture Lizenzen, die erst richtig Remixen und Zusammenarbeit ermöglichen. Mit „Nehmt kleine Ideen und macht sie grösser“ beschrieb den Weg, eine Commons aufzubauen.

Damit war auch das erste Begrüssungpanel beendet und es folgte das nächste mit mehr Prominenz. Lawrence Lessig begrüsste die Anwesenden und war sehr erfreut, dass die aussergewöhnlichsten Menschen der Creative Commons Community hier in Rio zusammen kommen würden, inkl. einiger der grössten Kritiker. Creative Commons gründete die iCommons Bewegung, um eine Trennung zwischen der rechtlichen Schaffung von Lizenzen und dem globalen Communitybuilding hin zu bekommen. Das für viele langweiligste, aber vermutlich wichtigste Thema des letzten Jahres wäre die Debatte um eine Interoperabilität von Free Culture Lizenzen gewesen. Die fehlende Interoperabilität wäre ein Design-Fehler gewesen, vielleicht wären verschiedene Egos oder sonstwas dafür verantwortlich gewesen. Aber das Problem wäre bekannt und es würde die notwendige Infrastruktur gebaut, um das Problem zu lösen.

Ein weiteres wichtiges Projekt wäre das „public domain wiki (pdwiki)“ aus Kanada. Dort würden die Daten von Autoren in ein Wiki gepackt und Nutzer können Informationen über die Autoren hinzufügen. Damit würde eine Infrastruktur geschaffen, um heraus zu finden, was alles der Public Domain angehört und was noch nicht. Scheint eine Public Domain Registry zu werden.

Science Commons ist auch im letzten Jahr durchgestartet ud das Ziel dieses „dritten Arms“ von Creative Commons ist die Schaffung eines universellen Zugangs zu Wissen, um die Arbeit von Wissenschaftlern zugänglich für alle Menschen auf der ganzen Welt zu schaffen.

Mit einem kleinen Witz richtete er Aufmerksamkeit auf die Kritik von Richard Stallman. Dieser hätte kritisiert, dass der CC-Button „Some Rights reserved“ nicht explizit auf die jeweilige Lizenz hinweisen würde und irreführend sei. Normalerweise würde Richard Stallman ja nicht gewinnen, in diesem Fall hätte er sich aber durchgesetzt, betonte Lessig. Es wird also neue Buttons geben, die explizit auf die jeweilige Lizenz hinweisen. Dabei wird es ein Farbmuster geben, welches sich von Rot nach Grün bewegt. Die unfreieste CC-Lizenz wird dabei Rot sein und die freieste Grün. Die Farbspektren dazwischen beschreiben die unterschiedlichen Nutzungsfreiheiten. Dazu werden die Grafiken der Nutzungsfreiheiten auch auf den Buttons zu sehen sein.

Die CC-Mixter-Plattform wird nächste Woche in einer internationalisierten Version veröffentlicht werden. Viele gute Musik wäre mit dieser Plattform geschaffen worden und vor allem von vielen Menschen weiterentwickelt / geremixed. Lessig´ s Favorit sei Colin Mutchler mit dem Song „My life changed“. Dieser würde in nächster Zeit mit „Premixed – words and music for a free culture“ ein eigenes Album herausbringen. Mit Brian Eno und Pearl Jam hätten berühmte Künstler im letzten Jahr mitgeholfen, die CC-Lizenzen bekannter zu machen.

Das südafrikanische Freedom Toaster Projekt würde nicht nur nur Freie software zur Verfügung stellen, sondern mittlerweile auch viel Freien Content unter CC lizenziert. Am Ende der Konferenz würde es Free Beer geben, was nach Ansicht Lessigs gut schmecken würde- er musste es schliesslich letzte Woche beim Launch der Lizenzen in Dänemark testen. (Ich habs mittlerweile auch getestet und es schmeckt tatsächlich gut).

Er stellte verschiedene Firmen vor, die Geschäftsmodelle für CC-Content entwickeln. Scoopt war zuletzt in der Debatte. Die Firma möchte die Rechteverwaltung für kommerzielle Nutzung einfacher machen. Blogger und sonstige Kreative, die Content unter einer Non-Commercial Lizenz schaffen, sollen dafür kompensiert werden, wenn Firmen ihre Werke kommerziell verwerten wollen. Scoopt will dabei Zwischenhändler sein. Eine Firma namens Revver schafft im Moment eine Plattform, wo Künstler ihre Videos online stellen können und die Künstler werden wohl an den Webeeinnahmen betetiligt, welche die Plattform einnimmt. DotSub schafft eine Plattform, wo Untertitel für Videos in einer offenen und kollaborativen Weise für viele Kulturen zugänglich gemacht werden können. Man nehme ein Video, z.B. in englisch, und in Deutschland könnte jeder dabei helfen, die deutschen Untertitel hinzuzufügen. Eyespot schafft eine Plattform, wo man Video-Content im Browser mixen kann. Dabei wird auf Content mit einer CC-Attribution (Namensnennung) Lizenz zurück gegriffen und in den Prozess integriert. Die Plattform ermöglicht jedem, einfach Videos zu remixen.

