Der Bundestag hat gestern den Gesetzentwurf zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie der EU verabschiedet. Wirtschaftsverbände befürchten mehr Bürokratie, "Überregulierung" und "Innovationsbremsen". Sie hoffen auf Änderungen durch den Bundesrat.
Ticker
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Ticker vom 14.11.2025
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Francesca Bria blickt auf "Patriotic tech" in den USA: Rechts-außen-Unternehmer, die eine techno-politische Infrastruktur der Überwachung bauen und dabei hoheitliche Aufgaben übernehmen. Auch in Europa drohe eine solche "Privatisierung der Souveränität".
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WhatsApp ist ab sofort mit den Messengern Birdychat und Haiket interoperabel. Threema und Signal hatten hingegen früh abgesagt, weil das den Datenschutz der Messenger deutlich schwächt.
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Wäre eine pauschale Löschung von Behördendaten rechtlich zulässig, um sie einer Regierung mit AfD-Beteiligung vorzuenthalten? Eher Nein, lautet die Antwort von Rechtsexpert:innen.
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Das Miniatur-Wunderland in Hamburg ist Opfer eines Angriffs geworden, bei dem Hacker Kreditkarteninformationen von Besucher:innen abgegriffen haben könnten. Potenziell Betroffene sind bereits informiert worden.
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KI-Kameras, Handy-Ortung zur Gefahrenabwehr, Gesichtersuche im Netz, Palantir-Vorbereitung: Anwalt Lukas Theune erklärt, wie die geplante Änderung des Berliner Polizeigesetzes mit dem Grundgesetz kollidiert.
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Sie sind bereit Menschen zu bedrohen, zu verpetzen oder beim Duschen zu fotografieren: KI-gesteuerte Roboter sind gefährlich und sollten in Haushalten nicht genutzt werden. Das ergab eine Studie.
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Der Telegram-Gründer Pawel Durov darf Frankreich wieder verlassen. Die Ermittlungen, ob er auf seinem Messenger-Dienst genug gegen kriminelle Angebote tat, laufen weiter.
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Auf welcher Seite steht Google? Während der Tech-Konzern Apps aus seinem App-Store entfernt, die Menschen in den USA vor der Abschiebebehörde ICE warnen, hostet er zugleich eine Gesichtserkennungsanwendung des US-Grenzschutzes.
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Der Preisvergleichsdienst Idealo, der zu Springer gehört, hat Google auf mehr als 3 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt. Es geht darum, ob der Tech-Riese seine Stellung bei "Google Shopping" missbraucht hat. In Berlin startete nun der Prozess.
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In Deutschland gibt es die sogenannte Lizenzschranke, damit internationale Konzerne auch dann Steuern zahlen müssen, wenn Gewinne ins Ausland verschoben werden. Nun fiel eine Ausnahme aus dem Jahr 2024 auf - die gilt nur für US-Unternehmen.
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Die irische Medienaufsicht untersucht, ob X sich an die Regeln des Digital Services Act hält. Es geht um Widerspruchsrechte von Nutzer:innen, deren Löschanträge abgelehnt wurden.
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Ticker vom 13.11.2025
Gemeinsam mit rechtsextremen Fraktionen haben die Konservativen im EU-Parlament für ein aufgeweichtes Lieferkettengesetz gestimmt. Für eine Absenkung von Menschenrechts- und Umweltstandards setzen sich auch viele Länder im Rat der EU ein.
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Fußballfans aus dem ganzen Land werden am kommenden Sonntag in Leipzig gegen die "repressive Fanpolitik der Innenministerkonferenz" demonstrieren. Der Protest richtet sich unter anderem gegen personalisierte Eintrittskarten.
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Noch können Menschen KI-generierte Gesichter von echten unterscheiden. Die Fähigkeit dazu lässt sich mit einem fünfminütigen Training deutlich verbessern.
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Aus einer Kommunen-Befragung geht hervor: Fast alle Landkreise, aber nur etwas mehr als die Hälfte der kreisfreien Städte haben Bezahlkarten für Geflüchtete eingeführt. Das Versprechen von sinkendem Verwaltungsaufwand hat sich nicht klar erfüllt.
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OpenAI-Chef Sam Altman hat Staaten dazu aufgerufen, in KI-Infrastrukturen zu investieren. Er relativierte damit auch Äußerungen von OpenAIs Finanzvorständin, die Kreditabsicherungen durch die US-Regierung gefordert hatte.
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Nicht-kommerzielle Android-Entwickler:innen können künftig wohl weiterhin Apps an eine begrenzte Anzahl von Geräten verteilen. Google plant einen Installationsweg für das sogenannte Sideloading, klare Warnhinweise sollen auf Risiken hinweisen.
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Justizministerin Hubig plant ein Gesetz, um Frauen besser etwa vor etwa sexueller Belästigung und "digitalem Voyeurismus" zu schützen. Die Landesjustizminister:innen haben das mehrheitlich abgelehnt, Hubig will dennoch einen Gesetzentwurf erarbeiten.
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Der BND will künftig "höhere Risiken" eingehen, hat der neue Präsident des Auslandsgeheimdiensts verkündet. Florian Flade analysiert, was das heißen soll und was das über die kommende BND-Gesetz-Reform verraten könnte.
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US-Republikaner und ihr Umfeld schießen sich seit geraumer Zeit auf Wikipedia ein. Die Desinformationsforscherin Renée DiResta ordnet ein, was hinter dem Angriff auf freies und belastbares Wissen steckt.
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Freifunker:innen warnen, dass eine Neuauflage der Vorratsdatenspeicherung gemeinnützige und nicht-kommerzielle WLAN-Anbieter betreffen könnte. Die Massenüberwachung schränke damit auch Barrierefreiheit und digitale Teilhabe ein.
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KI-generierte Abschiebevideos gehen auf Facebook viral, dabei belohnt sie das Empfehlungssystem. Offenbar stellt sich Meta, das jüngst seine Moderationsregeln gelockert hat, so sein Produkt vor.
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Neurowissenschaftler:innen haben untersucht, wie man bei "Schere, Stein, Papier" häufiger gewinnt. Demnach nutzen Spielende eher wiederholende statt zufällige Optionen. Das zeige auch, dass menschliche Gehirne anders funktionieren als Computer.