#306 Off The RecordWas in der Debatte um digitale Gewalt schiefläuft

Endlich diskutiert Deutschland über digitale Gewalt! Doch in der Debatte darüber, was zu tun ist, bleibt so manches auf der Strecke, während anderes über das Ziel hinausschießt. In der neuen Ausgabe unseres Podcasts analysieren Sebastian und Chris, worauf es jetzt ankommt.

Drei Personen mit Kopfhörer machen Selfie am Tisch
Ingo, Sebastian und Chris im Podcast-Studio. CC-BY-NC 4.0 netzpolitik.org

Raus aus der Nische, rein in die Talkshows: Seit Jahren berichten Chris und Sebastian zu unterschiedlichen Formen digitaler Gewalt, jetzt ist das Thema überall. Auslöser ist eine Geschichte im Spiegel, in der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen schwere Vorwürfe macht. Dessen Kanzlei leitet wiederum rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung ein.

In der neuen Folge Off The Record analysieren wir die davon entfachte Debatte über digitale Gewalt und sprechen darüber, warum der Fokus allein auf sexualisierte Deepfakes und Verschärfungen des Strafrechts dem Problem nicht gerecht wird.


In dieser Folge: Chris Köver, Ingo Dachwitz und Sebastian Meineck.
Produktion: Serafin Dinges.
Titelmusik: Trummerschlunk.


Hier ist die MP3 zum Download. Wie gewohnt gibt es den Podcast auch im offenen ogg-Format. Ein maschinell erstelltes Transkript gibt es im txt-Format.


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3 Ergänzungen

  1. Zum eben veröffentlichten Ticker: „“Auf den Schildern standen Dingen wie: „Schweigen schützt Täter“ und „Warum müssen wir in Angst leben?“.“

    Warum wird „Täter“ nicht gegendert? Auch das ist ein Problem. Selbst eine CDU-Politikerin hat andere dazu angemahnt die männlichen Opfer nicht zu vergessen. Auch das läuft in der Debatte völlig schief. Dieser einseitige Fokus kostet der ganzen Debatte die Glaubwürdigkeit, da man sich eben angreifbar macht.

    1. Es geht glaube ich nicht darum, männliche Opfer zu vergessen. Chris geht im Podcast und in ihrem Artikel zur Dunkelfeldstudie ja auch explizit auf männliche Opfer ein. Man würde das Problem aber verzerren, wenn man die geschlechtsspezifische Dimension ausblendet. Der Großteil der Täter sind nun mal Männer, der Großteil der Opfer sind Frauen (oder trans Personen). s. dazu diese neue Recherche von Wired: https://www.wired.com/story/men-are-buying-hacking-tools-to-use-against-their-wives-and-friends/

      1. Danke für die Klarstellung, aber trotzdem empfinde ich das Männer in diesem Kontext – wie so oft – vernachlässigt werden. Gerne sprechen wir bei solchen Taten von „Jeder Mensch, der Opfer von Gewalt wird, ist einer zu viel“. Durch die nahezu komplette Abstinenz in der breiten (!) Debatte wird dieser Grundsatz ad absurdum geführt.

        Natürlich ist der Fokus auf Gruppen die am meisten Betroffen sind gut, aber man sollte vermeiden nach diesen Gruppen dann Gesetze und Initiativen zu betiteln. Denn wie fühlen sich denn männliche Opfer? Das ist einfach scheiße.

        Man stelle sich vor das Programme wie https://www.maennerhilfetelefon.de/ nicht existieren und man sich ja auch bei Programmen für Frauen melden könnte. Fühlt sich auch nicht gut an insb. wenn Betroffene bereits ein geringes Selbstbewusstsein haben und dann schnell das Gefühl von „Opfer zweiter Klasse“ bekommen.

        Beim Hilfetelefon Gewalt an Männern ist dementsprechend sexualisierte Gewalt der zweithäufigste Anlass für eine Kontaktaufnahme (nach physischer Gewalt). Möchte nur zeigen das es nicht „wenige“ Opfer sind, so wie es die aktuelle Debatte in der breite suggeriert.

        https://www.maennerhilfetelefon.de/sexualisierte-gewalt

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