Dann sprach er über das das Office-AddOn von Microsoft und dasss dieser Schritt zu begrüssen sei. Das erste Dokument, welches damit eine CC-Lizenz ausgewählt hatte,wäre die Rede von Gilberti Gil gewesen, die dieser im Anschluss halten würde. Cory Doctorow kritisierte im Anschluss in einer Session diesen Schritt, weil damit sein DRM-System unterstützen könnte.

Er bedankte sich bei Bob Young, einem der Gründer von redhat, der eine Million Dollar gespendet hat und damit erst den grossen iCommons Summit auch ermöglicht hat. Bob Young gab wohl früher auch das Gründungskapital und hat damit einen Anteil an der Arbeit von Creative Commons.

Eine sehr interessante News war, dass radiobras, eine brasilianische Nachrichtenagentur in den nächsten Tagen die Veröffentlichung ihres gesamten Contents unter der freiesten brasilianischen Creative Commons Lizenzen ermöglichen würde.

Alle sechs Monate würde man den Erfolg von Creative Commons anhand von Verlinkungen zur CC-Seite messen. 12 Monate nach Start wären es eine Million Links gewesen, nach 18 Monaten schon 1,8 Millionen. Nach 30 Monaten zwölf Millionen und im letzten Dezember schon 45 Millionen. Aber richtig verwundert wäre man jetzt gewesen, wo nach 42 Monaten mehr als 140 Millionen (!) Links bei Google zu finden sei.Man hätte erstmal bei Google nachgefragt, ob die Zahlen stimmen würden und sie wurden von dort bestätigt. Lessig bedankte sich abschliessend für die MIthilfe der Anwesenden, die Idee von Free Culture auf der ganzen Welt weiter zu verteilen.

Joi Ito, welcher neben unzähligen Vorstandsposten bei unterschiedlichsten Organisationen und Firmen auch den Vorsitz von Icommons inne hat, betonte in seiner Begrüssungsrede, dass wir alle zusammen eine Menge Dinge im Netz anstellen könnten, aber dass es imme rnoch besser sei, sich face2face zu treffen. Im Moment würden wir wieder eine neue Internetblase erleben, aber auch wirkliche Revolutionen. Eine davon wäre das, was man „User Generated Content“ bezeichnet, und hier besonders, was im Moment mit Video-Content und Plattformen wie Youtube passiert. Überall auf der Welt würden alte und neue Medien immer mehr miteinander verschmelzen und konvergieren. Ito berichtete von seiner japanischen Videoblogging-Show, die es jetzt auch im Fernsehen geben würde. Er würde sie immer zuerst im Netz releasen und unter einer CC-Namensnennungs-Lizenz veröffentlichen. Diese Lizenz wäre für eine Übernahme ins Fernsehen am besten geeignet. Viele Fernsehmenschen würden in Japan mittlerweile kapieren, wie das alles funktioniert und würden anfangen, Creative Commons LIzenzen deswegen zu mögen. Ito wies auf den Video-Server im nächsten Raum hin, der von allen mitgenutzt werden könnte und sollte. Zusammen würden wir den ganzen Video-Content der Konferenz remixen können und auch die anwesenden Journalisten soltlen sich überlegen, ob sie nicht beim Teilen und Remixen mitmachen und letztendlich damit auch davon profitieren würden.

Paulina Urrutia, die Kulturministerin von Chile, verstand ich bei ihrer Rede anschliessend leider nicht, da diese in spanisch gehalten wurde. Anschliessend sprach Gilberto Gil, der Kulturminister von Brasilien ist. In Brasilien würden alte IP-Gesetzgebung existieren und die Regierung hätte angekündigt, diese zu erneuern und würde das auch machen. Die Gesellschaft und Regierung müssten Sorge tragen, die Gesetzgebung in eine Richtung zu ändern, so dass alle davon profitieren würden. Er begrüsste John Perry Barlow, der auch anwesend ist mit den Worten, dass wir ohne ihn und die Arbeit der Electronic Frontier Foundation für ein freies Internet wahrscheinlich nicht hier sitzen würden. Seine Motivation, etwas an der Urheberrechtsgesetzgebung zu ändern, beschrieb Gil mit den Worten, dass er auch ein Teil der Unterhaltungsindustry sei und mit vielem nicht einverstanden sei, was dort für eine Politik betrieben und gefordert würde. Er würde mit seiner Arbeit die globale Unterhaltungsindustrie beienflussen wollen. Dann folgten viele Zitate von portugiesischen Autoren und aus seinen Lieder. Er beschrieb ein Erlebnis, als er jung war und mit einer Rockband und E-Gitarren auftrat. Damit bekam er ziemlich viel Kritik von den brasilianische Studenten, dass er die Authentizität der brasilianischen Musik verletzten würde. Aber für ihn sei Kultur wie Open Source Software und sie wäre dazu da, neue Sachen auszuprobieren und bestehendes zu remixen.

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