Mit Mundraub zum Daten-GAU
von markus um 16:44 am Freitag, 19. Dezember 2008 | 15 Kommentare
Der Datenschutz-Skandal rund um die Kreditkarteninformationen der LBB ist wohl aufgeklärt. Schuld sind zwei Kurierfahrer und die Geschichte erinnert an einen Aprilscherz: Die beiden Fahrer (27 und 35 Jahre alt) hatten einen Weihnachts-Stollen aus einem Paket geklaut, was an die Frankfurter Rundschau adressiert war. Aus irgendeinem Grund vertauschten sie dann das Etikett mit einem Paket an die LBB. Fragt mich nicht, warum die das gemacht haben. Ich musste mir die Geschichte gerade auch mehrmals durchlesen und hab keine Logik in der Handlung der Fahrer entdeckt: Hinter LBB-Datenskandal stecken Stollen-Diebe.
getaggt mit: datengau > Datenschutz > Deutschland > kreditkarten
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Fundraising-Video der EFF
von markus um 15:27 am | 1 Kommentar
Nettes Fundraising-Video der Electronic Frontier Foundation mit weihnachtlichem Design und einer Auflistung ihrer Erfolge in 2008:
Learn more about this video and support EFF!
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Neues vom Kampf gegen Kinderpornographie
von markus um 15:22 am | 9 Kommentare
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann von der CDU ist ja immer für eine Überraschung gut. Diese Woche setzte er sich mal wieder auf eine mediale Welle drauf und äusserte sich, kompetent wie immer, zum Kampf gegen Kinderpornographie. Nichts weniger als eine freiwillige Beteiligung der Provider Kampf gegen Internetseiten mit pädophilen Inhalten forderte er. Seine Experten hatten ihm wohl nicht mitgeteilt, dass die Provider dies seit Jahren schon tun.
Stattdessen haben ihm seine Experten den Floh ins Ohr gesetzt, dass man einfach auf allen Rechnern der Bürgern Firewalls gegen Kinderpornos installieren sollte. Denn:
„Welcher Provider kann es sich eigentlich leisten zu sagen, wir wollen in unserem Netz kinderpornografische Seiten weiterleiten?“ Die bisher vorgeschlagenen Maßnahmen - zum Beispiel, Adressen oder Inhalte zu sperren - seien leicht zu umgehen. Eine Firewall gegen Kinderpornos hingegen setze direkt am Computer des Endverbrauchers an, ähnlich wie ein Spam-Filter. Experten hätten ihm versichert, dass man so 90 bis 95 Prozent der kinderpornografischen Seiten sperren könne, sagte Schünemann.
Tolle Idee, Herr Schünemann. Da kann man gleich noch den Bundestrojaner mit installieren und für die CDU sind damit zwei Probleme auf einmal gelöst. Mal schauen, was als nächstes von Herrn Schünemann kommen wird.
Ansonsten beschäftigt Alvar Freude sich noch mit der Frage, wo denn die vielen offen zugänglichen Kinderpornographie-Angebote herkommen, die man jetzt sperren will. Wisenschaftler sind nämlich der Meinung, dass es so gut wie keine offen zugänglichen Quellen mehr gibt: Es gibt keine offen zugängliche, sperrbare Kinderpornographie im Internet.
Die finnische Sperr-Liste zeigt dann, dass die Mehrheit der Webseiten mit angeblicher Kinderpornographie in den USA und Westeuropa gehostet werden. Wenn es sich also tatsächlich um Kinderpornographie handelt, stellt sich die Frage was besser ist: die Inhalte zeitnah entfernen und die Täter verfolgen – oder den Zugang zu den Inhalten für diejenigen Blockieren, die sie sowieso nicht anschauen?
getaggt mit: cdu > Deutschland > Digital Rights > internetzensur > kinderpornographie > Zensur
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God save the Queen vs Anarchy in the UK
von markus um 15:12 am | Keine Kommentare
“God save the Queen vs Anarchy in the UK” ist ein nettes Mash-Up von Politiker-Reden aus Grossbritanien. Darin werden Parlamentsreden von Gordon Brown und Oppositionsführer David Cameron mit Musik der Sex Pistols geremixt.
[via]
getaggt mit: mashup > Politiker > remix > uk
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Media Re:public - Papiere zum Medienwandel
von markus um 14:19 am | Keine Kommentare
Das Media Re:public Projekt vom Berkman Center hat nun verschiedene Aufsätze zum Medienwandel veröffentlicht: Appraising the state of digital news media.
The transformation of the media world is well underway, facilitated by the spread of digital tools. A myriad of innovative new media organizations have sprung up to take advantage of the opportunities that stem from low-cost distribution networks. Meanwhile the economic base of many of the large media companies continues to erode. Despite the demonstrated success of many new media enterprises, the euphoria over the rise of participatory media has been tempered by concerns over the quality and credibility of online media, the possible fragmentation of audiences, a decline in editorial standards and the persistent challenge of effectively reporting the news. Over the past year, researchers at the Berkman Center for Internet & Society have reached out to a broad range of media experts to help in this assessment of the changes in new media over the past several years and to take a sober look at the successes and ongoing challenges. The Media Re:public series comprises an overview paper, seven issue papers and four case studies
Und hier sind die Papiere als PDF:
News and Information as Digital Media Come of Age - Ten years since the word “blog” was coined, we evaluate the state of participatory media, assess its potential for serving the public interest and describe likely interventions.
