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c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur

In der neuen c’t finden sich prima alle Argumente für die Mahnwache in Berlin am Freitag nochmal zusammengefasst: Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere. Darin sind: Die Sperrung von Neonazi-Webseiten in NRW 2002. Eine kritische Hinterfragung der Zahlen des Familienministeriums, mit der recherchierten Aussage, das in diesen Zahlen auch fallen gelassene Ermittlungsverfahren der „Operation…

  • Andre Meister

In der neuen c’t finden sich prima alle Argumente für die Mahnwache in Berlin am Freitag nochmal zusammengefasst: Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere. Darin sind:

Und das Ganze ist gespickt mit eigener Recherche und neuen Antworten von Ministerien.

Was steckt also wirklich hinter all diesen Hirngespinsten? Wenn es nicht die Bekämpfung von Kinderpornos ist, dann kann es nur um die Installation der Sperren selbst gehen. Das würde bedeuten, dass hier mit einem Vorwand eine geheime Liste eingeführt wird, die man nach und nach um weitere strafbare und unliebsame Inhalte erweitern kann. Die viel gelobten skandinavischen Länder zeigen bereits die Richtung: In Schweden versuchte die Polizei 2007 auf Lobbydruck hin, Adressen der Tauschbörsen-Suchmaschine Pirate Bay auf die Kinderporno-Sperrliste zu heben. Ähnliches ereignete sich 2008 in Dänemark.

Und in Deutschland stehen die Interessensgruppen bereits in den Startlöchern. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.“ Das ist die mühsam verklausulierte Forderung, unliebsame P2P-Linkseiten auf die Sperrliste zu hieven.

Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch radikale politische Aussagen ausgeblendet werden sollen. Dann fehlt nur noch ein Gesetz, das jedes Umgehen der technischen Sperre unter Strafe stellt, und die Machthabenden hätten ein perfektes Zensurwerkzeug.

Bleibt zu hoffen, dass Politiker diesen Artikel und das Editorial auch lesen. Bei der Anhörung im Bundestag hatten wohl nur die Abgeordneten der Linken Fachpublikationen aus dem Heise-Verlag auf dem Tisch.

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36 Kommentare zu „c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur“


  1. […] Liste aller Argumente gegen die Zensur Ähnliche Artikel:Mogadischu und die Zensur…Kinderpornographie-Filter ?! Freiheit, Tags: […]


  2. Torsten

    ,

    Das Experiment von carechild ist mit Vorsicht zu genießen. Nicht nur die zweifelhafte Reputation des Vereins weckt Zweifel, sondern auch die Methodik. Denn wenn ein Provider schlicht den Vertrag kündigt, macht der Inhaber sein Geschäft halt woanders. Sprich: eine einmalige Sperrung der Seite bringt wenig.


  3. Mathias

    ,

    Selbst das Handelsblatt hat jetzt einen kritischen Artikel zu von der Laien:
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/experten-greifen-von-der-leyen-an;2234239

    Hell freezes over!


  4. […] Von Andre Meister – netzpolitik.org […]


  5. „Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltver…“…

    Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch radikale politische Aussagen ausgeblendet werden sollen. Dann f…


  6. c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur : netzpolitik.org…


  7. […] Eine Zusammenfassung auf netzpolitik.org: c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur. […]


  8. […] Zitat: In der neuen c’t finden sich prima alle Argumente für die Mahnwache in Berlin am Freitag nochmal zusammengefasst: Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere. […]


  9. […] Links zum Thema: Ein umfassender Bericht bei Netzpolitik und ein Eintrag im […]


  10. […] ein Beispiel daran und machen Zensursula die Hölle heiß. Dazu unbedingt auch beim Beitrag von netzpolitik […]


  11. c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur : netzpolitik.org…


  12. […] In der aktuellen c’t (09/09) gibt es einen verdammt guten Artikel gegen die von Frau von der Leyen geplante Internetzensur. Es wird eine ganze Reihe Argumente genannt, die ich auch schon in meiner Liste aufgeführt habe. Markus von Netzpolitik.org hat die wichtigsten im Artikel genannten Argumente noch einmal zusammengefasst. […]


  13. […] warum die geplanten Web-Sperren falsch sind und was politisch wirklich dahinter steckt. Auch netzpolitik.org befasst sich mit dem Artikel und ruft zu einer Mahnwache auf. Ein kritischer Artikel findet sich auch beim […]


  14. Internetzensur, von der Leyen völlig von Sinnen… (Aufruf zur Mahnwache!)…

    „Besessenheit bezeichnet einen ausgeprägten Erregungszustand, der als „Inbesitznahme” der betroffenen Person durch einen Gott, Dämon oder Geist gedeutet wird. Die Verhaltensänderung der Person wird somit auf das Eindringen eines fremden Geistwe…


  15. […] Wer gern noch mehr Informationen möchte findet dies in dem sehr guten Beitrag von Andre Meister bei netzpolitik.org (http://netzpolitik.org/2009/ct-widerlegt-argumente-fuer-internet-zensur/) […]


  16. […] Medien – des Verdachtes ausgesetzt sehen muss, “Kinderpornographie zu unterstützen”, obwohl lange schon klar und logisch ist, dass die Sperrung von Webseiten für normale Surfer dieses …, da es bekanntlich über ganz andere Kanäle betrieben wird. Wie allenthalben inzwischen auch […]


  17. […] Wirksam: Netzzensur […]


  18. Wieder einmal werden die Probleme nicht bei der Wurzel gepackt, sondern nur die Symptome bekämpft! Aber um das Gleichnis zum Baum zu behalten: Es ist natürlich einfacher ab und zu mal ausschlagende Äste und Blätter abzuschneiden, als einmal den Stamm samt Wurzeln rauszuholen!


