Media Matters hatte dokumentiert, dass Werbeanzeigen auf X neben Nazi-Postings erscheinen und damit zum Rückzug seriöser Werbekunden beigetragen – zum Missfallen selbsternannter Kämpfer für die Meinungsfreiheit. Nun wurde eine Einschüchterungsklage des Justizministers aus Missouri abgeschmettert.
Ticker
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Ticker vom 28.08.2024
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Der AOK-Bundesverband ließ im August 2024 insgesamt 10.000 Deutsche zur elektronische Patientenakte (ePA) befragen. Knapp 20 Prozent lehnen es ab, dass gesetzlich Versicherte die ePA automatisch bekommen, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Knapp zwei Drittel befürworten das.
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Regimekritischen Journalist:innen in Venezuela droht politische Verfolgung. Um sich zu schützen, zeigen sich beim Social-Media-Projekt "Operación Retuit" keine Journalist:innen mehr vor der Kamera. Stattdessen sprechen KI-generierte Avatare.
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Das US-Heimatschutzministerium sucht Unterstützung aus der Überwachungsbranche: Es will automatisierte Gesichtserkennung für die Insassen fahrender Autos, die sich der südlichen Grenze nähern.
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Südkoreanische Behörden wollen härter gegen sexualisierte Deepfakes vorgehen und dazu auch mit Telegram und anderen Tech-Plattformen zusammenarbeiten. Die Medienaufsicht verdoppelt das zuständige Personal auf 140 Personen.
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Unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet das Wall Street Journal, Telegram-Chef Pavel Durov habe noch 2018 persönlich mit Präsident Macron gespeist – und im Jahr davor sollen Agent:innen von Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten Durovs Handy ins Visier genommen haben.
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Ticker vom 27.08.2024
Der von der Ampelregierung ins Leben gerufene Sovereign Tech Fund investiert 686.400 Euro in das freie Betriebssystem FreeBSD. Damit sollen Verbesserungen bei der Infrastruktur, Sicherheit und der Umsetzung regulatorischer Vorgaben finanziert werden.
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Beim Bündnis Sahra Wagenknecht gab es offenbar ein Datenleck, bereits zum zweiten Mal. Der entsprechende Datensatz soll 70.000 Personendaten umfassen. Die Partei hat ihre Unterstützer:innen informiert und schreibt, wahrscheinlich von einem Cyberangriff betroffen zu sein.
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Golem.de wollte die Ergebnisse der technischen Prüfung von Huawei durch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) einsehen, aber die Behörde mauert: Demnach seien bei dem Thema die Sicherheitsinteressen Deutschlands berührt.
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KI-manipulierte Fotos werden immer realistischer; aktuell macht eine neue Funktion von Googles Pixel-9-Geräten die Runde. "We are fucked", kommentiert The Verge. Entspannter kommentiert das der Standard: "Die Gesellschaft muss sich an die neue Realität anpassen, und sie wird es auch."
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Willkommen im Kapitalismus: Im Schnitt ein Fünftel der Videos aus einem typischen TikTok-Feed sind klassische Werbung, bei einem weiteren Fünftel gibt es Hinweise auf kommerzielles Interesse, analysiert das Forschenden-Team des Blogs "auditing TikTok".
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2019 hat die Bundesnetzagentur die 5G-Mobilfunk-Frequenzen für knapp 7 Milliarden Euro versteigert. Nun hat das VG Köln entschieden, dass die Vergabe- und Auktionsregeln rechtswidrig waren. Auch soll der damalige Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) das Verfahren rechtswidrig beeinflusst haben.
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In einem Kommentar fasst die taz die "hilflose Debatte" nach der Tat in Solingen zusammen. Statt Messerverboten und Abschiebungen plädiert der Autor unter anderem für mehr Präventionsprojekte und gegen weitere Aufrüstung von Sicherheitsbehörden.
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Google will seine Apps künftig auf vielen Windows-PCs vorinstallieren lassen. Der Standard analysiert: Der Move ist "unter dem Vorzeichen zu verstehen, dass derzeit viele bestehende Deals von Google mit Browser- und Smartphoneherstellern unter Beschuss stehen".
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Ticker vom 26.08.2024
Von der Body-Cam automatisiert in den Polizeicomputer: In den USA lassen erste Polizeibehörden ihre Einsatzberichte von KI-Chatbots wie ChatGPT schreiben. Den neuen Markt scheint vor allem Axon Enterprise zu besetzen, von dem auch der Elektroschocker namens Taser stammt.
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Ist Verschwörungsdenken eigentlich rechts? Wie Medieninformationen zu Verschwörungen umgearbeitet werden und warum im Verschwörungsweltbild gefangene Menschen immer das Schlimmste annehmen: Der Soziologe Georg Vobruba im Gespräch mit Peter Unfried.
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Sogenannte Künstliche Intelligenz frisst sich selbst auf, wenn sie mit KI-Inhalten gefüttert wird. In einer Datenvisualisierung zeichnet die NYT nach, wie derartiges Material nach nur wenigen Schleifen zu einem bedeutungslosen Einheitsbrei zerrinnt.
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Bei den KI-Chatbots ChatGPT, Gemini und Copilot sollte man sich lieber nicht zu politischen Themen informieren. Selbst die vergleichsweise besseren Modelle liefern haufenweise Fehlinformationen, hat AlgorithmWatch in einem Test vor den Landtagswahlen herausgefunden.
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In Googles KI-Abteilung "DeepMind" regt sich Widerstand gegen Zusammenarbeit mit dem Militär. Fast 200 Mitarbeiter:innen sollen in einem Brief im Mai gefordert haben, unter anderem zuletzt abgeschlossene Verträge über Cloud-Anwendungen zu überprüfen.
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Elon Musk musste in einem Gerichtsverfahren offenlegen, wer sein soziales Netz X mitfinanziert. Darunter sind der Investor Bill Ackman, Ex-Twitter-Chef Jack Dorsey und der saudische Prinz al-Walid ibn Talal Al Saud.
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Uber soll sensible Daten europäischer Taxi-Fahrer:innen jahrelang illegal in die USA transferiert haben. Die DSGVO-Verletzung soll den US-Konzern 290 Millionen Euro kosten, geht es nach der niederländischen Datenschutzbehörde. Uber geht in Berufung.
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Fünf Monate nach dem Start des Organspende-Registers haben sich dort etwas mehr als 150.000 Menschen registriert. Das sind nur 0,2 Prozent der berechtigten Personen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht die Gründe dafür im Anmeldeverfahren.
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Matthias Eberl hat sich bei 35 Banken durch das Online-Banking getestet. Ist eine Banking-App verpflichtend? Wie siehts aus mit Trackern? Und braucht man für die Registrierung eine Telefonnummer? Die Ergebnisse aus Datenschutzsicht: ernüchternd.
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Im November soll das europäische Ein-/Ausreisesystem eingeführt werden, eines der weltweit größten biometrischen Informationssysteme. Dessen Daten wecken Begehrlichkeiten bei Behörden, auch außerhalb der EU.