International News: Bringing about the Golden Age - Ethan Zuckerman considers whether participatory media can help bring Americans the information they need to be true global citizens.
Principles for a New Media Literacy - Dan Gillmor asserts that the public needs to learn the skills of journalists, especially skepticism.
Public Broadcasting and Public Affairs: Opportunities and challenges for public broadcasting’s role in provisioning the public with news and public affair - Pat Aufderheide and Jessica Clark describe the complex system of U.S. public broadcasting, the many exciting experiments that are underway and the barriers to creating a truly public media.
Digital Media, Democracy and Diversity: an Imperfect Discourse - Ernest Wilson III submits that our democracy is at risk if we do not get people from many different media silos to work together.
Pride of Place: Mainstream Media and the Networked Public Sphere - John Kelly, using network analysis, demonstrates the pivotal role that institutional journalism plays in the blogosphere.
Editors — the best is yet to come? - Tom Stites explains why networked digital journalism needs editors more than ever.
A Typology for Media Organizations - The Media Re:public project describes a schema for categorizing media structures both traditional and new.
getaggt mit: berkman_center > digitale_gesellschaft > Digitalkultur > journalismus > Medien > medienwandel > USA
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BKA-Gesetz ist durch Bundesrat und Bundestag
von markus um 11:37 am | 8 Kommentare
Der Bundesrat hat heute auch das BKA-Gesetz abgenickt. Bedankt Euch bei SPD und CDU/CSU, indem Ihr nächstes Jahr bei den verschiedenen Wahlmöglichkeiten mal was anderes wählt.
getaggt mit: bka-gesetz > Bundesrat > Deutschland
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Bald gibt es Wikipedia Video tutorials
von markus um 11:35 am | 1 Kommentar
Der Wikimedia Deutschland e.V. finanziert Wikipedia-Tutorials, die demnächst veröffentlicht werden. Heute wurde schon ein Making Of-Video und eine Pressemitteilung veröffentlicht: Wikimedia Deutschland finanziert erste Wikipedia Video tutorials.
Die ersten beiden Video-Tutorials wurden bereits im November gedreht und werden momentan geschnitten und nachbearbeitet. Thematisiert werden zwei typische Anfängerfragen, die immer wieder im Umgang mit der Wikipedia auftauchen: „Wie kann ich einen Artikel bearbeiten?“ und „Wie kann es sein, das Wikipedia so verlässlich ist, wenn jeder – auch ohne Anmeldung – Änderungen an den Inhalten vornehmen kann?“
Wikipedia video tutorials (the making-of) from Frank Schulenburg on Vimeo.
getaggt mit: Deutschland > Digitalkultur > video > Wikimedia > Wikipedia
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Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft?
von markus um 11:08 am | 7 Kommentare
Eine neue Folge des Elektrischen Reporters behandelt die Frage “Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft?” Einleitende Worte zur Situation um das Urheberrecht gab es schon vergangene Woche. Nun geht es um die Lösungsansätze am Beispiel von Creative Commons und der Kulturflatrate.
Elektrischer Reporter – Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft?
Kulturgüter wie Musik und Film sind im Internet jederzeit auf Abruf verfügbar. Nur sind viele Konsumenten nicht mehr bereit, dafür etwas zu zahlen. Eine bittere Pille für die Musikindustrie und ähnliche Branchen, die nur schwerfällig reagieren. Zeit für ganz neue Wege? Einige Stimmen fordern, Tauschbörsen zu legalisieren und die Urheber über eine “Kulturflatrate” zu bezahlen - doch es gibt auch zahlreiche Bedenken.
Manche Autoren und Künstler stellen ihre Werke Fans sogar gratis zur Verfügung - und setzen darauf, auf andere Weisen Geld zu verdienen. Das funktioniert zum Beispiel über das Lizenzsystem “Creative Commons”. Kritiker meinen: Das ist nur etwas für Weltverbesserer. Aber vielleicht braucht es mehr solcher Ideen, um die Welt zu verbessern?
Einmal wird Dieter Gorny von der IFPI kurz zitiert. Dieser erklärt, er kenne niemanden, der Creative Commons nutzt und damit wäre das auch nichts. Gut möglich, dass Herr Gorny die letzten Aktionen von Nine Inch Nails nicht mitbekommen hat. Die kommen ja auch aus den USA. In Deutschland wäre sowas leider nicht möglich, weil die GEMA die Musiker vor die Wahl stellt, entweder Geld aus dem GEMA-Topf zu bekommen oder Creative Commons Lizenzen zu nutzen. Jeder halbwegs bekannte Musiker, der im Radio und/oder Fernsehen gespielt wird, entscheidet sich daher noch für die GEMA, weil er/sie sonst Geld verliert. Ich hoffe, dass die GEMA sich mal für CC öffnet, weil dies im Interesse der Künstler wäre.
Update: Das ZDF hat jetzt auch noch einen eigenständigen Artikel zum Thema: “Flatrate für digitale Kulturgüter - Kreative Antworten auf ein altes Urheberrecht“.
getaggt mit: creative commons > Deutschland > Digital Rights > Digitalkultur > Interview > kulturflatrate > Musik im Netz > tv > Urheberrecht > ZDF
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