Berliner Gazette

  • : Utopien in der Welt nach Snowden
    Utopien in der Welt nach Snowden

    Der Soziologe David Lyon, der im Bereich Surveillance Studies forscht, hat für die Berliner Gazette einen Artikel über „Zeit für Utopien: Wie wollen wir das Zusammenleben in der Post-Snowden-Welt gestalten?“ geschrieben. Darin fordert er dazu auf, sich nicht mit der aktuellen Realität der allumfassenden Überwachung abzufinden, sondern positive Alternativen zu formulieren:

    Die große Herausforderung unserer Zeit besteht nun darin, die herkömmlichen Denkmuster über Überwachung zu ändern. Es ist an der Zeit, dass nicht nur Eliten verstehen, dass Überwachung eine der wichtigsten Methoden ist, moderne Gesellschaften zu organisieren, dass Überwachung ausnahmslos alle betrifft und dass es künftig Veränderungen sowohl in der täglichen Praxis als auch in der Informationspolitik geben müsste. Wenn sich ein gesellschaftliches Bewusstsein zu diesen Anliegen breitenwirksam bildet, dann könnten sich die Dinge ändern. Gleichzeitig müssen wir verstehen lernen, dass keine Überwachung unvermeidlich oder irreversibel ist, was auch schwierig ist, wenn wir von solchen scheinbar unaufhaltsamen Trends wie globaler Massenüberwachung sprechen.

    14. April 2015 4
  • : Wird es eine gedruckte Ausgabe der Snowden-Dokumente geben? – Ergebnisse der „SLOW POLITICS“-Konferenz
    Wird es eine gedruckte Ausgabe der Snowden-Dokumente geben? – Ergebnisse der „SLOW POLITICS“-Konferenz

    CarlSpitzwegBibliothek

    Die Ergebnisse der „SLOW POLITICS“-Konferenz sind online. Vom 13. bis 15. November hat die Berliner Gazette AktivistInnen, MedienvertreterInnen und WissenschaftlerInnen zusammengebracht, um sich mit Möglichkeiten zur Veränderung unserer sich in Schieflage befindlichen Demokratie zu beschäftigen. Herausgekommen sind interessante Positionspapiere zu verschiedenen Themen, z. B. einer Sammlung von Tools zur digitalen Selbstverteidigung – auch in Hardware. Es gab auch einen Track zu den Snowden-Files. Unter dem Projektnamen „Snowden Commons“ wurde darüber nachgedacht, warum und wie man die Snowden-Files in die öffentliche Bibliothek bringen und somit freien Zugang für alle garantieren kann. Passenderweise hat nun auch Glenn Greenwald angekündigt, dass er die Dokumente in einem Datenraum in New York anderen Journalisten zur Auswertung zur Verfügung stellen will.

    Auf den ersten Blick vielleicht überraschend: Die Workshop-Teilnehmer haben vor, ein Buch – in Papierform – mit den Snowden-Files herauszugeben. Als Gründe dafür nennen sie unter anderem:

    It allows members of the public and researchers to safely, securely, privately and anonymously access the Files in the library without fear of surveillance.

    It will allow current and future researchers and users to cite and reference the Snowden Files with more certainty than online sources provide

    Having multiple copies of the book distributed to thousands of libraries provides security against efforts by security services or others to destroy, tamper with or compromise the authenticity of the Snowden Files.

    The book format will allow for additional contextual, editorial and expository information to be published alongside the Files, rendering them more accessible to non-specialists

    The Snowden Files are a crucial part of the World Heritage of Contemporary Documentation. As such, we see them as worthy of being honoured in a physical document

    Though we live in a digital culture, we also recognize that books have long been a key medium of social debate and an artifact around which people gather. The book does not replace the online life of the Snowden Files, it augments and compliments it.

    Wenn das Projekt umgesetzt werden sollte, sind wir sehr gespannt, wie viel wohl zusammenkommen wird und wie man mit denjenigen Dokumenten umgeht, die noch gar nicht veröffentlicht worden sind.

    3. Dezember 2014 1
  • : Digital Backyards – Nachlese
    Digital Backyards – Nachlese

    Was sind europäische Alternativen zu Google und Facebook? Unter dem Motto veranstaltete die Berliner Gazette eine gemütliche dreitägige Konferenz in Berlin, davon zwei Tage als eine Art Barcamp (wir berichteten vorab). Vom öffentlichen Programm am Samstag 20. Oktober stehen jetzt die Video-Aufnahmen online.

    1. November 2012
  • : Goteo.org: Crowdfunding für Gemeingüter
    Goteo.org: Crowdfunding für Gemeingüter

    Die Berliner Gazette berichtet in einem lesenswerten Artikel über die spanische Crowdfunding-Plattform Goteo.org. Der Artikel basiert auf einem Interview, das Felix Stalder mit den Goteo-Gründern Enric Senabre und Olivier Schulbaum geführt hat. Die Strategie von Goteo weicht in mehreren Punkten bewusst vom dominanten, produkt-orientierten Kickstarter-Modell für Crowdfunding ab:

    Das Kickstarter-Modell scheint den sozialen Faktor von Projekten zu limitieren, wenn sie die Grenzen zwischen „Künstler/Produzent“ und „Publikum/Konsument“ überschreiten. Wenn sie andere Spenden als in Geldform akzeptieren würden, würde das eine verteilte und kooperative Ökonomie hervorbringen. Und das sind genau die Aspekte, die uns am meisten interessieren. Wir glauben, dass der Crowdfunding-Prozess viel mehr Möglichkeiten zum Lernen, Zusammenarbeiten und für die Gemeinschaft im Allgemeinen bietet.

    Die Goteo-Gründer kritisieren beispielweise, dass Kickstarter nach dem (Finanzierungs-) Erfolg des sozialen Netzwerks Diaspora die Regeln dahingehend geändert hat, dass sie die Finanzierung von reinen Softwareprojekten ausschließen – gerade weil dort die Grenzen zwischen dem Spenden von Geld und anderen Dingen weniger starr sind.

    24. Oktober 2012 1