  19. […] netzpolitik.org findet sich noch eine Linkliste zur Unterfütterung: http://netzpolitik.org/2009/ct-widerlegt-argumente-fuer-internet-zensur/ This entry was written by , posted on April 12, 2009 at Sunday, April 12, 2009, filed under […]


  20. […] 13.4.09: C´t Bericht Datum: 11. April 2009 Uhrzeit: 19:02 Kategorien: Internet, politik Tags: […]


  21. […] c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur : netzpolitik.org: Andreas Meister mit einer tollen Linkliste, die die Debatte um die Argumente zur bzw. gegen die Sperrung von Internetnseiten noch einmal zusammenfasst. […]


  22. […] dazu gibt es in der aktuellen C’t und die wichtigsten Argumente sind mit Links nochmal auf Netzpolitik.org […]


  23. […] Von der Leyen vs Kinderpiraterie, äh, Musikpornographie…oder wasauchimmer Gespeichert unter: Netzwelt, Politik — killthekitten @ 21:43 Kinderpornos sind böse und deshalb verboten. Das können die meisten Menschen nachvollziehen und finden das daher total okay. Nur die Kinderpornogucker finden das nicht so gut, weil sie nicht gerne ins Gefängnis kommen möchten. Und weil das so ist, kaufen sie ihre Kinderpornos auch nicht im Laden – wo ja jederzeit ein Polizeiauto dran vorbeifahren kann – sondern im Internet. Da kommt die Polizei nicht einfach so hin, weil die Leitungen viel zu klein für ein großes Polizeiauto sind und außerdem der Onkel Innenminister das noch nicht so richtig hinbekommen hat, dass die da viel machen dürfen (wegen der Verfassung und so). Um den Kinderpornoguckern aber trotzdem die Suppe zu versalzen, hat sich die Familienministerin einen Trick einfallen lassen: Sie lässt die Internetprovider einfach die Kinderpornoseiten sperren. Darüber regen sich in letzter Zeit aber viele viele Menschen total auf und das obwohl sie garnicht Kinderpornos gucken möchten. Ein paar Geeks (Menschen, die im Internet leben), haben nämlich ein, zwei Sachen gefunden, die ihnen an der Idee von der Familienministerin nicht ganz schlau vorkommen und sind eigentlich der Meinung, das mit den Sperren ärgert die Kinderpornogucker garnicht, weil sie zwar böse aber nicht total blöde sind. Dagegen macht die Idee von der Familienministerin nur, dass andere Leute, die sich über andere Dinge im Internet tierisch aufregen, auch sowas haben wollen. Einer dieser anderen Leute ist zum Beispiel der Gorny-Dieter, der findet:Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges S… […]


  24. […] “C’T WIDERLEGT ARGUMENTE FÜR INTERNET-ZENSUR“ […]


  25. […] wiederlegt Argumente für Netzzensur in […]


  26. […] 17. April 2009 in Meinung Wer meint mit der Sperrung von Seiten mit Kinderpornografie wird irgendetwas besser, der lese bitte hier. […]


  27. […] Themendossier von netzpolitik.org […]


  28. […] c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur […]


  29. […] Bei Netzpolitik kann wird der sehr gute und sehr ausführliche Text der ct zusammengefasst, in dem die die Argumente für Internetzensur widerlegt werden: »> netzpolitik.org/2009/ct-widerlegt-argumente-fuer-internet-zensur/ […]


  30. […] ins Leere – c’t IT-Sicherheitsexperte: „Internetsperren sind immer umgehbar“ – Golem.de http://netzpolitik.org/2009/ct-wider…ternet-zensur/ http://blog.odem.org/2009/04/bundesh…nicleaner.html […]


  31. […] das Gerede, das die Frau von den Laien und Jockel Ziercke veranstalten, ist purer […]


  32. […] [weiterführendes bei Nerdcore und Netzpolitik.org] […]


  33. Eine Lanze für von der Leyen und zu Guttenberg!…

    Eine Lanze für die einen, ein Aufruf aber an alle Beteiligten, sich politisch korrekt, staatsmännisch weise, aufklärend für die Massen und ehrlich in der Sache zu verhalten! Von Ralf Schwartz. Kinderpornographie ist neben Vergewaltigung und Folter …


  34. […] c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur. […]

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