Kultur

Deutschland Online 4 Studie

Heute wurde die Studie „Deutschland Online 4“ vorgestellt. Inhalt sind die „wichtigsten aktuellen Entwicklungen wie Branchenkonvergenz, Triple Play, Internet-TV und Social Web“. Dahinter stehen die Deutschen Telekom AG, T-Com, der Hubert Burda Media und die Durchführung übernahm ein Prof. Dr. Bernd W. Wirtz.


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Neues sollte man von der Studie nicht erwarten, da findet sich eher der aktuelle Zeitgeist wieder. Hier als Beispiel nur mal die Kernaussagen zum „Social Web“:

* Das Internet wird sich in Zukunft zu einem Medium wandeln, das in hohem Maße durch die Interaktion der Nutzer geprägt ist.
* Das gesellschaftliche Leben wird zunehmend durch Online-Anwendungen des Social Web ergänzt und bereichert.
* Die wichtigsten Anwendungen im Social Web sind der C2C-Commerce, Online-Communities und der Austausch von Dateien zwischen Usern.
* Für Unternehmen wird das Social Web zu einem immer wichtigeren Bestandteil des Marketings und der Kommunikation.
* Bei einem Sechsländervergleich schneiden nur Großbritannien und Frankreich beim Entwicklungsstand des Social Web schlechter ab als Deutschland – besser sind hier die USA, Japan, Südkorea und Schweden.

Ich frag mich immer noch, wieso Frankreich beim Entwicklungsstand des „Social Web“ noch schlechter abschneidet als Deutschland. Mir kommt das immer andersherum vor.

Witzig ist der folgende Abschnitt:

Aber auch Blogs, Wikis, Bewertungsportale und Mash-Ups werden zukünftig immer wichtiger im Social Web. So attraktiv diese Anwendungen auch sein mögen: Keine von ihnen ist so anziehend wie der C2C Commerce. Warum das so ist? Die Antwort hierauf ist einfach: Von Konsumenten bereitgestellte Informationen über Produkte und Dienstleistungen erscheinen anderen Konsumenten glaubwürdiger als Hersteller- oder Händlerangaben.

Kleine Testfrage: Mit welchen Anwendungen schreiben denn wohl die „Konsumenten“ über Produkte und Dienstleistungen?

Eine 51-seitige Kurzfassung mit vielen bunten Frafiken gibt es hier als PDF.
Aber für aktuelle Zahlen eignet sich die Studie schon. Soviel andere Studien gibts ja in Deutschland nicht.

Update: Heise war bei der Pressekonferenz: Studie: Armes Breitband-Deutschland.

Dort wurde wohl über Netzneutralität diskutiert und die Ersteller der Studie „halten diese Idee nicht für abwegig“:

Lebhaft wurde die Frage diskutiert, ob erfolgreiche Diensteanbieter nicht eine Datenmaut an die Telekommunikationsunternehmen bezahlen sollen. Sowohl Prof. Wirtz wie auch Raizner (Telekom-Vorstand) halten diese Idee nicht für abwegig. Die Telekom will aber vorerst nur beobachten, wie die Diskussion über eine solche Datenmaut in anderen Ländern verläuft.

Der ebenfalls in Berlin anwesende Nord-Europa-Chef von Google, Philipp Schindler, vertrat jedoch eine ganz andere Meinung. Er wehrte sich gegen die Ansicht, Google sei Nutznießer der Breitbandinfrastruktur. Das seien die Anwender, die dafür auch bezahlen: „Bedenkt man alle Anschlussgebühren, sind wir weit von einer Null-Euro-Flatrate entfernt. Hier wird nichts verschenkt.“

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